Donnerstag, 15. Mai 2008 15:11
Süßliche Marienlieder sind ihr ein Graus. Sie ist für die Interkommunion und gegen die Hybris des Heiligen Paulus. Auch gegen eine Frauenpriesterordination hat sie nichts einzuwenden. Sie muß eine bezahlte Mitarbeiterin der katholischen Kirche sein.

Symbolfoto: Gemeindereferentinnen am Altar
(kreuz.net) Am 10. Mai publizierte die Tageszeitung ‘Wiesbadener Tagblatt’ einen völlig unkritischen
Sympathie-Artikel für die Gemeindereferentin Monika Dittmann. Autor des Jubelberichtes ist ein gewisser
Stefan Weiller.
Frau Dittmann ist in der katholischen Gemeinde St. Josef im Wiesbadener Stadtteil Dotzheim
im Bistum Limburg tätig.
Sie studierte in Mainz praktische Theologie und absolvierte eine Zusatzausbildung
in „Bibliodrama“. Nach Angaben der Tageszeitung werden dabei biblische Texte mit kreativen und spielerischen
Mitteln „körperlich erfahrbar“ gemacht.
Am Anfang sei sie über die „emotionale Schiene“ zum Glauben
geführt worden – bekennt Frau Dittmann. Katholisch zu sein, sei für sie „keine Sachentscheidung“, sondern
eher eine Herzensangelegenheit.
Das müsse es „für die engagierte Christin auch sein, denn für Monika
Dittmann, wie für alle anderen katholischen Theologinnen, bleibt der Weg zum Priesteramt in der katholischen
Kirche versperrt“ – kommentiert die Tageszeitung mitleidig.
Pro Jahr hält Frau Dittmann nach Angaben
der Zeitung zehn bis zwölf Gottesdienste und „gestaltet die Predigt“.
Nach einer eigenen schalen Formulierung
möchte sie „Beziehung stiften zwischen den Menschen und Gott“.
Sie liest die Heilige Schrift „historisch-kritisch“
und glaubt, daß man die Bibel nur halb versteht, wenn man die geographischen und historischen Zusammenhänge
nicht kenne.
Mit manchen Bibeltexten hat die Gemeindereferentin Schwierigkeiten, etwa wenn – wie sie
sich ausdrückt – die „Hybris des Apostel Paulus“ durchscheine.
Zuerst kommt für Monika Dittmann die
Bibel – „aber dann komme noch lange keine Dogmatik“.
Sie will „mit Glaubwürdigkeit der Bibel“ angeblich
neue Sichtweisen fördern. Unreflektierte „Folklore“ mache sie in Glaubensdingen nicht mit. Süßliche
Marienlieder sind ihr ein Graus.
Nach Angaben des ‘Wiesbadener Tagblatts’ ist Frau Dittmann der Kirche
„herzlich“ verbunden und schenkt ihr mit Begeisterung ihre Arbeitskraft und Kreativität.
Aber sie sei
vielleicht nicht das „bequemste“ Kirchenmitglied. Sie wünsche sich, daß die katholische Kirche die angebliche
„Sehnsucht der evangelischen Christen“ ernst nehme und zu einer Abendmahlsgemeinschaft finde – so die
Zeitung.
Auch das Frauenpriesterinnentum traut die Gemeindereferentin dem Heiligen Geist zu:
„Außerdem
lasse ich mich gern einholen von fast nicht vorstellbaren Visionen – wenn sie gut sind. Wer hätte früher
daran geglaubt, daß eines Tages die Berliner Mauer fallen würde?“ – vergleicht sie die Kirche, mit der
sie herzlich verbunden ist, mit der DDR.
Zum Abschluß erleidet der Verfasser des Artikels einen Begeisterungsschub:
Auch wenn sogenannte Kritiker die „längst fällige Würdigung der Frau“ durch die Kirche laut einforderten,
würde sich damit vermutlich nicht viel ändern – ruft er jubeltaumelnd:
Denn schon heute profitiere
die Kirche von ihren starken Frauen, die dem Pfarrermangel jeden Schrecken nehmen und für einen „lebendigen
Glauben“ sorgten.