Montag, 7. April 2008 19:48
Unbarmherzige Zersetzung der kirchlichen Lehre
Während eines hochkarätigen römischen Kongresses gab ein orthodoxer Bischof faustdicke Häresien von sich. Der Kardinal, der den Kongreß leitete, antwortete mit einer Wischi-Waschi-Erklärung.
Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn.
Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn.
(kreuz.net) Anläßlich des dritten Todesjahres von Papst Johannes Paul II. († 2005) wurde vom 2. bis 6. April in Rom der erste „Weltkongreß über die Barmherzigkeit“ veranstaltet.

Präsident des Kongresses war Christoph Kardinal Schönborn von Wien.

Bei der Ankündigung der Versammlung vor einem Jahr wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Veranstaltung auch dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, Alexi II., präsentiert wurde und dieser darüber „sehr enthusiastisch“ gewesen sei.

Doch während des Kongresses, an dem zahlreiche Kardinäle Vorträge hielten, kam es beim Vortrag des russisch-orthodoxen Vertreters, Bischof Hilarion Alfejew (41), zu einem Eklat.

Das berichtete der Journalist Dan Valenti, der für die Webseite ‘thedivinemercy.org’ schreibt.

Bischof Hilarion ist für die Russisch-Orthodoxen in Österreich zuständig. Er sprach am 4. April vor dem Kongreß.

Alfejew unterhält enge Beziehungen zum Wiener Erzbischof. Dieses Verhältnis wird von vielen als Modell für die ökumenische Annäherung betrachtet.

In seinem Vortrag behauptete Alfejew, daß Gottes Barmherzigkeit für die Menschen angeblich so groß sei, daß sie auch den Höllenstrafen eine zeitliche Grenze setze.

Der Bischof behauptete weiter, daß die russisch-orthodoxe Ansicht über die Hölle eher dem entspreche, was die katholische Kirche über das Fegfeuer lehre.

Am folgenden Tag trat Kardinal Schönborn von Wien mit einer Erklärung vor den Kongreß.

Er erklärte, daß das „Zeugnis“ von Bischof Hilarion in manchen von uns „einige Zweifel“ geweckt habe: „Ich schätze ihn sehr. Was er über das ewige Schicksal des Menschen gesagt hat, ist keine Lehre der Kirche.“

Der Kardinal empfahl, dem zu folgen, was die großen Heiligen während allen Zeiten immer gesagt hätten und dafür zu beten, daß niemand verloren gehe:

„Gott will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ – sagte der Kardinal weiter: „Darum rufen wir die göttliche Barmherzigkeit für uns alle an.“

Dan Valenti erklärt, daß der „improvisierte Kommentar“ des Kardinals bemerkenswert sei, insofern Kardinal Schönborn die Lehren von Bischof Hilarion „nicht verworfen oder heruntergespielt“ habe.

Alfejew war von Kardinal Schönborn eingeladen worden, am Kongreß zu sprechen.

Seine Rede war vorausgehend vom internationalen Exekutivkomitee des Kongresses für den Vortrag vor der Generalversammlung genehmigt worden.

Der Vatikan hatte den Text vorher erhalten, zur Veröffentlichung vorbereitet, mit Copyright versehen und für den Vortrag genehmigt.

Valenti weist auch darauf hin, daß Kardinal Schönborn den umstrittenen Vortrag des Bischofs live vor der internationalen Presse mit seiner Anwesenheit beehrt habe:

„Auf diese Weise zeigte er, warum so viele ihn in einem so hohen Ansehen halten, daß sie glauben, daß er eines Tages Papst sein wird.“

© Titelbild: Pressefoto des Wiener Kardinals
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