Montag, 12. Mai 2008 13:40
„Aber ich vertraue Ihnen etwas an: Der Vatikan wird in Kürze mit einer explosiven Mitteilung an die Öffentlichkeit treten, um ein für allemal jene zu entlarven, die hinter diesem Betrug stecken.“

Dunkle Wolken über Medjugorje?
(kreuz.net) Mons. Andrea Gemma (76), emeritierter Bischof der Diözese Isernia-Venafro nordöstlich von
Rom hegt bezüglich des angeblichen Marienerscheinungsortes Medjugorje in Bosnien-Herzegowina keine Zweifel.
Das erklärte der Prälat in einem jüngsten Interview mit der italienischen Webseite ‘Petrus’.
Mons.
Gemma gehört zu den bekanntesten Exorzisten Italiens. Medjugorje bezeichnet er als „ein absolut diabolisches
Phänomen, um das herum zahlreiche verborgene Interessen entstanden sind.“
Die Heilige Kirche, die einzige,
der das Recht zustehe, sich durch den Mund des Bischofs von Mostar, zu dem die Pfarrei Medjugorje gehört,
zu äußern, habe öffentlich und offiziell festgestellt, daß die Muttergottes nie in Medjugorje erschienen
und „diese ganze Inszenierung“ ein Werk des Teufels sei.
Auf die Frage nach einer Präzisierung der angesprochenen
Interessen erklärt der Bischof: „Ich beziehe mich auf den »Kot des Teufels« – das Geld.“
Es geht
nur um GeldIn Medjugorje geschehe alles um des Geldes willen: Wallfahrten, Übernachtungen, Verkauf von
Devotionalien.
Auf diese Weise hätten die „falschen Seher“ die Gutgläubigkeit der Einfältigen, die
sich nach Medjugorje begeben und dabei glauben, der Muttergottes zu begegnen, ausgenützt und sich systematisch
bereichert, um ein angenehmes Leben zu führen:
„Stellen Sie sich vor, einer von Ihnen organisiert direkt
aus den Vereinigten Staaten jährlich Dutzende von Wallfahrten und verdient direkt daran.“
Die angeblichen
Seher hätten offensichtlich ein materielles Interesse, die Leute glauben zu machen, daß sie die Muttergottes
sehen und mit ihr sprechen.
Sie würden behaupteten, im Kontakt mit der Muttergottes zu sein, seien aber
in Wahrheit einzig und alleine vom Satan inspiriert und würden unter den Gläubigen Unruhe und Durcheinander
stiften.
Ungehorsam der Seher„Denken Sie auch an den Ungehorsam, den sie in der Kirche gefördert haben:
Ihr geistlicher Begleiter, ein Franziskaner, der aus dem Orden ausgeschlossen wurde und als Priester suspendiert
ist, spendet weiterhin ungültig die Sakramente.“
Zahlreiche Priester der ganzen Welt würden trotz des
ausdrücklichen Verbotes des Heiligen Stuhles weiterhin Pilgerfahrten nach Medjugorje organisieren: „Es
ist eine Schande.“
Darum spreche er von einem Gemisch von persönlichen und diabolischen Interessen:
„Die falschen Seher und ihre Helfer kassieren Geld, und der Teufel erzeugt Zwietracht zwischen den Gläubigen
und er Kirche.“
Die hartnäckigsten Gläubigen würden die Kirche nicht mehr hören, die von Anfang an
vor der Lügenhaftigkeit der Erscheinungen in Medjugorje gewarnt habe.
Erscheinungen des Teufels?Wenn
die Seher wirklich der Meinung wären, die Muttergottes zu sehen, dann handle es sich dabei in Wahrheit
um den Satan, der in einer lügenhaften Gestalt auftrete: „Denn Satan hat alles Interesse, die Kirche
zu spalten und Befürworter und Kritiker von Medjugorje gegeneinander zu stellen.“
Im übrigen erkläre
sogar der Heilige Paulus, daß der Satan als Lichtengel erscheinen kann. Das sei auch bei der Heiligen
Gemma Galgani († 1903) der Fall gewesen.
