Mittwoch, 2. April 2008 11:30
Nicht vom Blitz getroffen
Alle hielten ihn für einen Marxisten. Doch jetzt hat sich ein sehr bekannter italienischer Popsänger als Freund des Opus Dei geoffenbart. Und die Alte Messe?
Lucio Dalla auf einem der Bilder auf seiner Webseite.
Lucio Dalla auf einem der Bilder auf seiner Webseite.
(kreuz.net, Vatikan) Lucio Dalla (65) ist ein sehr bekannter italienischer Liedermacher und Sänger. Bisher galt er als linksgerichtet.

Jahrelang trat Dalla bei den Festen und Versammlungen der italienischen Kommunisten auf.

Im vergangenen September schien eine Wende gekommen, als er vor der katholischen ‘Agorà dei Giovani’ im mittelitalienischen Wallfahrtsort Loreto auftrat.

Auf die Frage der italienischen Webseite ‘Petrus’, ob er auf dem Weg nach Damaskus vom Blitz getroffen worden sei, antwortete Dalla kürzlich:

„Ich danke ihnen für die Gelegenheit, mit einer Legende aufzuräumen: Ich war nicht Marxist noch Kommunist.“

Er sei auf den Veranstaltungen der Linken nur als Berufsmann aufgetreten: „Die Organisatoren haben mich bezahlt und ich habe gesungen. Punkt.“

Dalla ist nicht der Auffassung, daß ein Katholik – „und ich verstehe mich als solcher“ – ein Angebot nur aus ideologischen Gründen ablehnen sollte.

Lucio Dalla (rechts) mit dem Musikerkollegen Gino Paoli im Jahr 1964
Lucio Dalla (rechts) mit dem Musikerkollegen Gino Paoli im Jahr 1964
Zwar glaubt Dalla, daß der Marxismus – „wie der Papst in seiner letzten Enzyklika unterstrichen hat“ – einige Elemente mit dem Christentum gemeinsam hat, auch wenn er aus der Ökonomie einen Mythos gemacht habe.

Doch: „Der volle Magen kann nicht das einzige Ziel des Menschen sein.“

Der Sänger bezeichnet sich als Perfektionist: „Ich glaube an die Suche nach dem Schönen, der Heiligkeit und der Mystik der Arbeit, das heißt, der Selbstheiligung durch den eigenen Beruf.“

Die Webseite ‘Petrus’ weist Dalla darauf hin, daß seine Aussage mit den Lehren des Heiligen Josemarìa Escrìva, des Gründers des ‘Opus Dei’ übereinstimmt:

„Genau“ – antwortet der Sänger: „Wissen Sie, ich schätze diesen Heiligen sehr.“

Er sehe in seiner Achtung vor dem Opus Dei nichts Schlechtes: „Ich finde die Botschaft des Heiligen Josemaria von außerordentlicher Aktualität.“

Dieser habe aus der Arbeit keinen Götzen gemacht, sondern festgestellt, daß jede, auch die einfachste Aktivität mit Sorgfalt, Fachwissen und Hingabe ausgeführt werden müsse: „Auf diese Weise heiligt man sich in der Arbeit, und man heiligt die Arbeit.“

Als weitere Unterscheidungsmerkmale seines Glaubens erwähnt Dalla:

„Ich halte die Kinderabtreibung zum Beispiel für eine negative Sache.“

Außerdem: „In meiner persönlichen täglichen Existenz versuche ich, auch aufgrund meiner Verbundenheit mit dem Opus Dei, jeder Form von Atheismus und Säkularismus entgegenzutreten. Das sind Phänomene, die heute leider Plagen unserer Zeit sind.“

Die Suche nach dem Göttlichen gehöre zur menschlichen Natur: „Niemand darf dem Menschen verbieten, sich nach dem Transzendenten auszustrecken.“

Von der Enzyklika des Papstes über die Hoffnung ist Dalla begeistert: „Der Papst hat ein weiteres Mal bewiesen, ein großer und begabter Intellektueller zu sein.“

Es gebe Stimmen, die den Papst als Feind der Vernunft hinstellen wollten: „Aber das Niveau seiner Katechesen ist so beeindruckend, daß er diesen Geistern, die in der Welt nur die Beleidigung suchen, entwischt.“

Der Sänger wird auch über den Gregorianischen Choral befragt: „Nur Ignoranten können ihn schlechtreden.“

Die Gregorianik stelle ein Erbe unserer Geschichte dar: „Im übrigen gefällt mir auch die tridentinische Messe wegen ihres Reichtums der Spiritualität. Der Papst hat gut gehandelt, als er die Alte Messe freigab.“

Lucio Dalla im Jahr 1978
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