Samstag, 12. April 2008 11:45
Das Problem mit der Massenkonzelebration
Der päpstliche Zeremonienmeister hat sich kürzlich über die Liturgien des Heiligen Vaters in den USA geäußert. Was weiß er über die Feier einer Alten Messe durch den Papst?
Papst Benedikt XVI. mit seinem früheren Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini.
Papst Benedikt XVI. mit seinem früheren Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini.
(kreuz.net) Die Liturgien während der bevorstehenden Reise des Papstes in die USA stehen nicht unter der direkten Verantwortung des päpstlichen Zeremonienmeisters, Mons. Guido Marini (43).

Das berichtete die US-Nachrichtenagentur ‘Catholic News Service’ am 7. April.

Dennoch kennt Mons. Marini jedes Detail der drei Messen und zwei Vespern, die während der Papstreise geplant sind.

Die US-Reise des Papstes beginnt am 15. April und dauert bis zum 20. April.

Auch wenn die Liturgien nicht vom päpstlichen Zeremonienmeister geplant wurden, unterbreitete er dennoch Vorschläge und besaß bei der Gestaltung ein Veto-Recht – erklärt der Zeremonienmeister vor ‘Catholic News Service’.

Bei einigen Liturgien wird es auch – im Sinne der gegenwärtig ortsüblichen Praxis – Ministrantinnen geben.

Nach Angaben von Mons. Marini erhält jede Ortskirche, die einen Papstbesuch organisiert in einer frühen Planungsphase liturgische Richtlinien, die „im wesentlichen die gleichen“ sind, die bereits für die Reisen von Papst Johannes Paul II. galten:

„Einige kleine Dinge wurden geändert, um der liturgischen Haltung von Papst Benedikt XVI. zu entsprechen“ – erklärt Mons. Marini.

So wird ein Kruzifix auf den Altar gestellt, konzelebrierende Priester sollen möglichst nahe beim Altar stehen und die Gabenprozession soll auf Hostien, Wein und einige Geschenke beschränkt werden.

Keinen Einfluß nahm der Vatikan auf die musikalische Gestaltung der Gottesdienste. Mons. Marini erklärt, daß er die „verschiedenen Stile“, die für Liturgien vorbereitet wurden, „wirklich schätzt“.

Die Gläubigen, die am 17. April an der Papstmesse in Washington teilnehmen, empfangen Hostien, die vorausgehend konsekriert wurden:

„Wenn ein Priester den Hostienkelch vom Altar empfangen würde, könnte er die äußersten Punkte der Versammlung nicht erreichen, bevor die Messe zu Ende wäre.“

Der Zeremonienmeister erwähnt auch die Anzahl der Konzelebranten. Diese sei nicht einfach eine ästhetische Frage, sondern betreffe die Substanz. Sie werde gegenwärtig im Vatikan besonders studiert.

Bei der Konzelebration müsse es eine direkte Beziehung, auch visueller Natur, zwischen den Konsekrationsworten und den zu konsekrierenden Hostien geben.

Er äußerte sich auch über die jüngsten Änderungen in den Papstliturgien: Der Einbezug älterer liturgischer Elemente – gregorianischer Choral und ältere Paramente – bezeichne keine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern eher „eine Entwicklung in Kontinuität“.

Es gebe viele liturgische Schätze und Reichtümer in der Vergangenheit, „aber das bedeutet nicht, daß wir uns neuen Entwicklungen widersetzen“.

„Jene die vor uns Kunstwerke geschaffen haben, taten das nicht, damit diese in den Museen bewundert, sondern gebraucht würden.“

Informationen, wonach der Papst gegenwärtig Vorbereitungen treffe, um öffentlich eine Alte Messe zu zelebrieren, bezeichnet Mons. Marini als ein Gerücht:

„Mein Büro hat davon nichts gehört. Ich weiß, daß es darüber Gerüchte gibt, aber ich wurde nicht beauftragt, irgend etwas zu planen.“
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