Dienstag, 29. April 2008 19:29
„Der Mantelteil unserer Kirchenzeitung ist für geradlinige Gläubige unserer Bistümer immer wieder zu einem Ärgernis geworden.“ Von Lutz Deister.


Homo-Ideologen bezeichnen das Christentum als „Haß“-Religion.
(kreuz.net) 170.000 katholische Haushalte beliefert die Zentralredaktion von neun nordwestdeutschen Bistumszeitungen
wöchentlich mit einem selbstgestrickten Katholizismus linksideologischer Prägung.
In der Ausgabe vom
9. März der ‘Verlagsgruppe Bistumspresse’ belehrt eine Volontärin zum Beispiel die spanische Bischofskonferenz,
daß sie mit ihren Angriffen auf die familien- und kinderfeindliche Politik der sozialistischen Regierung
das Ansehen der Kirche aufs Spiel setze und Erinnerungen an den „Nationalkatholizismus zu Diktator Francos
Zeiten“ hervorrufe.
In der gleichen Ausgabe hält es der Redaktionsleiter für „schlimm“, daß der Papst
neben der Karfreitagsbitte von 1970 für den außerordentlichen Ritus eine revidierte Fassung für die
Erleuchtung der Juden zum Glauben an Jesu Christi als dem Retter aller Menschen zugefügt hat.
Unter
dem überregionalen Mantel der Zentralredaktion gestalten Bistumsredaktionen zusätzlich eigene Bistumsteile
für die Diözesen Hamburg, Osnabrück, Hildesheim, Magdeburg, Görlitz, Dresden-Meißen, Erfurt, Mainz,
Limburg, Fulda und Aachen.


„Gebt den irdischen Begierden nicht nach, die gegen die Seele kämpfen“
Die Redaktion der ‘Kirchenzeitung des Bistums Limburg’ hatte unter der Ägide
des inzwischen emeritierten Bischofs Franz Kamphaus (76) ihren Schwerpunkt bei sozial-liberalen Themen
und progressiven Seelsorgeprojekten.
Nach dem von Mons. Kamphaus jahrelang hinausgezögerten Ausstieg
aus dem staatlichen Beratungssystem zur Abtreibung machte die Kirchenzeitung ein halbes Jahr Propaganda
für die von den Bischöfen abgelehnte Schwangerenberatung ‘Donum vitae’.
Dieses redaktionelle Treiben
wurde schließlich von Weihbischof Gerhard Pieschl (74) beendet.
Der persönliche Referent des Bischofs
schrieb damals:
„Die Kirchenzeitung ‘Der Sonntag’ wird zwar vom Bistum getragen, aber die Redaktion arbeitet
eigenverantwortlich. Deshalb lehnt der Bischof jede Verantwortung für die Artikel der Redaktion ab.“
Der Limburger Chefredakteur beteiligte sich aktiv an einer Kampagne gegen den Weihbischof und machte
ihn als „Wadenbeißer“ lächerlich, als Mons. Pieschl die rom- und kirchenfeindliche Rede des Diözesanversammlungspräsidenten
Dr. Hans-Peter Röther beim Limburger Bistumsjubiläum kritisierte.
Weihbischof Pieschl mußte als Bischofsvikar
abtreten, Dr. Röther blieb im Amt.
Der Diözesanversammlungspräsident hat jahrelang die kirchliche
Hierarchie als obrigkeitliches Herrschaftssystem mit totalitärem Charakter denunziert.
In der Spalte
„Mein Kirchentraum“ konnten sich Geistesverwandte von Dr. Röther in der Kirchenzeitung austoben.
Eine
Mitarbeiterin des bischöflichen Jugendamtes stellte sich dort eine geschwisterlich-demokratische Kirche
vor, in welcher der Papst sich selber und sein Amt abschaffen sollte.
Gelegentlich werden in der Limburger
Bistumspresse die Vorträge und Projekte der kirchenfeindlichen Gruppe ‘Wir sind Kirche’ vorgestellt.
Diese Publikationspolitik entspricht offenbar einem theologischen Relativismus, wie er in einem Kommentar
des Limburger Redaktionsleiters Johannes Becher zur Erklärung der Glaubenskongregation ‘Dominus Jesus’
zum Ausdruck kommt: „Sind wir nicht alle auf der Suche nach Wahrheit?“
An der antirömischen Stech- und
Stichelpolitik beteiligte sich auch die Zentralredaktion der Bistumszeitungen.
