Freitag, 16. Mai 2008 18:40
Der Kardinal von Armagh in Irland ist am Himmelfahrtstag vor der Klagemauer in Jerusalem von einem jüdischen Extremisten bedroht worden.


Sean Kardinal Brady von Armagh in Irland
(kreuz.net, Jerusalem) In Israel häufen sich christenfeindliche Vorkommnisse.
Am 1. Mai – dem Auffahrtstag –
wurde Sean Kardinal Brady von Armagh in Irland der Zugang zur Klagemauer verwehrt. Der Grund: Der Kardinal
trug ein Brustkreuz.
Die israelischen Sicherheitskräfte hatten den Kirchenfürsten zunächst durchgelassen
und ihm erklärt, daß er sein Kreuz nicht abnehmen müsse. Doch dann wurde der Geistliche von einem jüdischen
Extremisten bedroht.
Das berichtete die Schweizerische katholische Nachrichtenagentur ‘Apic’ am 7. Mai.
Der Kardinal wollte die Klagemauer zusammen mit einer ökumenischen Delegation besuchen. Er war in Begleitung
der Hauptvertreter der Anglikaner, Presbyterianer und Methodisten seines Landes.
Nachdem ein jüdischer
Extremist die irische Gruppe bedroht hatte, wandte sich einer von ihnen an einen anwesenden Sicherheitsbeamten
und bat ihn, daß er seinen Vorgesetzen verständige.
Da der Sicherheitsbeamte nicht reagierte, beschloß
die Gruppe, den Rückzug anzutreten.
Der Kardinal und seine Begleiter bedauerten den Zwischenfall. Er
erklärte, daß die Delegation bei dem Besuch an der Klagemauer keine Probleme habe erzeugen wollen.
Die Delegation sei ins Heilige Land gereist, um den Frieden und das gegenseitige Verständnis zu fördern.
Ein Sprecher der israelischen Regierung meinte, daß die vier Religionsvertreter bei einem zukünftigen
Besuch in Jerusalem „willkommen“ wären.
Später erklärte Kardinal Brady, die Entschuldigungen der israelischen
Regierung angenommen zu haben.
Das war nicht das erste Mal, daß christliche Religionsvertreter vor der
jüdischen Klagemauer Opfer der religiösen Intoleranz wurden.
Im vergangenen November hatte ein gewisser
Rabbiner Schmuel Rabinowitz eine Delegation österreichischer Bischöfe unter der Leitung von Kardinal
Christoph Schönborn von Wien aufgefordert, vor dem Zutritt zur Klagemauer
ihre Kreuze abzulegen.
Die
Gruppe von Prälaten zog sich darauf zurück.
Am 26. März 2000 hatte Papst Johannes Paul II. die Klagemauer
mit umgehängtem Brustkreuz besucht.