Mittwoch, 7. Mai 2008 09:33
Die katholischen Bischöfe jammern gerne und heftig, wenn es darum geht, die Pornographie und Sexualisierung der Gesellschaft zu beklagen. Doch beim Pornogeschäft sind sie mit von der Partie.


Sex-Angebot im Weltbild-Verlag
(kreuz.net) Wer Sexfilme erwerben möchte, braucht nicht in Erotik-Shops zu gehen oder im einschlägigen
Handel zu bestellen. Er kann diese Dinge auch beim katholischen Verlag ‘Weltbild’ erwerben.
Einige Kostproben
sind die DVD „Sex von A-Z“ ab 16 Jahre für 9.99 Euro, eine DVD „444 Sex-Positionen“ ab 16 Jahre für
16.99 Euro. Andere Titel sind „Fit & Sexy“, „Intimes Tagebuch“, „99 Liebespositionen“.
Das Angebot ist
aber wesentlich reichhaltiger. Erfreulicherweise sind die Angebote nicht erst „frei ab 18“. Somit findet
die katholische Pfarrjugend genug Anregungen finden, um zum Beispiel schon ab 16 Jahren 444 Stellungen
beim Sex erlernen zu können.
Bei einem anderen Versandhaus wird dieses Produkt so angeboten: „Dieser
Film ist Verführung pur! Er zeigt Ihnen, wie Sie die Lust am sexuellen Ausprobieren anregen und ihre
erotische Kreativität erwecken.“
Der Erlös kommt deutschen Bistümern wie München, Augsburg, Regensburg
und vielen anderen zugute.
Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg ist zwar bekannt für entschiedene
Maßnahmen.
Um zwei unliebsame Laien loszuwerden, wurde gleich der ganze Regensburger Diözesanrat
abgeschafft
sowie bistumsweit alle Dekanatsräte. Aber bezüglich ‘Weltbild’ wurde kein Einsatz seinerseits bekannt.
Dabei weisen Publikationen seit vielen Jahren immer wieder auf skandalöse Angebote des ‘Weltbild’-Verlages
und seines Online-Handels hin.
Nicht nur erotische Bedürfnisse werden bedient – auch in Sachen Esoterik
ist das Angebot reichhaltig.
Damit Jugendliche und Erwachsene ihre durch ‘Weltbild’-Produkte gesteigerten
sexuellen Gelüste folgenlos ausleben können, bietet die
Caritas kostenlos Kondome an.
Das ist konsequent,
wenn man bedenkt, daß auf Betreiben von Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda die Drogerie-Kette
‘Schlecker’, die sich in ein Haus eingemietet hat, das der Diözese gehört,
keine solchen verkaufen darf.
Mädchen im Erzbistum Köln wird unter der Verantwortung von Kardinal Joachim Meisner unter anderem die
Vergabe von sterilem Spritzbesteck und Kondomen angeboten.
Im Bistum Speyer hilft die katholische Caritas
mit, daß Kinder und Jugendliche einen sogenannten Kondomführerschein erwerben können.
Solche Caritas-Angebote
sind auch in Österreich üblich. So bietet die Caritas in Innsbruck Safer-use- und Safer-sex-Beratung.
Dazu gibt es Kondome und Gleit-Gel zur freien Entnahme.
Kein Wunder, daß die Caritas auch auf den deutschen
Katholikentagen fleißig Präservative verteilt hat – sonst wären diese Events wohl für die Jugendlichen
zu langweilig geworden.
Die Bischöfe werden durch die ‘Weltbild’-Erlöse wohl mehr als dreißig Silberlinge
verdienen, sonst wäre es doch zu erwarten, daß der eine oder andere von ihnen etwas gegen das Angebot
einzuwenden hätte.
Ob die Laden-Filialen von Weltbild in den Domstädten auch solche Angebote haben?