Montag, 7. April 2008 12:35
„Es hätte nicht karger sein können“
Die Bistumsleitung hat Umgestaltungspläne für den Hamburger Mariendom präsentiert. Katholiken und Menschen, die ein Empfinden für Kultur besitzen, werden das geschändete Gotteshaus künftig meiden.
Der künftige Altar des Hamburger Mariendoms
Der künftige Altar des Hamburger Mariendoms
(kreuz.net) Das Erzbistum Hamburg hat Entwürfe für die sogenannte Renovierung des Hamburger Mariendoms vorgelegt. Das berichtete die Webseite in einer Pressemitteilung. Anlaß für den Umbau des Innenraums ist eine notwendige Gebäudesanierung.

Der Putz und die Ausmalung der Kathedrale sind feucht. Das Gewölbe zeigt Risse. An den Fenstern befinden sich Kondenswasserschäden. Es gibt auch Schäden am Apsismosaik, Feuchtigkeit im Fußboden. Auch die Portale sind durchrostet.

Aus diesem Grund bekommt die Kathedrale neue Türen, einen neuen Natursteinboden. Mosaik, Fenster und Orgel werden saniert.

Damit nicht genug: Das neue Konzept sieht auch eine völlige Verwüstung des Chors der Kathedrale vor.

Die Webseite des Erzbistums Hamburg spricht beschönigend von „klaren, einfachen Formen mit geraden Linien, ohne ablenkende Details und Zierrat“.

Die abstoßenden Entwürfe stammen von dem angeblichen Künstler Wilhelm Gies.


Der künftige Volksaltar besteht aus einem Kalksteinblock. In phantasielosen geometrischen Formen ist daraus eine Steinplatte gehauen, die auf drei Füssen steht.

Der grobklötzige Mahltisch strahlt Härte und Brutalität aus und wiegt 3,5 Tonnen.

Das Allerheiligste befindet sich nach der angeblichen Renovierung in einer auf die Seite geschobene Tabernakelstele. Sie könnte nach Angaben der erzdiözesanen Webseite „kaum einfacher gezeichnet“ sein.

Die Säule besteht aus drei übereinander gestellten steinernen Würfeln, in denen es eine Aussparung für das Allerheiligste gibt.

Der neue Ambo besteht aus einem quaderförmigen Fußblock, dessen Ansichtsfläche dreimal unterbrochen ist und in einen Tisch übergeht.

Den Bischofssitz beschreibt die Erzdiözese als „schlicht“. Er sei mit reich verzierten, farbenfrohen und gepolsterten Bischofssitzen in anderen Kathedralen nicht vergleichbar.

Die Webseite überspielt die abstoßende herzlose Häßlichkeit des Throns mit einem Witz: „Der Nachfolger des heiligen Ansgar sitzt zwar fest auf seinem nördlichen Vorposten, aber mit Annehmlichkeiten war dieser Stuhl noch nie gesegnet.“

Erzbischof Werner Thissen von Hamburg staunt über „die Großzügigkeit dieses Raumes“.

Er möchte den „Besuchern“ mit dem Umbau die angeblich „ursprüngliche Intention“ des Raumes vermitteln.

Am 23. November soll der Dom eröffnet werden. Die Sanierung der Kathedrale und die Verwüstung ihres Innenraums wird 7,8 Millionen Euro kosten.

Den neuen Domplatz vor der Kathedrale gestaltet der umstrittene Schweizer Mode-Architekt Mario Botta.

Ein Hamburger Gläubiger stellte vor ‘kreuz.net’ die Frage, inwiefern die Umgestaltung Ausdruck des real existierenden Katholizismus in Hamburg ist.

© Titelbild: Pressefoto Erzbistum Hamburg
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