Freitag, 18. April 2008 19:01
Einer der Gründe für die Sexualisierung der Jugendlichen ist der schulische Aufklärungsunterricht. Die Halbwüchsigen werden mit Fingerfertigkeiten abgespeist. Ein Blick auf die Wirklichkeit.


Symbolfoto
(kreuz.net, Salzburg) „Nach dem Sexkoffer und dem Gratiskondom mit kabarettistisch verwertbarer Gebrauchsanweisung
steht man erneut vor dem unerklärlichen Befund, daß immer mehr unter 19jährige schwanger werden und
abtreiben.“
Das erklärte der Präsident der ‘Gesellschaft für Familienorientierung’ und Geschäftsführer
der Landesnervenklinik in Salzburg, Dr. Markus Schwarz, in einem Gastkommentar für die österreichische
Tageszeitung ‘Die Presse’.
Heute bleibe keine Schule von Love-Talks und Gratiskondomen verschont. Trotzdem
würde bei Teenager-Schwangerschaften „reflexartig“ nach noch mehr Verhütungspropaganda gerufen.
Doch
in Großbritannien gelte das sinnlose Verteilen von Verhütungsmitteln schon länger als überholte Methode
der Aufklärung.
Schwarz erwähnt zwei Studien aus den letzten Jahren. Sie belegen eindrücklich das
Versagen von zentral organisierten Kampagnen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, Teenager-Schwangerschaften
mit der Verbreitung von Verhütungsmitteln und Aufklärungsprogrammen zu bekämpfen.
Der Grund für diese
Schwangerschaften seien nicht mangelnde Kondome oder fehlende Informationen, sondern die sehr früh praktizierte
Unzucht, Armut, schulischer Mißerfolg sowie Alkohol- und Drogenmißbrauch.
Mehr Aufklärung bewirkt
mehr Unzucht und mehr AbtreibungenDas Durchschnittsalter für den ersten vorehelichen Geschlechtsakt
liege heute in Österreich bei unter 15 Jahren.
Nach Schwarz ist die Ursache dafür die sogenannte Sexualaufklärung:
„Wenn man ständig mit dem Thema konfrontiert wird, ist es nur zu verständlich, daß man endlich auch
einmal wissen will, wie es geht.“
Mit Studien aus den USA belegt Schwarz außerdem, daß über zwei Drittel
der Jugendlichen, ihre frühen Sexualkontakte – auch ohne Schwangerschaft und Abtreibung – bereuen.
Für
Schwarz ist es höchste Zeit, daß der Sexualkundeunterricht mehr bietet als nur eine mechanische Aufklärung
über das Funktionieren der Sexualorgane und das fingerfertige Ausschalten dieser Funktionen.
Es genüge
nicht, das Problem der Sexualität mit dem „Fun-Faktor“ zu belegen.
In Fachkreisen sei angeblich schon
ein erstes Umdenken sichtbar.
Schwarz zitiert die Vorsitzende der ‘Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung
der Frau’, die deutsche Gynäkologin Gisela Gille. Sie forderte am „32. Interdisziplinären Forum der
Bundesärztekammer“ in Berlin eine Neuausrichtung der Sexualaufklärung:
„Die übliche sex- und verhütungszentrierte
Aufklärung greift viel zu kurz und unterschlägt die wichtige entwicklungspsychologische Basis für weibliches
Körpergefühl“ – so Frau Gille.
Der eheliche Akt impliziert den KinderwunschSchwarz bringt das Problem
noch klarer auf den Punkt: „Unsere Jugendlichen wollen wirklich ernstgenommen werden und nicht mit kommerziellen
Barrieren und oberflächlichen Problemlösungen abgespeist werden.“
In anderen Ländern heiße eine sinnvolle
Sexualaufklärung heutzutage vor allem, frühe Sexualkontakte möglichst zeitlich nach hinten zu schieben.
Ferner werde dort die Sexualität in dem ihr eigenen Kontext gezeigt – nämlich im Zusammenhang mit der
Weitergabe menschlichen Lebens:
„Unsere Jugendlichen ernst nehmen heißt, ihnen die Folgen ihres Handelns
klar zu machen – aber nicht nur für die nächsten neun Monate, sondern für ihr ganzes Leben.“
Jugendliche
suchten nicht den „Fun im Sex“, sondern die Liebe. Diese entfalte sich am tiefsten in einer dauerhaften
Beziehung, in einer eigenen Familie.
„Darüber müssen wir mit unseren Kindern sprechen, bevor wir sie
über hormonelle Abläufe und biologische Tatsachen informieren.“