Dienstag, 13. Mai 2008 16:23
Jahrelang hat er nichts gemacht. Dann hat er vier Monate vor seiner Pensionierung plötzlich zugeschlagen. Jetzt wundern sich die Betroffenen, daß plötzlich verboten ist, was bisher erlaubt war.


Laien werden nicht gerne auf die Predigt beschränkt. Im Bild spendet eine Gemeindereferentin den Asperges.
(kreuz.net, Minneapolis) Der kürzlich emeritierte liberale Erzbischof von St. Paul und Minneapolis, Mons.
Harry Flynn (75), hat am Ende seiner Amtszeit die Laienpredigt verboten. Das berichtete die katholische
Onlinezeitung ‘Catholic Spirit’.
Mons. Flynn ist am 2. Mai mit Vollendung seines 75. Lebensjahres von
seinem Amt zurückgetreten.
Der Erzbischof gehörte zum linken Lager der US-Bischöfe und galt als
Verteidiger
der Homo-Unzucht sowie als
Feind glaubenstreuer Priester.
Doch im Januar 2008 befahl er, bis zu seiner
Emeritierung einen Pastoralplan vorzulegen, um das kirchenrechtliche Verbot der Laienpredigt auch in der
Erzdiözese St. Paul und Minneapolis durchzusetzen.
Mons. Flynn begründet seinen Kampf gegen diesen
Mißbrauch mit der Instruktion ‘Redemptionis Sacramentum’ aus dem Jahr 2004.
Laienprediger in seinem
Erzbistum reagierten auf die Absichten des Erzbischofs mit Zorn. Sie behaupteten sogar, daß der von ihnen
gepflegte Mißbrauch kirchenrechtlich gedeckt sei.
Offen bleiben für sie die Gründe, warum der Erzbischof
das Verbot der Laienpredigt nach so vielen Jahren der Tatenlosigkeit genau jetzt durchsetzt.
Die Verteidiger
des Mißbrauchs munkeln, daß Mons. Flynn reinen Tisch machen wollte, bevor er die Erzdiözese am 2. Mai
an seinen Nachfolger Mons. John Nienstedt (61) übergab.
Erzbischof Flynn selber dementierte diese Spekulation.
Vor ‘Catholic Spirit’ betonte er, daß ihm früher nicht bewußt gewesen sei, wie viele Pfarreien Laienprediger
beschäftigen würden.
Das Zweite Vatikanum hat die Predigt zu einem Teil der Messe erklärt. Darum werde
die Messe, wenn ein Laie predige, unterbrochen – so der Erzbischof.
Ferner widerspreche die Laienpredigt
klar dem Kirchenrecht. Nur Kleriker seien geeignet, während der Messe zu predigen.
Die Kirche wolle
nicht, daß irgend jemand – und sei es ein Diplomtheologe – am Ambo einfach Meinungen referiere. Die Predigt
müsse das Geheimnis des Glaubens darlegen.
Laien hätten genügend Möglichkeiten, außerhalb der Messe
Katechesen halten – so Mons. Flynn.
Der neue Erzbischof Nienstedt stimmt mit der Vorgehensweise seines
Vorgängers überein.
Die Predigt sei keine Frage von Talenten – erklärte er: „Es mag besser Redner
geben, aber Priester und Diakone sind für diesen Heiligen Dienst geweiht.“
Doch der neue Erzbischof
von St. Paul und Minneapolis sieht auch die Probleme einer Durchsetzung des Verbotes der Laienpredigt:
„Es ist furchtbar schwierig, jemandem zu erklären, warum er etwas am nächsten Sonntag nicht mehr tun
kann, was er noch am letzten Sonntag gemacht hat.“