Freitag, 16. Mai 2008 10:23
Das Judentum ist das Erbe jenes Systems, das Jesus Christus gekreuzigt hat. Die Mitglieder dieser Religion, die sich nicht zu Christus bekehrt haben, sind radikale Gegner Christi. Für sie steht es außer Frage, unseren Herrn anzunehmen. Erzbischof Marcel Lefebvre im verbotenen Interview.


Erzbischof Marcel Lefebvre
(kreuz.net) Im Jahr 1978 interviewte ein US-Journalist den Gründer der Priesterbruderschaft Sankt Pius
X., Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991). Das Gespräch wurde damals auf Druck hoher kirchliche Kreise
nicht veröffentlicht. Der fünfte Teil des Interviews.
Können Sie uns erklären, was bei einem jüngsten
Treffen eines Repräsentanten des Papstes mit moslemischen Vertretern geschah?Ich will nicht ins Detail
gehen. Der Vorfall ereignete sich in Tripolis, Libyen, wo ein päpstlicher Gesandter mit Moslems beten
wollte. Diese Moslems weigerten sich und beteten getrennt und auf ihre Art und Weise.
Sie ließen den
päpstlichen Gesandten im trockenen sitzen. Dieser wußte nicht, was er tun sollte.
Das zeugt von der
Naivität dieser liberalen Katholiken, die glauben, daß es genügt, mit den Moslems zu sprechen, wobei
diese sofort einen Kompromiß bezüglich ihrer eigenen Religion akzeptieren würden.
Die bloße Tatsache,
eine enge Beziehung mit den Moslems nur aus diesen Gründen zu suchen, bewirkt eine Verachtung der Moslems
uns gegenüber.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß Moslems an ihrer Religion nie etwas ändern werden.
Das steht absolut außer Frage.
Wenn die Katholiken kommen, um unsere Religion mit ihrer gleichzusetzen,
führt das nur zu Verwirrung und Verachtung. Die Moslems betrachten das als Versuch, ihre Religion zu
diskreditieren und sorgen sich nicht um unsere Religion.
Sie respektieren jemanden mehr, der sagt: „Ich
bin Katholik, ich kann nicht mit euch beten, weil ich nicht dieselben Überzeugungen habe.“
Eine solche
Person wird von den Moslems mehr respektiert als jener, der sagt, daß alle Religion gleich sind, daß
wir alle dieselben Dinge glauben, daß wir alle den selben Glauben haben. Sie meinen, eine solche Person
verletze sie.
Aber gibt es im Koran nicht bewegende Verse des Lobpreises für Maria und Jesus?Der
Islam anerkennt Jesus als Propheten und hat einen großen Respekt für Maria. Das rückt den Islam natürlich
näher zu uns als beispielsweise das Judentum, das von uns viel weiter entfernt ist.
Der Islam entstand
im 7. Jahrhundert und hat bis zu einem gewissen Grad von den christlichen Lehren jener Tage profitiert.
Das Judentum ist andererseits der Erbe jenes Systems, das unseren Herrn Jesus Christus gekreuzigt hat.
Die Mitglieder dieser Religion, die sich nicht zu Christus bekehrt haben, sind radikale Gegner unseres
Herrn Jesus Christus. Für sie steht es außer Frage, unseren Herrn anzunehmen.
Sie stehen im Gegensatz
zur grundlegenden Basis und Existenz des katholischen Glaubens. Wir können nicht beide recht haben. Entweder
ist Jesus Christus der Sohn Gottes und der Herr und Retter oder er ist es nicht.
Wir bewegen uns hier
in einem Bereich, wo es nicht den kleinsten Kompromiß geben kann, ohne die grundlegende Basis des katholischen
Glaubens zu zerstören. Das gilt nicht nur für Religionen, die direkt die Gottheit unseres Herrn Jesus
Christus als des Sohnes Gottes leugnen, sondern auch für die Religionen, die ihn, ohne ihn abzulehnen,
als solchen nicht anerkennen.
Sind sie in diesem Punkt sehr fest und sicher?Komplett sicher. Die Moslems
haben beispielsweise einen ganz anderen Weg, Gott zu verstehen als wir. Ihre Auffassung von Gott ist sehr
materialistisch. Man kann nicht sagen, daß ihr Gott der gleiche ist wie unserer.
Aber ist Gott nicht
derselbe Gott für alle Menschen auf der ganzen Welt?Ja. Ich glaube, daß Gott derselbe Gott für das
ganze Universum ist gemäß dem Glauben der katholischen Kirche. Aber die Auffassungen über Gott unterscheiden
sich sehr stark von Religion zu Religion. Unser katholischer Glaube ist der einzige und alleinige wahre
Glaube.
Wenn jemand das nicht absolut glaubt, kann er nicht behaupten, ein Katholik zu sein. Wir können
mit unserem Glauben in der Welt keinen Ausverkauf treiben.
In der Vorstellung der Moslems sagt Gott:
„Wenn Du ins Paradies kommst, wirst Du hundertmal reicher sein als jetzt hier auf Erden. Das gilt auch
für die Zahl der Frauen, die Du hier auf Erden besitzt.“
Diese Auffassung Gottes entspricht schwerlich
dem, was unser Herr und Retter ist.
Nächstes Mal: Ein aufgezwungener Dialog