Donnerstag, 10. April 2008 16:09
Für die talmudischen Rabbiner war die Muttergottes nichts anderes als eine Hure. Schon während seiner Schulzeit war Jesu sexuellen Ausschweifungen ergeben. Von Friedrich Romig.


Stück eines mittelalterlichen Jerusalemer Talmuds
(kreuz.net) Der renommierte deutsche Judaist, Peter Schäfer (64) – Direktor für jüdische Studien an
der Princeton-Universität in den USA – hat letztes Jahr sein Buch „Jesus in The Talmud“ vorgelegt. Das
Werk ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.
In seinem Buch bringt Schäfer die im Talmud verstreuten
Jesusstellen in eine systematische Ordnung und läßt so den Widerspruch zur christlichen Botschaft deutlich
vor Augen treten: Familiäre Herkunft, Schülerstadium, Lehrtätigkeit, Heilkunst, Hinrichtung und Höllenstrafe
Jesu bilden die Rubriken des Buches, in dem er die Talmudstellen sammelt und ausdeutet.
Die familiäre
Herkunft Jesu wird in dieser talmudischen Gegenerzählung mit dem Fehltritt Mariens, einer verheirateten
oder verlobten Frau, in Verbindung gebracht, die sich mit einem römischen Legionär eingelassen hat und
die dabei entstandene Leibesfrucht der „Überschattung“ durch den „Heiligen Geist“ zuschrieb.

Auf Deutsch erschienen: Jesus im Talmud
Statt verstoßen
und gesteinigt zu werden, errang sie zwar die Verzeihung ihres gehörnten Gatten oder Verlobten.
Doch
für die talmudischen Rabbiner ist sie nichts anderes als eine „Hure“ – siehe Seite 37, 39 und öfters.
Die Pointe dieser Erzählung über die Herkunft Jesu im Talmud liegt darin, daß Jesus durch seinen römischen
Vater, „nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden war“ (Seite 40). Auf eine Abstammung
aus dem vornehmen Hause Davids, wie ihn das Neue Testament vorspiegelt, kann er natürlich überhaupt
keinen Anspruch erheben:
„Die ganze Idee der davidischen Abstammung Jesu, sein Anspruch, der Messias
und schließlich sogar der Sohn Gottes zu sein“, ist für die Rabbiner nicht anderes als „Betrug“ (Seite
45f).
In der Schulzeit Jesu müssen sich seine Lehrer mit dem mißratenen und in sexuellen Ausschweifungen
sich ergehenden discipulus herumschlagen.
Er gerät seiner Mutter nach. Untreue liegt ihm im Blut. Er
verkehrt mit einer bekannten Prostituierten (Lk 7,36-50) und beweist den Rabbinern damit, daß er kein
Prophet ist.
Er macht sich Maria Magdalena hörig. Sie wäscht seine Füße, kämmt seine Haare, und
er küßt ihren „Mund“ in aller Öffentlichkeit.
Diese im Talmud geradezu pornographisch ausgemalten
Frivolitäten sollen die Lehrer des jungen Jesu veranlaßt haben, ihn schon zu Lebzeiten zu „exkommunizieren“,
das heißt, aus der Gemeinschaft der Juden auszustoßen.
Juden wollen – das ist die Botschaft der Talmudisten –
mit dem Christentum nichts zu tun haben und sich keinesfalls von ihm gar „umarmen“ oder missionieren lassen.
Judenchristen gehören für die Rabbiner zu den widerlichsten Erscheinungen auf Gottes Erdboden, die
„keinen Anteil an der kommenden – geretteten – Welt haben“ werden.
Die Rabbiner bestreiten nicht, daß
Jesus magische Kräfte besaß, Dämonen austrieb, Kranke heilte und Tote auferweckte. Was sie ihm und
seinen Nachfolgern vorwerfen, ist der Mißbrauch dieser Kräfte.
Jesus heilt im eigenen Namen, nicht
im Namen Gottes. Er nützt seine Zauberkraft aus, um sich als „Gott“ ausgeben zu können und erweist sich
so als Hochstapler und Schwindler. Und das sind in den Augen der Rabbiner auch jene, denen er die „Schlüssel“
übergibt, die den Zugang zu magischen Vorgängen symbolisieren, „zu binden und zu lösen“.
Zauberei
und Götzendienst sind denn auch der Grund, daß Jesus durch den Sanhedrin zum Tode verurteilt und am
Vorabend des Passahfestes – ans Kreuz – „gehängt“ wurde.
Peter Schäfer: Jesus im Talmud.
Aus dem Englischen
von Barbara Schäfer.
Mohr Siebeck, Tübingen 2007.
ISBN 978-3-16-149462-8.
325 Seiten. € 29.-.
Nächstes
Mal: Jesus wurde nach rabbinischem Recht hingerichtet