Mittwoch, 9. April 2008 14:19
Von den derzeit 27 katholischen Bistümern bleiben nach der Reform noch sieben übrig: Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München und Paderborn.


Die 27 deutschen Diözesen auf die 7 Erzbistümer zusammenlegen?
(kreuz.net, Würzburg) „Die katholischen Bischöfe haben auf ihrer Konferenz in Würzburg endlich die
Zeichen der Zeit erkannt und beschlossen, die Gläubigen in ihren Gemeinden und Pfarreien auf dem schwierigen
Weg der Zusammenlegung und Auflösung beispielgebend zu begleiten.“
Das berichtete der Pfarrer von Sankt
Michael in Schweinfurt,
Hw. Roland Breitenbach, am 1. April auf der
Webseite seiner Gemeinde.
Binnen
Jahresfrist – aber spätestens zum 1. April 2009 – würden die deutschen Bistümer nach dem Vorbild der
Pfarreien-Gemeinschaften zusammengelegt:
„Von den 27 katholischen Bistümern bleiben nach der Reform
noch sieben übrig: Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg, Köln, München und Paderborn.“
Ähnlich wie
bei den Pfarreien- Gemeinschaften mit nur einem Priester und einigen Hilfskräften werde ein Bischof künftig
für drei bis vier Diözesen verantwortlich sein – informiert Hw. Breitenbach.
Zu den Pontifikalgottesdiensten
könnten die Gläubigen mit dem ICE anreisen. Die Zentralbischofsitze seien auch im Hinblick auf günstige
Zugsverbindungen ausgewählt worden:
„Daran daß Bischöfe künftig seltener leibhaftig erlebt werden,
sind die Gläubigen bereits gewöhnt: Sie sehen ihren eigenen Seelsorger bestenfalls einmal im Monat für
55 Minuten bei einem Gottesdienst.“
Pfarrer Breitenbach weist darauf hin, daß sich mit der Auflösung
von überflüssigen zwanzig Bistümern ein „gewaltiger Personalschub zu Gunsten der Seelsorge vor Ort“
ergibt.
Es werde zusätzlich mit über 500 ansonsten arbeitsloser Domkapitulare und Prälaten gerechnet:
„Sie müssen allerdings wie die Bischöfe und Weihbischöfe ohne Amt für die Seelsorge in Schnellkursen
fit gemacht werden.“
Diese an die moderne Seelsorgs-Strategie angepaßte Neuorganisation bedeute eine
finanzielle Entlastung der deutschen Kirche in Milliardenhöhe:
„Das Kirchensteueraufkommen fließt dann
vermehrt in soziale Einrichtungen.“
Die zukunftsweisende Entscheidung könne den Priestermangel zwar
nur zeitweise mildern:
„Doch mit ihr wird sichergestellt, daß es in Deutschland in den nächsten hundert
Jahren keinen Bischofsmangel geben wird.“