Freitag, 4. April 2008 16:09
Der Zölibat ist kompletter Irrsinn
Bevor die Gender-Mainstreamer den Zölibat noch als eigenes Geschlecht definieren, sollten wir die Sache stoppen. Von einem Ex-Priester für das ‘Vatican Magazine’.
Zölibatshalter sind moderne Helden.
Zölibatshalter sind moderne Helden.
(kreuz.net) Unfaßbar – es gibt junge Leute, die sagen ja zum Zölibat! Das finde ich großartig. Hoffentlich schenkt uns Gott viele solcher moderner Helden.

Hoffentlich, hoffentlich werden all diejenigen abgeschreckt und vertrieben, die vor Jahren aus welchen Gründen auch immer ins Priesteramt gekommen sind und zur Zeit die Kirche von innen heraus zerstören.

Es ist so viel Unglaubliches passiert. Fast möchte man sagen: Wir können nur noch Heilige gebrauchen.

Nun, wo die Dinge Gott sei Dank nicht mehr unter dem Teppich bleiben, kommen sie wieder aus den Löchern, die wackeren Streiter eines besseren Christentums.

Der Zölibat ist ein alter Zopf, sagen die Ewigmodernen. Er ist ein einziger Krampf, sagen die Pragmatiker. Er ist ein Residuum der Weltflucht, sagen die Historiker.

Er ist ein typischer Beweis für katholischen Haß auf die Lust, sagen die Hedonisten. Er ist eine krankmachende, perverse, unerfüllbare Forderung, sagen die Psychologen. Es ist ohnehin alles egal, sagen die Postmodernen.

Novemberausgabe des 'Vatican-Magazin'
Novemberausgabe des ‘Vatican-Magazin’
Er ist die scheußliche Fratze der Männerherrschaft, sagen die Feministinnen.

Bevor die Gender-Mainstreamer den Zölibat noch als eigenes Geschlecht definieren, sollten wir die Sache stoppen. Es ist nicht zu bestreiten, daß all die Kritiker recht haben. Der Zölibat ist kompletter Irrsinn.

Allerdings nur für zehn, vielleicht zwanzig Prozent der derzeitigen Priester.

Für den Rest ist es das, was er für gute Priester immer war: Liebe und der Weg zu Gott. Daß zehn bis zwanzig Prozent der Priester nämlich keine Priester sind, obwohl sie so tun, sich so kleiden, ihre Gehälter empfangen und ihre Würdigungen kassieren, merkt man langsam – und zwar nicht nur in Wien, St. Pölten, Boston, St. Louis, Regensburg und Rom.

Man spürt es in den Gemeinden, wo die Seele überkocht, weil es viel zu viele Kleriker gibt, die Wasser predigen und Wein trinken, Priester, die eine oder mehrere erotische Beziehung laufen haben, Geistliche, die in bürgerlichem Wohlleben ersaufen, Pfarrer, die ihren Passionen nachgehen und Gott einen guten Mann sein lassen.

„Wenn das die Leute wüßten“ – hörte ich letzthin einen Priester – einen von den wirklichen – sagen. Keine Sorge, sie wissen es.

Die Leute sind doch nicht blöd. Sie wissen beispielsweise längst, daß ein überproportional hoher Anteil an Priestern homosexuell ist und der Kreuzgang einiger Priesterseminare eher einem Kontakthof als einem geweihten Ort ähnelt.

Zwischenstopp: Mir geht es nicht darum, Schwulenhatz zu betreiben. Ich verurteile niemanden mit homosexuellen Neigungen. Ich bin mit homosexuellen Menschen befreundet. Und ja – ich kenne auch Priester, die homosexuell empfinden, keinen Hehl daraus machen und einfach hinreißend sind, weil sie eine tiefe, echte Berufung von Gott her empfangen haben und sie in eheloser Keuschheit leben.

Wo immer der auffällige Überhang homosexueller Männer im Priesteramt herkommen mag – einige sprechen gar von dreißig bis fünfzig Prozent, Genaues weiß niemand –, so ganz bestimmt nicht aus den unerforschlichen Ratschlüssen Gottes.


Der Beitrag erschien ursprünglich im ‘Vatican Magazine’.

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