Nach den päpstlichen
Eucharistieschreiben erwartete die Kirchenzeitung eine „Wandlung“ der katholischen Lehre, damit die „dogmatischen
Hürden“ wie Opfercharakter, Amtsverständnis und Realpräsenz auf dem Weg zum gemeinsamen Abendmahl überwunden
würden.
Chefredakteur Bernhard Remmers erklärte einem protestierenden Leser das Publikationskonzept
der Zentralredaktion so:
Die Kirchenzeitung „spiegelt das Leben der Kirche wider, wie es ist“. Sie sei
ein „runder Tisch der Meinung der Katholiken im Bistum. Mit dem Bischof als Herausgeber.“
Im Laufe der
Zeit saßen namhafte Politiker aus dem Linksspektrum am runden Tisch der Kirchenzeitungsredaktion.
Für
den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (63) wurde monatelang Sympathiewerbung betrieben.
Der Regierungschef, der religiöse Bedürfnisse und Kirchen durch Sozialpolitik überflüssig machen
wollte, schaffte es sogar ins Titelbild der Kirchenzeitung mit der Schlagzeile: „Kanzler findet ‘Reli’
klasse.“
Auch die Wahlwerbung für die Partei der ‘Grünen’ lag der Redaktion am Herzen.
Mit besonders
freundlicher Interviewtechnik – „Ist der Einfluß der Kirchen in unserer Gesellschaft zu groß?“ – durfte
die ideologisierte ‘Grünen’-Chefin Claudia Roth ihr kirchenfeindliches Programm vor Hunderttausenden
katholischen Lesern ausbreiten.
Unter der redaktionellen Überschrift „Sternstunde mit den Bischöfen“
forderte die aggressive Kulturkämpferin von der katholischen Kirche Zustimmung für das Homo-Konkubinat
und für Kinderabtreibungsrechte.
Einige Monate später publizierte die Kirchenzeitung tatsächlich einen
Propagandatext zur Rechtfertigung des Homo-Lebensstils: „Warum sollte Homosexualität ein Greuel sein?“
Im Gegenteil – meinte die Kirchenzeitung: Gott würde sich sogar der Hände von Homosexuellen bedienen,
um die Menschen zu „tragen, zu schützen und zu ermutigen“.
Zur Veranschaulichung setzte das Blatt zwei
Homo-Hände als Imitat von Albrecht Dürers „betenden Händen“ ins Bild.
So versuchte die Kirchenzeitung
die eindeutigen Aussagen aus dem Römerbrief 1,24ff über die „schandbare Gier“ Homo-Unzüchtiger als
„als biblische Stolpersteine“ aus dem Weg zu räumen.
Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda ließ
durch seinen Pressesprecher gegen den Inhalt des Artikels protestieren.
Der Bischof als Herausgeber der
Kirchenzeitung stellte in einem Leserbrief (!) an die Zentralredaktion klar, „daß die homosexuelle Lebensform
nach der katholischen Glaubens- und Sittenlehre gegen die Schöpfungsordnung verstößt“.
Nach Protesten
gegen die Linie der Kirchenzeitung bei allen Herausgeber-Bischöfen meinte Bischof Joachim Reinelt von
Dresden-Meißen schließlich:
„Der Mantelteil der Zentralredaktion unserer Kirchenzeitung ist für geradlinige
Gläubige unserer Bistümer immer wieder zu einem Ärgernis geworden. Nicht nur einmal ist von uns Bischöfen
die Problematik sehr eindeutig, manchmal auch scharf, zur Sprache gebracht worden.“
„Wir haben klare
Änderung gefordert. Sollten sich diese nicht einstellen, werde ich die Konsequenzen ziehen.“
Inzwischen
sind einige Redakteure – wie etwa der Scharfmacher Burkhard Jürgens – ausgewechselt. Die Publikationsstrategie
der Zentralredaktion gegenüber dem Papst und Rom ist geschmeidiger geworden.
Aber die altliberale Linie
des Blattes ist offenbar geblieben, wie die Kommentare zum Eingang dieses Beitrags zeigen.
© Titelbild:
John Gale, CC
© eingebautes Bild: David Jones, CC