Montag, 14. April 2008 15:06
Mit dem Rücken zum Herrn
Eigentlich geschieht in Wattenscheid nur das, was nach dem Konzil zur real existierenden Liturgie geworden ist – nichts Besonderes. Genau das ist das Problem. Von Verena Anderer.
Eine ganz normale Messe
Eine ganz normale Messe
(kreuz.net) Schwere Zeiten haben gläubige Katholiken in den Gemeinden Sankt Theresia und Sankt Maria Magdalena in Wattenscheid vor sich.

Bochum – Wattenscheid befindet sich im westlichen Ruhrgebiet und gehört zum Bistum Essen.

Pfarrer dieser Gemeinden ist Stadtdechant Dietmar Schmidt (64 Jahre alt). Er ist seit nun mehr 12 Jahren Pfarrer von St. Maria Magdalena und St. Theresia.

Während der Liturgie zeigt er häufig einen Drang zur Selbstdarstellung. Wenn der Priester im Mittelpunkt steht, wird dem Heiland im Tabernakel gerne mal der Rücken zugekehrt.

Die neuste Idee des Dechanten war die Umgestaltung der Filialkirche Sankt Theresia in der 3.500 -Seelen-Gemeinde Wattenscheid – Eppendorf.

Hier wurde ein Altar aus Plexiglas in die Mitte der Kirche Eppendorf zwischen den Bänken aufgestellt. Dazu wurde die Sitzordnung geändert und die Bänke um den „neuen Altar“ gestellt. Bisher wurde die Messe in diesem Gotteshaus am Altar im Chorraum gefeiert.

Doch jetzt versammelt sich die Gemeinde ganz im „Geist des Konzils“ darum und feiert so das heilige Mahl.

Dem Tabernakel, in dem der Herr und König der Welt auf seine Anbeter wartet, wird dabei achtlos der Rücken zugekehrt.

Möglichkeiten zum Knien zum von Hw. Schmidt gekürzten Kanon gibt es nicht. Vor den ersten Bänken fehlen Kniemöglichkeiten.

Ein Meßgewand gehört in den Messen des Dechanten auch der Vergangenheit an. Der Dechant zieht es vor, mit einer Mantelalbe – einem liturgischen Untergewand – und einer unauffälligen Stola vor seine Gläubigen zu treten.

Seit mehr als zwölf Jahren wird den beiden vormals gutkatholischen Gemeinden viel zugemutet. Dazu zählen auch Ministrantinnen mit Chorrock ohne Talar darunter.

Es wundert kaum, daß gerade in Höntrop der Ruf nach der tridentinischen Messe lauter wird. Hier wurden vor einger Zeit bereits von Alexander Korte Unterschriften für eine Messe im tridentischen Ritus gesammelt.

Jetzt hoffen die Gläubigen aus der Pfarrei, daß das Beispiel des Dechanten im Bistum Essen keine Schule macht.
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