Mittwoch, 30. April 2008 07:31
„Der Zölibat wird noch lange bleiben“
Vor wenigen Monaten trat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz eine Zölibatsdiskussion los. Jetzt ist er noch immer um Schadensbegrenzung bemüht. Und was sagt er zur Alten Messe?
Der Erzbischof von Freiburg, Mons. Robert Zollitsch.
Der Erzbischof von Freiburg, Mons. Robert Zollitsch.
(kreuz.net, Freiburg) „Ich gehe davon aus, daß der Zölibat noch lange bleiben wird.“ Das erklärte der Erzbischof von Freiburg und Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Mons. Robert Zollitsch, vor der ‘Stuttgarter Zeitung’.

Die Einführung der Priesterehe würde einen gewaltigen Wandel in der Kirche bedeuten. Bischöfe aus Asien und Afrika hätten für die Diskussion um die Priesterehe in Deutschland kein Verständnis.

Der Zölibat sei zwar eine Hürde auf dem Weg zum Priestertum. Gleichzeitig stelle er einen jungen Mann aber auch vor die Frage, ob er sein Leben ganz auf Gott setze.

Frauenordination und Alte Messe
Angesprochen auf die Frauenordination versteckt sich der Erzbischof hinter Zitaten von Johannes Paul II.

Der verstorbene Papst erklärte im Apostolischen Schreiben ‘Ordinatio Sacerdotalis’ die Diskussion über die Frage der Möglichkeit einer Frauenweihe als beendet. Unter anderem argumentierte er damit, daß der Heiland nur Männer in sein Apostelkollegium berufen habe.

Erzbischof Zollitsch erklärt dazu, daß Johannes Paul II. in der Männern vorbehaltenen Priesterweihe eine Verpflichtung gesehen habe, über die sich die Kirche nicht hinwegsetzen könne.

Der Erzbischof fordert auch, theologische Fragen nicht einfach in gesellschaftliche umzudeuten: „Es gibt einen naturgegebenen Unterschied zwischen Mann und Frau und auch die kirchliche Tradition.“

Gleichzeitig unterstreicht Mons. Zollitsch, daß die Kirche stark vom Engagement der Frauen lebt.

Zur Alten Messe meint er, daß Papst Benedikt XVI. mit dem Motu Proprio angeblich „kleinen Gruppen“ habe entgegenkommen wollen.

Lebensrechte ungeborener Menschen
In Fragen des Lebensschutzes fordert Erzbischof Zollitsch allgemein einen menschenwürdigen Umgang mit Kranken, Behinderten und Sterbenden.

Die Verschiebung des Stichtags zum Import von Kleinstkinder-Zellen betrachtet Mons. Zollitsch als „Dammbruch“. Er ist über die neue Regelung „bedrückt“: „Menschen werden so zu Objekten. Sie werden am Anfang des Lebens getötet, um anderen zu helfen.“

Die straffreie Tötung ungeborener Kinder in den ersten drei Lebensmonaten findet der Erzbischof „problematisch“. Die Abtreibung von behinderten Kindern bis zur Geburt betrachtet der Erzbischof als „besonders schwere Form“ der Kinderabtreibung.
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