Freitag, 4. April 2008 18:37
Vatikanische Beschwichtigungen
Am heutigen Freitag veröffentlichte das vatikanische Staatssekretariat ein Kommunique zur neuen Karfreitagsfürbitte für die Juden im Alten Ritus. Der Text.
Juden in New York
Juden in New York
(kreuz.net, Vatikan) Nach der Veröffentlichung der neuen Fürbitte für die Juden für das Römische Meßbuch von 1962 haben einige Gruppen in der jüdischen Gemeinschaft ihre Enttäuschung geäußert, daß der Text nicht mit den Erklärungen und offiziellen Äußerungen des Heiligen Stuhls über das jüdische Volk und seinen Glauben harmoniere.

Diese haben einen Fortschritt der freundlichen Beziehungen zwischen den Juden und der katholischen Kirche in den letzten vierzig Jahren bezeichnet.

Der Heilige Stuhl versichert, daß die neue Formulierung der Fürbitte – die einige Ausdrücke des Meßbuchs von 1962 verändert hat – in keiner Weise beabsichtigt, eine Änderung der Haltung der Kirche gegenüber den Juden – die sich auf Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils und besonders der Erklärung ‘Nostra Aetate’ entwickelt hat – anzudeuten.

Papst Benedikt XVI. bemerkte in einer Audienz für die Oberrabbiner Israels am 15. September 2005, daß dieses Dokument sich als „Meilenstein auf dem Weg zur Aussöhnung der Christen mit dem jüdischen Volk erwiesen hat“.

Die Kontinuität der Position von ‘Nostra Aetate’ zeigt sich klar in der Tatsache, daß die Fürbitte für die Juden im Meßbuch von 1970 volle Gültigkeit behält und für Katholiken die ordentliche Form des Gebets ist.

Im Kontext anderer Äußerungen des Konzils – über die Heilige Schrift (Dei Verbum 14) und über die Kirche (Lumen Gentium 16) – zeigt ‘Nostra Aetate’ die grundlegenden Prinzipien, die bisher und auch heute die Bande der Hochachtung, des Dialogs, der Liebe, der Solidarität und der Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Juden stützten und stützen.

‘Nostra Aetate’ erinnert gerade im Blick auf das Mysterium der Kirche an das einzigartige Band, mit dem das Volk des Neuen Testamentes geistig mit dem Stamm Abrahams verbunden ist. Das Dokument weist jede Haltung der Mißachtung und der Diskriminierung gegenüber Juden zurück, besonders verurteilt es jede Form des Antisemitismus.

Der Heilige Stuhl hofft, daß die Erklärungen in diesem Kommunique helfen werden, jegliche Mißverständnisse aufzuklären. Er wiederholt den festen Wunsch, daß sich der konkrete Fortschritt im gegenseitigen Verständnis und im Wachsen der Hochachtung zwischen Juden und Christen weiter entfaltet.

© Titelbild: Kynan Tait, CC
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