Mittwoch, 14. Mai 2008 14:00
Keine gemeinsamen Gebete mit Katholiken
Was die Russen wollen, ist für die Griechen wie ein Mann, der eine Ehefrau besitzt, aber nicht mit ihr ins Bett steigt.
Orthodoxe Kleriker
Orthodoxe Kleriker
(kreuz.net) Das russisch- orthodoxe Patriarchat von Moskau hat erneut die Absicht bestätigt, nicht an Gebets- veranstaltungen mit nicht-orthodoxen Kirchen teilzunehmen.

Das berichtete die russische Nachrichtenagentur ‘Interfax’ am 12. Mai.

„Wir möchten ein weiteres Mal klarstellen, daß wir von der Teilnahme an gemeinsamen Gebetsveranstaltungen mit nicht-orthodoxen Gläubigen absehen.“

Das erklärte der orthodoxe Priester Alexander Wasiutin vor ‘Interfax’.

Wasiutin ist Mitglied des Sekretariates für interchristliche Beziehungen des Departements für außerkirchliche Beziehungen im Moskauer Patriarchat.

Nach Wasiutins Angaben wird diese Frage bei der Vorbereitung der 13. Generalversammlung der ‘Konferenz europäischer Kirchen’ aktuell werden.

Die Konferenz findet im Juli 2009 in der französischen Stadt Lyon statt. Wasiutin ist auch ein Mitglied des Organisationskomitees für diese Veranstaltung.

Der Priester erklärte, daß „der Standpunkt der russisch-orthodoxen Kirche bei den anderen Vertretern orthodoxer Lokalkirchen leider auf wenig Verständnis stößt.“

Er gab als Beispiel die Reaktion des griechisch-orthodoxen Metropoliten Emmanuel Adamakis von Frankreich an, der zum Patriarchat von Konstantinopel gehört.

Der Metropolit habe auf den Vorschlag, während der bevorstehenden Versammlung auf interkonfessionelle Gebetsveranstaltungen zu verzichten, erklärt, daß ihn das „an einen Gatten erinnere, der zwar eine Ehefrau besitzt, aber nicht mit ihr schläft.“

Gleichzeitig habe der Metropolit die Frage gestellt, warum Mitglieder des Moskauer Patriarchats sich weigerten, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen, während Patriarch Alexi II. von Moskau selber bei seinem Aufenthalt in Paris im Oktober 2007 in der Pariser Kathedrale ein Gebetstreffen mit katholischen Geistlichen geleitet habe.

Doch Wasiutin erklärte vor ‘Interfax’, daß die Gebetsveranstaltung in Notre Dame nur von orthodoxen Geistlichen gehalten worden sei:

„Mitglieder der katholischen Kirche waren nur anwesend“, so der Erzbischof von Paris, André Kardinal Vingt-Trois.
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