Zuerst wurde ein vom Apostolischen Nuntius in Deutschland zelebriertes Pontifikalamt im Alten Ritus angekündigt. Es hätte in Augsburg stattfinden sollen. Doch dann wurde es plötzlich abgesagt – obwohl der Nuntius durchaus anwesend gewesen wäre.
Alte Messe in Augsburg auf dem Kongreß der ‘Kirche in Not’
(kreuz.net, Augsburg) Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, hätte
im Rahmen des ‘Kongresses Weltkirche’ am Samstag, dem 12. April ein Pontifikalamt im Alten Ritus zelebrieren
sollen.
Der Kongreß wurde von dem internationalen katholischen Hilfswerk ‘Kirche in Not’ organisiert.
Die Altgläubigen waren zum angesagten Termin bereits in die Augsburger Basilika St. Ulrich und Afra
geströmt.
Doch kurz vor 9.00 Uhr trat ein Ministrant an das Lesepult und verkündete den verdutzten
Gottesdienstteilnehmern, daß Erzbischof Périsset angeblich verhindert sei und das Pontifikalamt nicht
halten könne.
Stattdessen würden Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Petrus ein levitiertes Hochamt
zelebrieren.
Diese Nachricht kam überraschend, weil Nuntius Périsset sowohl am Freitag abend als auch
am Samstag vormittag nach der abgesagten Messe im Kongreßzentrum anwesend war.
Die wahren Gründe für
die Absage wurden bis heute nicht bekannt.
Verschwörung der Bischöfe? Inzwischen spekulieren Beobachter
über eine mögliche bischöfliche Verhinderungspolitik, die zur Absage des Pontifikalamts geführt haben
könnte.
Altgläubige befürchten, daß Bischof Walter Mixa von Augsburg oder die deutsche Bischofskonferenz
Druck auf den Nuntius ausgeübt haben.
Es gibt sogar Stimmen, die erklären, daß es in Deutschland ein
stillschweigendes Abkommen gibt, wonach kein amtierender Bischof des Landes im Alten Ritus zelebrieren
darf.
Auch das Internetportal ‘summorum-pontificum.de’ stellt am vergangenen Donnerstag die Frage, warum
in Deutschland nur emeritierte Weihbischöfe im Alten Ritus zelebrierten.
Das Portal nennt als Beispiel
eine altgläubige Firmung, die morgen, Samstag, von dem emeritierten Weihbischof Friedrich Ostermann (75)
in Münster gespendet wird.
‘Summorum-pontificum.de’ bedauert auch, daß solche Termine nie – weder über
Pressemitteilungen und noch über die Webseiten der Bistümer – bekanntgemacht werden.
In Augsburg darf
nicht einmal die wöchentliche Alte Messe des emeritierten Weihbischof Maximilian Ziegelbauer (84) im
Dom öffentlich angekündigt werden.
Die Messe wurde dem Weihbischof nur unter der Auflage genehmigt,
daß sie nicht im Gottesdienstanzeiger der Domkirche stünde.
Altgläubige sind somit gezwungen, sich
über private Initiativen im Internet zu informieren.
Photos von der Alten und der byzantinischen Liturgie
am Kongreß in Augsburg