Donnerstag, 24. April 2008 10:21
Ende April feiert der ‘Katholische Deutsche Frauenbund’ in Deutschland zehn Jahre „Tag der Diakonin“ und fordert die Einführung des sakramentalen Diakonats für Frauen. Kronzeuge dafür: Papst Johannes Paul II.


Seit die Anglikaner Frauen ordinieren, wollen die Männer nicht mehr.
(kreuz.net, Köln) Am 29. April jährt sich nach Angaben des deutschen ‘Katholischen Deutschen Frauenbundes’
der „Tag der Diakonin“ zum zehnten Mal.
Der Frauenbund hat auf Karteiebene rund 220.000 Mitglieder.
Der „Tag der Diakonin“ wurde von dem Verein im Jahr 1998 ins Leben gerufen, um angebliche „diakonale Dienste
von Frauen“ anzuerkennen.
Der 29. April wurde gewählt, weil es sich um den Todes- und Gedenktag der
Heiligen Katharina von Siena – die mit einem Diakonat der Frau nichts am Hut hatte – handelt.
Sich aktiv
für eine angebliche „Geschlechtergerechtigkeit“ in Politik, Kirche und Gesellschaft einsetzen sei das
Anliegen des Frauenbundes – sagte die Präsidentin des Frauenbundes, Ingrid Fischbach, anläßlich des
Festtages:
„Den Gedenktag feiern wir nun zum zehnten Mal in der Zuversicht, daß sich auch die Bischöfe
und der Papst dazu bewegen lassen, neue und notwendige Wege zu gehen“- so die Präsidentin:
„Gut achtzig
Prozent aller diakonischen Aufgaben in der Kirche werden bereits von Frauen geleistet. Es ist höchste
Zeit, daß die römisch-katholische Kirche den sakramentalen Diakonat für Frauen anerkennt und damit
auch diejenigen Frauen eine Weihe erhalten, die sich speziell auf das Diakoninnenamt vorbereitet haben.“
In zwei Diakonatskreisen, von 1999 bis 2002 und von 2003 bis 2006, haben bislang 23 Frauen – im vorauseilenden
Gehorsam – eine Schulung erhalten, die der Ausbildungsordnung für männliche Diakone entspricht.
Sie
engagieren sich in bis zu sechzig pastoralen Diensten wie zum Beispiel in Wortgottesdienstfeiern, bei
der geistlichen Begleitung von Ausgegrenzten oder bei der „Trauerarbeit“.
Organisiert wird die Ausbildung
durch eine Vereinigung die sich „Netzwerk Diakonat der Frau“ nennt und vom Frauenbund mitgetragen wird.
„Daß Frauen seit zehn Jahren im Rahmen des Netzwerks ausgebildet und geistlich begleitet werden, sollte
allen Verantwortlichen in der Kirche großen Respekt abfordern“ – erklärte Claudia Nietsch-Ochs, die
sich als „Geistliche Beirätin“ des Frauenbundes auf Bundesebene bezeichnet.
Dies sei sehr mutig, gerade
weil die Forderung nach der Zulassung von Frauen zur Diakoninnenweihe „seit dem Zweiten Vatikanischen
Konzil“ vom Vatikan noch „ungehört“ angeblich im Raum stehe:
„Es verwundert nicht, daß vor mehr als
zehn Jahren auf einem theologischen Fachkongreß in Stuttgart die Vorstellung eines Netzwerkes für Frauen
ein großes Echo gefunden hat“ – so Frau Nietsch.
Der altliberale Tübinger Dogmatiker, Hw. Peter Hünermann,
selber Mitbegründer des „Netzwerkes Diakonat der Frau“, habe immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen,
die pastoralen Dienste neu zu ordnen und zu „professionalisieren“.
Die Zulassung von Frauen zum Diakonat
würde „einen großen Impuls“ auslösen, glaubt Hw. Hünermann.
Im Vorwort einer Dokumentation zu einem
theologischen Fachkongreß im Jahr 1997 in Stuttgart erläuterte Hw. Hünermann, daß sich die Teilnehmer
„einig“ gewesen seien, daß die Argumente der Kritiker gegen die Zulassung von Frauen zum Diakoninnenamt
angeblich auf kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen basierten, die nicht mehr gegeben seien
und von der katholischen Kirche ausdrücklich zurückgewiesen worden seien.
Papst Johannes Paul II. habe
die Leugnung der realen Gleichberechtigung der Frau sogar als eine strukturelle Sünde bezeichnet.
„Im
Rückblick auf die biblische und kirchliche Geschichte ist das meiste gesagt und bedacht. Bis ins 12.
Jahrhundert hat es Diakoninnen in der Kirche gegeben – diese Tradition ist unbestritten“ – behauptet Frau
Nietsch.
Notwendig sei jedoch der Blick nach vorn: Die „sozialen Gesellschaftsstrukturen“ müßten dringend
neu geordnet und bewertet werden.
In der katholischen Kirche seien Frauen heute in vielfältiger Weise
diakonisch tätig: „Die sakramentale Einbeziehung der Frauen in alle kirchlichen und diakonischen Strukturen,
auch als geweihte Diakoninnen, wäre ein starkes, sinnvolles und notwendiges Zeichen für die Zukunft“ –
glaubt Frau Nietsch.
© Titelbild: Rich Bee, CC