Dienstag, 6. Mai 2008 13:22
„Die Frage nach der Lateinischen Messe ist unter gewissen Umständen eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine sehr wichtige Frage.“ Erzbischof Marcel Lefebvre im verbotenen Interview.


Die Rituale in der Alten Messe drücken den katholischen Glauben aus.
(kreuz.net) Im Jahr 1978 machte ein US-Journalist ein Interview mit dem Gründer der Priesterbruderschaft
Sankt Pius X., Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991). Das Gespräch durfte wegen einer Intervention hoher
kirchlicher Kreise nicht veröffentlicht werden. Hier der dritte Teil des Interviews.
Warum messen Sie
den Ritualen der Tridentinischen Messe eine solche Bedeutung zu?Wir bestehen natürlich nicht auf Ritualen
um der Rituale willen, sondern als Symbole unseres Glaubens. Wir glauben, daß sie in diesem Kontext wichtig
sind. Doch es ist die Substanz und nicht die Rituale der tridentinischen Messe, die weggenommen wurde.
Könnten Sie das genauer erklären?Die neuen Opferungsgebete bringen nicht das katholische Verständnis
des Opfers zum Ausdruck. Sie drücken nur die Vorstellung einer bloßen Teilhabe an Brot und Wein aus.
In der tridentinischen Messe wird beispielsweise folgendes Gebet an Gott gerichtet: „Nimm an o Heiliger
Vater, himmlischer, ewiger Gott, dieses makellose Opfer, das Dir Dein unwürdiger Diener darbringt, mein
lebendiger und wahrer Gott, zur Sühne für meine zahllosen Sünden, Vergehen und Nachlässigkeiten.“
In der Neuen Messe heißt es: „Wir bringen dieses Brot als Brot des Lebens dar.“ Es gibt keine Erwähnung
des Opfers oder der Opfergabe.
Dieser Text ist vage, unpräzise und zweideutig. Er war dafür gedacht,
daß ihn auch Protestanten annehmen. Er ist für den wahren katholischen Glauben inakzeptabel. Die Substanz
wurde zum Zweck des Entgegenkommens und des Kompromisses geändert.
Warum messen Sie der Lateinischen
Messe einen solchen Stellenwert bei im Gegensatz zur Messe in der Muttersprache, wie sie vom Zweiten Vatikanischen
Konzil genehmigt wurde?Zuerst einmal: Die Frage nach der Lateinischen Messe ist unter gewissen Umständen
eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine sehr wichtige Frage. Sie ist wichtig,
weil die Lateinische Messe ein Weg ist, um das Wort unseres Glaubens sowie der katholischen Dogmen und
Lehren festzumachen.
Es ist ein Weg, unseren Glauben unverändert zu lassen, weil man bei einer Übersetzung
der lateinischen Worte die Wahrheit unseres Glaubens nicht exakt ausdrücken kann – wie das im Lateinischen
der Fall ist.
Übersetzungen sind tatsächlich sehr gefährlich, weil man nach und nach den Glauben selber
verlieren kann. Die neuen Übersetzungen drücken nicht die genauen Wandlungsworte aus. Diese Worte wurden
in der Muttersprache geändert.
Könnten Sie mir ein Beispiel geben?Ja. Zum Beispiel heißt es in der
Übersetzung, daß das
„kostbare Blut für alle“ vergossen wird. Dagegen sagt der lateinische Text – sogar
im letzten, überarbeiteten Text: „das kostbare Blut für viele“ und nicht für alle.
„Alle“ ist etwas
anderes als „viele“. Das ist nur ein kleines Beispiel, das die Ungenauigkeiten der gegenwärtigen Übersetzungen
illustriert.
Nächstes Mal: Die Neue Messe ist eine zweideutige, fragwürdige Messe
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