Sonntag, 20. April 2008 12:51
Im dritten Teil der ‘Königsteiner Erklärung’ wird klar, daß die Bischöfe Deutschland nach der Erscheinung der Enzyklika ‘Humanae Vitae’ nicht wußten, wo ihnen der Kopf stand. Sie retteten sich daraus mit „mehr Diskussion“.


Unter Druck.
(kreuz.net) 8. Uns Bischöfe erreicht in diesen Tagen eine Fülle von Schreiben aus Priester- und Laienkreisen.
Man erwartet von uns Hilfe in der Bewältigung der durch die Enzyklika geschaffenen oder offenkundig
gewordenen Situation.
Viele bitten uns dringend, die Schwierigkeiten nicht zu verharmlosen und die Lösung
nicht in unglaubwürdigen Interpretationen des päpstlichen Schreibens zu suchen.
Die einen fürchten,
daß der Inhalt der Enzyklika und damit auch die Autorität des Papstes nicht ernst genug genommen werden.
Andere fürchten, wir könnten – um kirchliche Autorität um jeden Preis zu rechtfertigen – Wege gehen,
die der Gewissensnot derer nicht gerecht werden, die glauben, die Aussagen der Enzyklika über die Methoden
der Geburtenregelung nicht bejahen zu können.
Wir sollten – so heißt es – im Geiste des Konzils das
Glaubensbewußtsein vieler Laien und die sachlichen Hinweise
Königsteiner Erklärung:
Die meisten drängen
auf eine weitere Diskussion, die den vielen offen bleibenden und auch den durch die Enzyklika neu aufgeworfenen
Fragen gerecht wird.
theologischer und profaner Wissenschaften zu den hier anstehenden Fragen in ihrer
Bedeutung für die kirchliche Lehrentwicklung sehr ernst nehmen.
Viele wünschen, daß wir in kollegialer
Verantwortung für die Lehrverkündigung der Kirche dem Papst und den Bischöfen anderer Länder diese
Anliegen darlegen.
Die meisten drängen auf eine weitere Diskussion, die den vielen offen bleibenden
und auch den durch die Enzyklika neu aufgeworfenen Fragen gerecht wird.
9. Die einzelnen Bischöfe haben
bereits erste Orientierungen an Seelsorger und Gemeinden veröffentlicht. Sie fordern ein gründliches
Studium der Enzyklika und aller in ihr behandelten Fragen und mahnen zur Besonnenheit und Geduld.
Sie
erinnern an die Grundsätze, die wir Bischöfe im letzten Jahr über die Bedeutung des ordentlichen Lehramtes
der Kirche veröffentlicht haben.
Sie weisen auch Verdächtigungen der Motive des Heiligen Vaters, Verzerrungen
der Lehre der Enzyklika und Kritiken zurück, die mit der katholischen Auffassung vom Lehramt nicht vereinbar
sind.
Mit dem Papst machen sie darauf aufmerksam, daß das Schreiben nicht die ganze katholische Lehre
über die Ehe und ihre Gestaltung enthält und darum der Ergänzung bedarf.
10. In der Kritik sind wichtige
Lehren der Enzyklika oft übersehen worden oder zu kurz gekommen, zum Beispiel die im Anschluß an das
Zweiten Vatikanische Konzil gemachten Aussagen über die eheliche Liebe und die verantwortliche Elternschaft
sowie die Warnung der Enzyklika vor der drohenden und schon einsetzenden Manipulation des Menschen, vor
den Gefahren der Sexualisierung des öffentlichen Lebens und vor falschen Lösungen des Bevölkerungsproblems.
Nächstes Mal vierter und letzter Teil der Erklärung: Wer glaubt, anders denken zu müssen…
© Titelbild:
Miloš, CC