Donnerstag, 17. April 2008 19:36
Jesus wurde nach rabbinischem Recht hingerichtet
Jesus ist in der Hölle und sitzt dort in den kochenden Exkrementen, die seine Anhänger ständig neu ausscheiden, wenn sie, wie geheißen, sein Fleisch essen und sein Blut trinken. Von Friedrich Romig.
Der Heiland am Kreuz.
Der Heiland am Kreuz.
(kreuz.net) Der renommierte deutsche Judaist, Peter Schäfer (64) – Direktor für jüdische Studien an der Princeton-Universität in den USA – hat letztes Jahr sein Buch „Jesus in The Talmud“ vorgelegt. Das Werk ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.

Darin behandelt Schäfer auch die Beurteilung der Kreuzigung Jesu Christi durch die Rabbiner des babylonischen Talmuds.

Fazit: Soweit römische Soldaten am Vollzug des Urteils beteiligt waren, vollziehen sie nur die von den Juden ausgesprochene Strafe.

Der Talmud besteht darauf, „daß Jesus nach rabbinischem Recht hingerichtet wurde“ (Seite 145), und nicht nach römischem.

Jesus wird nach den talmudischen Narrativen immer wieder „in seinen Schülern getötet“.

Die scharfsinnigen Verurteilungen seiner Schüler durch die Rabbiner bilden den Höhepunkt der Auseinandersetzug über Jesus und das Christentum im babylonischen Talmud.

Auf Deutsch erschienen: Jesus im Talmud
Auf Deutsch erschienen: Jesus im Talmud
Die Jünger und Schüler werden von den Juden von Anfang an als „Betrüger des Betrügers“ bezeichnet, haben sie doch beispielsweise den Leichnam Jesu aus dem Grab gestohlen, um seine Auferstehung vorzutäuschen.

Weder sie noch Jesus haben Anteil an der kommenden Welt. Statt zum Himmel aufzufahren, siedet Jesus auf ewig in der Hölle.

Jesus gehört mit Titus und Bileam zu den drei Erzfeinden Israels, die alle in der Hölle ihre verdiente Strafe verbüßen.

Der römische Feldherr und spätere Kaiser Titus († 81), der den Tempel zerstörte, wird verbrannt, seine Asche ins Meer gestreut, immer wieder herausgefiltert, neu zusammengebacken und wieder verbrannt.

Bileam, der Israel den Baal-Peor-Kult mit seinen sexuellen Orgien und Ausschweifungen nahebrachte, sitzt in kochendem Sperma.

Und Jesus, der sich als Gott ausgab und den alten Bund Israels mit Gott auflösen und durch den Bund mit ihm ersetzen wollte, sitzt in den „kochenden Exkrementen“ (Seite 25), die seine Anhänger ständig neu ausscheiden, wenn sie, wie geheißen, sein Fleisch essen und sein Blut trinken (siehe Seite 185).

Statt durch ihn zum Leben zu gelangen, werden sie das Schicksal ihres „Herrn“ teilen und genauso in der Hölle schmoren wie er.

Drastischer und spöttischer lassen sich Auferstehung, Himmelfahrt zu Gottes Thron und Eucharistie, Kernstücke des christlichen Glaubens, kaum parodieren und lächerlich machen.

Verfehlt wäre es, das alles als Hirngespinste von ein paar ausgeflippten Rabbinern abzutun.

Erstaunliche Wirkungsgeschichte
Die Wirkungsgeschichte der im Talmud verstreuten Anmerkungen zu Jesus ist erstaunlich.

Im Mittelalter verdichten sie sich zum Toledot Jeschu-Traktat – über die Abstammung Jesu –, das jedem Talmudschüler noch heute vorgetragen wird.

In der Neuzeit, so dürfen wir, von Schäfer belehrt und beschenkt, weiterdenken, bildet das scharfsinnige Raisonieren der Rabbiner im Talmud den oft nicht einmal bewußten Ausgangspunkt für die Religionskritik der sogenannten Aufklärung.

Dazu gehört das Zurückweisen und Wegerklären der Gottheit Jesu, der Jungfrauengeburt, seiner Zeugung durch den Heiligen Geist, seiner Wundertaten, der Auferstehung von den Toten und des Verlassens seiner Grabstätte, seiner Himmelfahrt, des Pfingstereignisses mit der Wiederkehr als Gespenst.

Diese Zurückweisungen gehören in der Moderne bis zum heutigen Tage zu den Versatzstücken, mit denen der christliche Glaube nach und nach von allen Halbgebildeten und selbst von christlichen Theologen ausgehöhlt wird.

Die Talmudaussagen über die zweifelhafte Herkunft Christi, sein ausschweifendes Leben, sein gespenstisches Wiedererscheinen, die von ihm eingesetzten Kulte und Bluttrinkereien sind inzwischen zu Gegenständen verkommener sogenannter Kunst, Love Parades und Unterhaltungsindustrie geworden.

In der Rock-Oper wird „Jesus Christ“ zum „Superstar“ (Rice/Webber). Im Film erlebt er noch am Kreuz seine „letzten Versuchungen“ sexueller Art (Martin Scorsese), als junger Mann feiert er seine „Hochzeit“ mit sexuellen Einlagen (Ingrisch/Einem).

Er umgibt sich mit seinen „Hawara“ (W. Teuschl), er fühlt sich wohl „in schlechter Gesellschaft“ (Holl) und zuletzt wird er in geschmacklosen Orgien- und Mysterienspielen mit Blut und Kot symbolhaft beschmiert (Nitsch), ganz wie es der Talmud vorgibt.

Es gehört zu den größten Verdiensten von Peter Schäfer uns mit seinen akribischen Untersuchungen auf die talmudischen Wurzeln des christlichen Glaubensverlustes hingeführt zu haben, die durch Aufklärung, Moderne und Dekadenz unsere Kultur von innen her zersetzen.

Betrübt müssen wir heute zugeben, daß sich seit dem Zweiten Vatikanum (1962-1965) selbst die Kirche in ihrer Hirtentätigkeit, Lehre und Liturgie dem Prozeß zunehmender Judaisierung nicht entziehen konnte und wollte.

Vor lauter Schuldvorwürfen, Versöhnungs- und Vergebungsbitten ging sie vor ihrem eigentlichen Feind in die Knie.

Sie distanzierte sich von den Adversus-Judaios-Aussagen ihrer größten Heiligen wie Ambrosius, Augustinus oder Chrysostomus, huldigte der neuen Weltreligion des Holocaust, und verlor dabei ihre Glaubwürdigkeit.

Dank der sogenannten Aufklärung kann heute kaum noch jemand das Glaubensbekenntnis ohne Mentalreservation ablegen.

Wer die sittlichen Vorschriften der Kirche öffentlich bejaht und Sünde nennt, was Sünde ist – zum Beispiel Homosexualität, Abtreibung, Euthanasie, Blasphemie – wird als „gesellschaftsunfähig“ eingestuft und gemobbt (Fall Buttiglione) oder er wird am Sprechen gehindert, so Papst Benedikt XVI. an der römischen Universität „La Sapienza“ im Februar.

Für den Außenstehenden sieht es jetzt so aus, als habe eben doch Kaiphas gesiegt, und nicht der Galiläer.

Peter Schäfer: Jesus im Talmud.
Aus dem Englischen von Barbara Schäfer.
Mohr Siebeck, Tübingen 2007.
ISBN 978-3-16-149462-8.

© Titelbild: Bob AuBucho, CC
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