Sonntag, 20. Februar 2005 08:24
Pius XII. auf der Schnellstraße zur Seligsprechung
Der heiligmäßige Papst schlief nur vier Stunden pro Nacht und wog weniger als 65 Kilogramm als er starb. Quellen aus dem Vatikan bestätigen, daß seine Seligsprechung unmittelbar bevorsteht.

(kreuz.net, Vatikan) Papst Johannes Paul II., der Anfang Februar fast erstickt wäre und im letzten Augenblick
in die Gemelli-Klinik gebracht wurde, ist an der Seligsprechung seines Vorgängers, Papst Pius XII., sehr
interessiert. Das berichtete die in Rom erscheinende Monatszeitschrift „Inside the Vatican“.
Papst Pius
XII. wurde kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf den päpstlichen Thron erhoben und sah sich
bald einem doppelten Kampf gegen die Nationalsozialisten und gegen die Kommunisten gegenüber.
Der heiligmäßige
Papst schlief nur vier Stunden pro Nacht und wog weniger als 65 Kilogramm als er starb. Quellen aus dem
Vatikan bestätigen, daß seine Seligsprechung unmittelbar bevorsteht.
Papst Johannes Paul II. selber
soll noch vor seinem letzten Spitalaufenthalt gesagt haben: „Ich werde nicht sterben, bevor ich Papst
Pius XII. nicht seliggesprochen habe.“ Verschiedentlich hat Johannes Paul II. seinen Vorgänger einen
„großen Papst“ genannt.
Während seines Pontifikates von 1939-1958 stand Pius XII. wegen seines Widerstandes
gegen den nationalsozialistischen und kommunistischen Totalitarismus in hohem Ansehen.
Als er starb,
trauerte die ganze Welt um ihn, besonders die jüdische Gemeinschaft, die den Papst immer wieder für
seine Verdienste während des Zweiten Weltkrieges pries. Obwohl der Papst im Vatikan eingeschlossen war,
gelang es ihm, mindestens 860.000 Juden vor der sicheren Vernichtung zu retten.
Einige Jahre nach seinem
Tod verfaßte ein Deutscher namens Rolf Hochhuth ein Theaterstück, das in der ganzen Welt gespielt wurde
und Papst Pius XII. als einen schweigenden, gleichgültigen Mann darstellte, der inmitten der Greuel des
Zweiten Weltkrieges dahinlebte. Hochhuth war selber Mitglied der Hitlerjugend gewesen.
Obwohl die wissenschaftliche
Geschichtsschreibung das Stück von Hochhuth als Verleumdung entlarvte, wurden dessen Aussagen von vielen
für wahr gehalten. So entstand eine schwarze Legende um den heldenhaften Papst.
Der amerikanische Jesuitenpater
Robert Graham, ein führender Fachmann über diese Zeitepoche, sagte zu Hochhuths Theaterstück:
„‘Der
Stellvertreter’ war mehr als ein Theaterstück. Das war ein gezielter Rufmord, der von der Tagespresse
begierig aufgenommen wurde. Das Stück fiel in die Zeit der Publikation des Tagebuches der Anna Frank
und des Prozesses und der Hinrichtung von Adolf Eichmann. Die Welt wollte ihrem Abscheu Luft machen. Da
es keine richtigen Nationalsozialisten mehr gab, die man hätte bestrafen können, bot das Bild eines
kleinmütigen Papstes genau den gewünschten Sündenbock.“
Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Die
historische Wahrheit ist ans Licht gekommen. Die schwarze Legende fällt mehr und mehr in sich zusammen.
Erst im Dezember 2004 behauptete der italienische Historiker Alberto Melloni, Pius XII. habe die Herausgabe
von im Krieg versteckten jüdischen Kindern verhindern wollen. Doch bereits im Januar wiesen zwei italienische
Journalisten nach, daß das von Melloni verbreitete Beweisdokument kein Brief des Papstes war, sondern
eine fehlerhafte französische Übersetzung, welche die Anweisung des Papstes völlig verfälscht darstellte.