Freitag, 4. April 2008 10:01
Die kürzlich ohne Erlaubnis geweihten griechisch-katholischen Bischöfe haben bereits in der Vergangenheit ihren heftigen Protest gegen den derzeitigen Großerzbischof von Kiew angemeldet.


Der Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche in Kiew, Lubomyr Kardinal Husar
(kreuz.net) Schon am 1. November 2006 protestierte die
Gemeinschaft der Basilianer von Pidhirtsi beim
Papst gegen den ultraliberalen Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche,
Lubomyr Kardinal Husar
von Kiew.
Dazu verfaßten die Basilianer eine Klageschrift – auf Latein: Libellus Litis.
Inzwischen
sind sie zur Tat geschritten. Anfang März konsekrierten sie ohne die Erlaubnis der griechisch-katholischen
Synode vier Bischöfe.
In der damaligen Klageschrift werden schwere Geschütze gegen den Kardinal aufgeführt.
Ihm wird vorgehalten, seine kirchliche Autorität zu mißbrauchen, um das Leben der Kirche zu töten.
Der Kardinal predige einen „anderen Christus“, einen „anderen Geist“ und verstecke seine Ketzereien hinter
dem Begriff „östliche Spiritualität“.
Die Klageschrift zählt zehn Verbrechen des Kardinals auf:
•
Er habe sich im Jahr 1977 in Rom ohne päpstliche Zustimmung zum Bischof weihen lassen und sei dafür
19 Jahre lang suspendiert gewesen. Im Jahr 1996 habe er außerdem das Amt des Großerzbischofs der griechisch-katholischen
Kirche trotz Protesten dreier griechisch-katholischer Metropoliten an sich gerissen.
• Kardinal Husar
wiederhole ständig, daß es keinen Unterschied zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche gebe.
• Er bemühe sich um die Einführung der eucharistischen Konzelebration mit den schismatischen Orthodoxen.
• Im 29. September 2005 habe er sogar ein einziges Patriarchat mit den Orthodoxen gefordert und dabei
gesagt: „Es ist nicht wesentlich, daß der Patriarch dieser Kirche ein Katholik ist.“
• In dem Buch
„Gespräche mit seiner Seligkeit Lubomyr Husar: Über ein postkonfessionelles Christentum“ verbreite der
Kardinal zahlreiche moralische und dogmatische Irrlehren.
So bezeichne er die Union von Brest (1596),
das offizielle Geburtsdatum der griechisch-katholischen Kirche, als „Fehler“. Er spreche auch von „spirituellen
Energien“, die er mit einer Art „Radiowellen“ vergleiche und glaube nicht an die ewige Verdammnis. Nach
eigenen Angaben benützt er ein Pendel. Er betrachte Homo-Paarungen nicht als Sünde.
• Unter dem Vorwand
einer „östlichen Tradition“ habe der Kardinal sich über die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesus lächerlich
gemacht.
• Der Haß-Film
„Da Vinci Code“ sei in Rußland und Weißrußland wegen kirchlicher Proteste
verboten worden. Dagegen habe der Kardinal die Gläubigen in der Ukraine davon abgehalten, gegen den Streifen
zu protestieren und die Öffentlichmachung des Filmes gutgeheißen.
• Gläubige und Ungläubige in
der Ukraine würden glauben, daß Kardinal Husar ein Freimaurer sei. Im November 2003 habe der Kardinal
erklärt, daß der Name Lubomyr Husar in der Liste einer Pariser Freimauerloge gefunden werde. Es handle
sich aber nicht um ihn, sondern um einen nahen Verwandten.
• Der Kardinal soll im September 2006 die
Wahl von Bischöfen manipuliert haben. Unter seiner Führung seien zahlreiche unwürdige Bischöfe ernannt
worden. Einer von ihnen unterstütze die umstrittenen Lehren des Jesuiten Teilhard de Chardin. Ein anderer
besitze ein uneheliches Kind und verbringe sein Leben mit Geld, Alkohol und Frauen.
• Der Kardinal
habe auch mit der Staatsgewalt zusammengearbeitet, um im August 2004 die Ausweisung von Basilianern mit
tschechischen und slowakischen Pässen zu veranlassen.
Er habe auch vor staatlichen Stellen gegen den
inzwischen abgesetzten und nach Rom versetzten griechisch-katholischen Basilianer-Bischof von Butschatsch
in der Westukraine, Mons. Irynej Bilyk, intrigiert. Dagegen hätten mehr als fünfzig Diözesanpriester
protestiert.
In ihrer Klageschrift fordern die Basilianer von Pidhirtsi vom Papst eine Absetzung von
Kardinal Husar als Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche und eine Aberkennung seiner Kardinalswürde.
Die drei Unterzeichner des Schreibens, Pater Metodìj R. Špiřík OSBM, Pater Markian V. Hitiuk und
Pater Eliáš A. Dohnal gehören mit Pater Samuel R. Oberhauser zu jener Gruppe von Basilianern, die anfangs
März unerlaubt zu Bischöfen geweiht wurden.