Montag, 21. Februar 2005 17:56
Die Kritik von Paul Spiegel, dem Vorsitzenden des „Zentralrates der Juden in Deutschland“, ist unberechtigt. Spiegel hatte Papst Johannes Paul II. wegen dessen Äußerungen in seinem neuesten Buch ‘Erinnerung und Identität’ massiv angegriffen. Erklärung des Abgeordneten Martin Hohmann, katholisches Mitglied des Deutschen Bundestages.

(kreuz.net, Berlin) In seinem jüngsten Buch würdige der Papst die Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg
als beispielloses Menschheitsverbrechen der Vergangenheit, stellt der katholische Bundestagsabgeordnete
Martin Hohmann fest: „Das mindert nicht seine tiefe Sorge angesichts der gegenwärtigen Abtreibungspraxis
in Europa.“
Dr. Martin Hohmann ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Fulda in Mitteldeutschland.
„Wenn die Heiligkeit und Unantastbarkeit des menschlichen Lebens mißachtet wird, dann liefern sich die
Nationen einer Kultur des Todes aus. Der Warnruf des Papstes kann auf den Nenner gebracht werden: Hier
zerstört Europa seine Zukunft.“
Es gehe nicht darum, die einzelne betroffene Frau zu verurteilen, erklärte
der Bundestagsabgeordnete: „Aber selbst der Papst kann von dem göttlichen Gebot ‘Du sollst nicht töten’
keine Dispens erteilen. Meine höchste Bewunderung gilt Papst Johannes Paul II. Ich sehe in ihm den überragenden
‘Propheten des Lebens’ in unserer Zeit.“
Gegenwärtig werde der Welt ein paradoxes Bild vorgeführt:
„Dieser hinfällige, alte Mann ist der machtvollste Vertreter des Lebensrechts.“ Der Heilige Vater verteidige
das biblische Tötungsverbot mit kühlem Verstand, heißem Herzen und tiefer Gottesfurcht.
Es sei ehrenwert –
so Hohmann – daß sich Paul Spiegels bemühe, das Andenken der ermordeten Juden hochzuhalten. Dennoch
treffe seine „gegenwärtige Kritiksträhne“ – Kardinal Meisner, Papst Johannes Paul II. – auf wachsendes
Unverständnis.
„Ist als nächstes die Schlagzeile zu befürchten: ‘Paul Spiegel kritisiert Gott’?“,
fragt sich der Bundestagsabgeordnete abschließend.