Mittwoch, 23. April 2008 09:54
Die Ursachen – und offenbar auch die Motive – für die Feuersbrunst im Generalhaus der Steyler Missionare sind geklärt. Der Orden steht vor einer riesigen Schadensumme.


Am 10. April brannte das Kloster lichterloh.
(kreuz.net/Steyler Mediendienst) Am Morgen des 10. April ging das Gebäude Alt-Sankt Gregor – ein Teil
des Klosterdorfes der Steyler Missionar im niederländischen Steyl bei Venlo –
in Flammen auf.
Jetzt
beschäftigen die Motive des offenbar psychisch kranken Täters die Steyler Missionare im Gründungshaus
des Ordens.
Doch nicht nur: Auch die finanziellen Folgen des Brandes lassen die Steyler Missionare nicht
zur Ruhe kommen.
„Der junge Mann, den die Polizei noch am Tag des Brandes am 10. April festgenommen hatte,
scheint geständig“ – erklärt Pater Manfred Krause, Rektor der Steyler Missionare in Steyl:
„Zu seinen
Motiven ist allerdings noch nichts bekannt, nur, daß er wohl seit geraumer Zeit in psychiatrischer Behandlung
ist.“


Der Schaden ist enorm.
Weitere Angaben kann und will Pater Krause zum Täter nicht machen: „Wir haben mit den Eltern des
mutmaßlichen Täters Kontakt aufgenommen. Sie sind untröstlich und bedauern das Geschehene sehr. Ein
Gespräch mit ihnen ist noch in dieser Woche vorgesehen.“
Die Ruine von Alt-Sankt Gregor wird täglich
noch immer von vielen Steyler Bürgern und Schaulustigen betrachtet: „Es ist schon traurig, wie schnell
ein Feuer seine zerstörerische Wirkung entfalten kann,“ meint Pater Krause.
Die Feuerwehr wurde von
einem Ehepaar der Nachbarschaft kurz nach fünf in der Früh alarmiert. Wenig später stand das ganze
Gebäude bereits in Flammen.
„Für uns Steyler, aber auch für das gesamte Klosterdorf ist das Geschehene
ein harter Schlag. Denn auch wenn keine Personenschäden zu beklagen sind – der ideelle Schaden und die
finanziellen Folgen sind enorm. Man schätzt den materiellen Schaden auf ungefähr 3,5 Millionen Euro.“
Jetzt besteht der niederländische Denkmalschutz auf einem kompletten Wiederaufbau nach den ursprünglichen
Bauplänen. Denn das Klosterdorf Steyl steht als einmaliges Ensemble von mehreren Klöstern auf kleinstem
Raum unter Denkmalschutz:
„Wir hoffen, daß die Versicherung für den Schaden aufkommt. Wir Steyler können
es jedenfalls nicht.“ erklärt Pater Krause.
Heute Mittwoch werden sich Denkmalschutz, Versicherung und
Architekten mit uns zusammensetzen, um die zunächst notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die gesamte
abgebrannte Dachfläche soll mit einem Notdach abgedeckt werden, unter dem dann abgebrochen und wieder
aufgebaut werden kann.
Erst dann werden die konkreten Planungen für den Wiederaufbau angegangen.