Dienstag, 6. Mai 2008 16:08
Für deutsche Atheisten sind die gängigen Light-Versionen der Kirchen ihres Landes nur noch folkloristische Religionsattrappen, die ihre Regeln selber nicht mehr ernstnehmen. Von Christian L. Schutzer.


Der gottlose Michael Schmidt-Salomon
(kreuz.net) Nach dem Niedergang der marxistischen Paradiesträume haben notorische Religionshasser einen
neuen Knüppel gegen die Kirche gesucht und ihn in der sexuellen Besessenheit der Gegenwart gefunden.
In Deutschland hat der Westentaschen-Philosoph Michael Schmidt-Salomon (40) diesen Gedanken für den
atheistischen Stammtisch ausformuliert und die Religion als eine Art lustfeindliche Moralpolizei gedeutet.
Dieses von ihm gelegte Ei hat inzwischen die Lufthoheit über die antiklerikalen Palaverrunden der ‘Humanistischen
Union’ erobert.
Das Denken dieser angeblichen Humanisten kreist bekanntlich wie die Aasgeier um den Inhalt
der Unterhose.
Im Jahr 2005 veröffentlichte Schmidt-Salomon sein „Manifest des evolutionären Humanismus“.
Dort ist die Magna Charta des religionskritischen Komödiantenstadls grundgelegt.
Die Spieler in diesem
Possenstückchen sind die „evolutionären Humanisten“. Sie halten sich für Animalisten und sind auf ihre
„Gemeinsamkeit mit der gemeinen Spitzmaus“ stolz. Spitz wie die Mäuse wollen sie „eigene Lust steigern
und eigenes Leid mindern“.
Zentrum ihrer lustbenebelten Unterhosen-Meditationen ist natürlich die Sexualität,
von der sie alles – außer Kinder – erwarten.


Buddhistische Vorstellung eines Höllentraktes für Frauen
Auf diese Weise präsentieren sich die Evolutionisten wie
epikureische Ferkel, geile Gorillas oder bisexuelle Bonobos. Über deren Penislänge und Hodengröße
klärt Schmidt-Salomon auf Seite 100 seines Manifestes detailkundig auf.
Schmidt-Salomon und seine Giordano-Bruno-Spießer
spüren die Sendung, die Menschheit aus dem „ideologisch und ökonomisch verriegelten Ehekäfig“ zu befreien
und sie in den angeblichen Lustgarten eines neuen „Intimnetzwerks“ zu entlassen.
Diese aufklärungsbeschwipsten
Lustprediger träumen davon, die Schwerkraft der irdischen Verhältnisse „epikureisch zum Tanzen“ zu bringen.
Dazu wollen sie auf der Spielwiese des Seins Heinrich Heines „Zuckererbsen für jedermann“ verteilen.
Es gibt nur einen StörenfriedDiese lustvolle Leichtigkeit des Lebens kennt nur einen Störenfried:
die Religionen. Denn sie hindern die atheistischen Unterhosen-Schwärmereien und wollen die Botschaft
nicht glauben, daß die Sexual-Bedürfnisse der einzige Maßstab menschlichen Miteinanders sind.
Darum
will Schmidt-Salomon mit seinem Manifest alle religiösen Regeln, alle göttlichen Gebote und alles moralische
Müssen niederschlagen.
An deren Stelle richtet er die zehn von ihm erfundenen Angebote der Beliebigkeit
auf:
„Verhalte dich fair gegenüber allen Menschen“ – heißt zum Beispiel sein zweites Angebot – und
respektiere die Rechte der andern, freilich nur, wenn es Deine Lust steigert.
Im humanistischen Relativismus
gibt es weder das Gute noch das Böse und entsprechend auch kein Recht oder Unrecht.
Die Luststreber
glauben, daß sie die Ablehnung von solchen Einteilungen auf hirnphysiologisch basierte Thesen stützen
können, nach denen kein freier Wille und keine moralisch-rechtliche Verantwortung des Menschen existieren.
Nur die in der Evolution sozio-biologisch herausgebildeten Interessen, Bedürfnisse und Lernerfahrungen
könnten die Grundlage für eine evolutionshumanistische Ethik bilden.
Jede Schweinerei ist legitimDaraus
folgt, daß auch homosexuelle und kinderschänderische Triebe Ausdruck legitimer Interessen sind. Denn
wenn die Evolution solche Identitäten herausgebildet hat, müssen sie auch sinnvoll sein und Erfüllung
finden.
Von dieser Ideologie getrieben, kämpfen die Evolutionsethiker mit aller Schärfe gegen die moralischen
Verbotsirrtümer der Religionen.
Allerdings befürchten sie von den gängigen „Light-Versionen“ der deutschen
Kirchen wenig, weil diese nur noch „folkloristische Religionsattrappen sind“, die ihre eigenen Regeln
nicht ernstnehmen.
Fürchten müsse man sich – so Schmidt-Salomon warnend – vor „fundamentalistisch“
orientierten Gläubigen, die immer noch die „authentische Lehre“ verbreiteten.
Diese ganz bösen Religionsfanatiker
versuchten – so Schmidt-Salomon – den guten aufgeklärten Menschen ihren „Heidenspaß“ mit angedrohten
„Höllenqualen“ zu verderben.
Daß er mit solchen Aussagen die gute alte Unterscheidung zwischen gut
und böse wieder eingeführt hat, merkt Schmidt-Salomon in der Hitze des Gefechtes gar nicht.
Atheistische
Angst vor der HölleEr ist auch gar sehr über die Existenz der Hölle echauffiert: In der christlichen
Drohbotschaft von Sündenstrafen und Höllenpein zeige sich die religiöse Unmenschlichkeit, für deren
Beschreibung Schmidt-Salomon keine Vergleiche scheut:
Mit der Hölle habe Christus eine brutale „Endlösung
der Ungläubigenfrage“ vorgesehen – sieht er das ihm drohende Schicksal mit erstaunlicher Klarheit.
Für
den größten Teil der Menschheit führe diese „gespenstische Entgleisung“ in ein jenseitiges Auschwitz.
Dort stünden Engel als Selektionäre an der „himmlischen Rampe“ – malt Schmidt-Salomon auf Seite 51 seines
Manifests den ihn erwartenden transzendenten Holocaust aus.
Schmidt-Salomon läßt unerwähnt, daß auf
der Rampe Gottes nicht die unschuldigen Opfer, sondern die gottlosen, sadistischen Täter selektioniert
werden.
Für jene, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten und keine Lust verspüren, sich an
dem gottlos-dümmlichen Reigen der Atheisten um die Unterhose zu beteiligen, ist das ein tröstlicher
Gedanke.