Samstag, 17. Mai 2008 17:49
Was Paul VI. mit dem Rauch Satans in der Kirche gemeint hat
Papst Paul VI. hat die nachkonziliare Liturgiereform mit Begeisterung umgesetzt. Daß er unter Traurigkeit litt, ist ein Gerücht. Ein ihm nahestehender Kardinal erinnert sich.
Sind der "Rauch Satans" die zahlreichen Liturgiemißbräuche?
Sind der „Rauch Satans“ die zahlreichen Liturgiemißbräuche?
(kreuz.net, Vatikan) „Ich bin in der Lage, zum ersten Mal zu offenbaren, was Paul VI. mit dem Satz »Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen« anprangern wollte.“

Das erklärte der emeritierte Erzpriester des Petersdoms, Virgilio Kardinal Noè (86), im Gespräch mit der bekannten italienischen Webseite ‘Papanews.it’. Der Kardinal gehört zum liberalen Flügel des Kardinalskollegiums. Er war lange Jahre päpstlicher Zeremonienmeister.

Papst Paul VI. wollte – so der Kardinal – mit seiner Rede vom „Rauch Satans“ auf all jene Priester, Bischöfe und Kardinäle hinweisen, die die Messe schlecht zelebrieren. Diese Geistlichen hätten das Zweite Vatikanum falsch interpretiert.

Der Papst habe vom Rauch Satans gesprochen, um auszudrücken, daß die Priester, welche die Messe im Namen der Kreativität in eine oberflächliche Handlung verwandeln, von der Prahlerei und dem Stolz des Bösen besessen seien:

„Der Rauch Satans war nichts anderes, als eine Haltung, welche die traditionellen liturgischen Vorschriften der Eucharistiefeier verdrehen wollte.“

Im Interview erklärte Kardinal Noè auch, daß Paul VI. die nachkonziliare liturgische Reform „mit Freude“ durchgeführt habe.

Grundsätzlich beschreibt der Kirchenfürst den Papst als „einen richtigen Gentleman, einen Heiligen“. Er habe das eucharistische Geheimnis mit Leidenschaft und Anteilnahme gelebt.

Kardinal Noè dementiert in dem Interview, daß Paul VI. ein trauriger Mensch gewesen sei: „Er war ein guter und sanftmütiger Vater.“

Allerdings habe es ihn traurig gemacht, daß ihn die römische Kurie alleingelassen habe: „Aber darüber will ich nicht reden“ – so der Kardinal.

Abschießend wünscht sich der Kirchenfürst, daß die Kirche den Sinn für das Heiligen schnell wiederfindet, „bevor der Rauch Satans die ganze Kirche komplett durchdringt.“

Kardinal Noè ist schuld an der Entfernung und Zerstörung des Altars unter der Kathedra Petri im Petersdom. Die Überreste des abgebrochenen Altars lagen wochenlang im Innenhof der Glaubenskongregation herum.
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