Montag, 28. April 2008 13:52
Strategische Allianz
Der romantische Ökumenismus des ‘Weltkirchenrates’ ist am Ende. Ein russisch-orthodoxer Bischof will dagegen eine gemeinsame Front mit der katholischen Kirche.
Russisch-orthoxe Bischofsweihe.
Russisch-orthoxe Bischofsweihe.
(kreuz.net) Die Russisch-Orthodoxen könnten mit der katholischen Kirche eine strategische Allianz zur Verteidigung christlicher Werte bilden.

Das erklärte der russisch-orthodoxe Bischof von Wien und Österreich, Hilarion Alfejew (41), Mitte April vor der bulgarischen Zeitschrift ‘Christentum und Kultur’:

„Wir müssen begreifen, daß orthodoxe und katholische Gläubige nicht länger Rivalen sind. Wir sind Verbündete.“

Die Rivalitäten zwischen Orthodoxen und Katholiken müßten ein für allemal verschwinden – „vorausgesetzt, daß der Proselytismus aufhört“ – fügte Alfejew hinzu.

Der Begriff „Proselytismus“ wird von den Orthodoxen in Rußland häufig verwendet, um verschiedene Aktivitäten der katholischen Kirche im Land anzuschwärzen.

Der orthodoxe Bischof erklärte auch, daß der „romantische Ökumenismus“ des ökumenischen ‘Weltkirchenrates’ und der ‘Konferenz europäischer Kirchen’ kein gangbarer Weg sei.

Der Bischof hält es für viel besser, bilaterale strategische Allianzen oder Partnerschaften, zum Beispiel zwischen den Orthodoxen und der katholischen Kirche, zu schließen:

„Ich meine damit keine Union, keine administrativen Zusammenschlüsse oder Kompromisse bei theologischen Lehren. Ich meine eine strategische Partnerschaft“ – so der Bischof.

Diese „Front“ sei notwendig um den Herausforderungen der Verweltlichung zu widerstehen und das traditionelle Christentum sowie den Dialog mit den Weltreligionen zu verteidigen.

Bischof Alfejew glaubt, daß viele Protestanten – im Gegensatz zu den Orthodoxen und Katholiken – eine verwässerte Variante des Christentums vertreten – „ohne apostolische Sukzession, ohne Sakramente, ohne eindeutige dogmatische Lehren. Was für sie auch wichtig ist: Sie verlangen nicht, daß sich ihre Anhänger an die Normen der christlichen Moral halten.“

Diese Gemeinschaften würden Sünden, die über Jahrhunderte als solche gewertet wurden, nicht beachten und diese sogar fördern – so der Bischof.

Wenn eine christliche Gemeinschaft mit einem theologischen oder moralischen Revisionismus des Christentums beginne, um es angeblich moderner oder politisch korrekt zu machen, sei das „ein direkter Weg in den geistlichen Tod“ – so Bischof Hilarion.

Anfang April hatte Bischof Alfejew bei einem internationalen vatikanischen Kongreß dem Evangelium widersprochen und behauptet, daß die Höllenstrafen zeitlich begrenzt seien.
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