Doch auch ohne dieses Phänomen sei der Teufel in Medjugorje
bereits aufgetreten: „Ich kann Ihnen versichern, daß er die falschen Seher von Anfang an mit den Lockungen
des schnellen Geldes inspiriert hat.“
Es genüge zu sehen, wie sich die angeblichen Seher verhalten:
„Sie sind der Kirche gegenüber ungehorsam. Sie hätten sich ins Privatleben zurückziehen sollen und
propagieren statt dessen weiterhin ihre Lügen, um damit Geld zu verdienen.“
Bischof Gemma erwähnt das
Gegenbeispiel der Seherin von Lourdes: „Die Heilige Bernadette Soubirous, diese süße Kreatur, hat sich
sogleich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und wählte den Schwesternhabit, um dem Herrn zu dienen.“
Dagegen würden die „Betrüger von Medjugorje“ weiterhin bequem in der Welt leben, ohne Liebe zu Gott
oder für die Kirche zu zeigen.
Der Heilige Stuhl hat klar gesprochenAuf den Einwand der Verteidiger
von Medjugorje, daß der Heilige Stuhl sich in der Sache nie geäußert habe, antwortet Mons. Gemma: „Das
ist eine weitere Lüge.“
Der Vatikan habe von Priester organisierte Wallfahrten nach Medjugorje verboten
und habe auch durch die beiden Bischöfe, die seit Beginn der Erscheinungen in Mostar gewirkt haben, geredet:
„Ich habe mit beiden persönlich gesprochen, und sie haben mir immer ihre Zweifel zum Ausdruck gebracht.“
Mons. Gemma weist darauf hin, daß der Heilige Stuhl nicht einmal in Fatima und Lourdes direkt zu den
Erscheinungen Stellung genommen habe: „Warum hätte er dann ausgerechnet in diesem Fall eine Ausnahme
machen müssen.“
Wenn sich der Bischof von Mostar äußere, dann spreche die Kirche Christi: „Ihn, der
mit der Autorität redet, die ihm vom Vatikan verliehen wurde, soll man hören.“
Darum habe der Heilige
Stuhl immer durch den Bischof von Mostar erklärt, daß Medjugorje ein „teuflischer Betrug“ sei:
„Aber
ich vertraue Ihnen etwas an“ – so der Bischof weiter: „Der Vatikan wird in Kürze mit einer explosiven
Mitteilung an die Öffentlichkeit treten, um ein für allemal jene zu entlarven, die hinter diesem Betrug
stecken.“
Und die Bekehrungen in Medjugorje?Mons. Gemma ist auch von den aus Medjugorje berichteten
Wundern und Bekehrungen nicht beeindruckt. Eine Person bekehre sich, weil sie in der Lage sei, die Gabe
des Heiligen Geistes zu empfangen: „Der Ort, wo das geschieht, ist ganz und gar relativ.“
Der Heilige
Paulus habe sich auf der Straße bekehrt: „Was sollen wir also tun? Alle auf die Straße hinauslaufen
und erwarten, dort bekehrt zu werden?“
Bezüglich der Wunder erzählt der Bischof eine persönliche Anekdote:
„Ich verdanke der Fürbitte Unserer Lieben Frau des Rosenkranzes von Pompei eine wunderbare Heilung in
meiner Verwandtschaft. Es gibt aber keine Anhaltspunkte, daß die Muttergottes je in Pompei erschienen
ist.“
Um zu glauben oder körperlich oder seelisch geheilt zu werden, sei nicht notwendig, daß die Muttergottes
sich zeige.
Auf die Frage nach der Meinung des Papstes über Medjugorie betont Mons. Gamma, daß die
Glaubenskongregation unter seiner Leitung negative Stellungnahmen zu Medjugorje abgegeben habe.
Dagegen
sei Papst Johannes Paul II. von der Echtheit der Erscheinungen überzeugt gewesen – wendet der Interviewpartner
ein: „Das ist eine Legende, die nicht bewiesen ist“ – kontert Mons. Gemma.