13:40:57 | Montag, 12. Mai 2008
„Aber ich vertraue Ihnen etwas an: Der Vatikan wird in Kürze mit einer explosiven Mitteilung an die Öffentlichkeit treten, um ein für allemal jene zu entlarven, die hinter diesem Betrug stecken.“

Dunkle Wolken über Medjugorje?
(kreuz.net) Mons. Andrea Gemma (76), emeritierter Bischof der Diözese Isernia-Venafro nordöstlich von
Rom hegt bezüglich des angeblichen Marienerscheinungsortes Medjugorje in Bosnien-Herzegowina keine Zweifel.
Das erklärte der Prälat in einem jüngsten Interview mit der italienischen Webseite ‘Petrus’.
Mons.
Gemma gehört zu den bekanntesten Exorzisten Italiens. Medjugorje bezeichnet er als „ein absolut diabolisches
Phänomen, um das herum zahlreiche verborgene Interessen entstanden sind.“
Die Heilige Kirche, die einzige,
der das Recht zustehe, sich durch den Mund des Bischofs von Mostar, zu dem die Pfarrei Medjugorje gehört,
zu äußern, habe öffentlich und offiziell festgestellt, daß die Muttergottes nie in Medjugorje erschienen
und „diese ganze Inszenierung“ ein Werk des Teufels sei.
Auf die Frage nach einer Präzisierung der angesprochenen
Interessen erklärt der Bischof: „Ich beziehe mich auf den »Kot des Teufels« – das Geld.“
Es geht nur um GeldIn Medjugorje geschehe alles um des Geldes willen:
Wallfahrten, Übernachtungen, Verkauf von Devotionalien.
Auf diese Weise hätten die „falschen Seher“
die Gutgläubigkeit der Einfältigen, die sich nach Medjugorje begeben und dabei glauben, der Muttergottes
zu begegnen, ausgenützt und sich systematisch bereichert, um ein angenehmes Leben zu führen:
„Stellen
Sie sich vor, einer von Ihnen organisiert direkt aus den Vereinigten Staaten jährlich Dutzende von Wallfahrten
und verdient direkt daran.“
Die angeblichen Seher hätten offensichtlich ein materielles Interesse, die
Leute glauben zu machen, daß sie die Muttergottes sehen und mit ihr sprechen.
Sie würden behaupteten,
im Kontakt mit der Muttergottes zu sein, seien aber in Wahrheit einzig und alleine vom Satan inspiriert
und würden unter den Gläubigen Unruhe und Durcheinander stiften.
Ungehorsam der Seher„Denken Sie
auch an den Ungehorsam, den sie in der Kirche gefördert haben: Ihr geistlicher Begleiter, ein Franziskaner,
der aus dem Orden ausgeschlossen wurde und als Priester suspendiert ist, spendet weiterhin ungültig die
Sakramente.“
Zahlreiche Priester der ganzen Welt würden trotz des ausdrücklichen Verbotes des Heiligen
Stuhles weiterhin Pilgerfahrten nach Medjugorje organisieren: „Es ist eine Schande.“
Darum spreche er
von einem Gemisch von persönlichen und diabolischen Interessen: „Die falschen Seher und ihre Helfer kassieren
Geld, und der Teufel erzeugt Zwietracht zwischen den Gläubigen und er Kirche.“
Die hartnäckigsten Gläubigen
würden die Kirche nicht mehr hören, die von Anfang an vor der Lügenhaftigkeit der Erscheinungen in
Medjugorje gewarnt habe.
Erscheinungen des Teufels?Wenn die Seher wirklich der Meinung wären, die
Muttergottes zu sehen, dann handle es sich dabei in Wahrheit um den Satan, der in einer lügenhaften Gestalt
auftrete: „Denn Satan hat alles Interesse, die Kirche zu spalten und Befürworter und Kritiker von Medjugorje
gegeneinander zu stellen.“
Im übrigen erkläre sogar der Heilige Paulus, daß der Satan als Lichtengel
erscheinen kann. Das sei auch bei der Heiligen Gemma Galgani († 1903) der Fall gewesen.
Doch auch ohne
dieses Phänomen sei der Teufel in Medjugorje bereits aufgetreten: „Ich kann Ihnen versichern, daß er
die falschen Seher von Anfang an mit den Lockungen des schnellen Geldes inspiriert hat.“
Es genüge zu
sehen, wie sich die angeblichen Seher verhalten: „Sie sind der Kirche gegenüber ungehorsam. Sie hätten
sich ins Privatleben zurückziehen sollen und propagieren statt dessen weiterhin ihre Lügen, um damit
Geld zu verdienen.“
Bischof Gemma erwähnt das Gegenbeispiel der Seherin von Lourdes: „Die Heilige Bernadette
Soubirous, diese süße Kreatur, hat sich sogleich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und wählte
den Schwesternhabit, um dem Herrn zu dienen.“
Dagegen würden die „Betrüger von Medjugorje“ weiterhin
bequem in der Welt leben, ohne Liebe zu Gott oder für die Kirche zu zeigen.
Der Heilige Stuhl hat klar
gesprochenAuf den Einwand der Verteidiger von Medjugorje, daß der Heilige Stuhl sich in der Sache nie
geäußert habe, antwortet Mons. Gemma: „Das ist eine weitere Lüge.“
Der Vatikan habe von Priester organisierte
Wallfahrten nach Medjugorje verboten und habe auch durch die beiden Bischöfe, die seit Beginn der Erscheinungen
in Mostar gewirkt haben, geredet: „Ich habe mit beiden persönlich gesprochen, und sie haben mir immer
ihre Zweifel zum Ausdruck gebracht.“
Mons. Gemma weist darauf hin, daß der Heilige Stuhl nicht einmal
in Fatima und Lourdes direkt zu den Erscheinungen Stellung genommen habe: „Warum hätte er dann ausgerechnet
in diesem Fall eine Ausnahme machen müssen.“
Wenn sich der Bischof von Mostar äußere, dann spreche
die Kirche Christi: „Ihn, der mit der Autorität redet, die ihm vom Vatikan verliehen wurde, soll man
hören.“
Darum habe der Heilige Stuhl immer durch den Bischof von Mostar erklärt, daß Medjugorje ein
„teuflischer Betrug“ sei:
„Aber ich vertraue Ihnen etwas an“ – so der Bischof weiter: „Der Vatikan wird
in Kürze mit einer explosiven Mitteilung an die Öffentlichkeit treten, um ein für allemal jene zu entlarven,
die hinter diesem Betrug stecken.“
Und die Bekehrungen in Medjugorje?Mons. Gemma ist auch von den aus
Medjugorje berichteten Wundern und Bekehrungen nicht beeindruckt. Eine Person bekehre sich, weil sie in
der Lage sei, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen: „Der Ort, wo das geschieht, ist ganz und gar
relativ.“
Der Heilige Paulus habe sich auf der Straße bekehrt: „Was sollen wir also tun? Alle auf die
Straße hinauslaufen und erwarten, dort bekehrt zu werden?“
Bezüglich der Wunder erzählt der Bischof
eine persönliche Anekdote: „Ich verdanke der Fürbitte Unserer Lieben Frau des Rosenkranzes von Pompei
eine wunderbare Heilung in meiner Verwandtschaft. Es gibt aber keine Anhaltspunkte, daß die Muttergottes
je in Pompei erschienen ist.“
Um zu glauben oder körperlich oder seelisch geheilt zu werden, sei nicht
notwendig, daß die Muttergottes sich zeige.
Auf die Frage nach der Meinung des Papstes über Medjugorie
betont Mons. Gamma, daß die Glaubenskongregation unter seiner Leitung negative Stellungnahmen zu Medjugorje
abgegeben habe.
Dagegen sei Papst Johannes Paul II. von der Echtheit der Erscheinungen überzeugt gewesen –
wendet der Interviewpartner ein: „Das ist eine Legende, die nicht bewiesen ist“ – kontert Mons. Gemma.