Dienstag, 27. Mai 2008 14:28
„Wir hätten ihn gerne behalten“
Priester haben heute einen schweren Stand. Es sei denn, sie heiraten. Dann wird ihnen das ungeteilte Lob der Gemeinde nachgeworfen.
Bildschirmphoto von der Internetseite der 'Kirchengemeinde Dreifaltigkeit'
Bildschirmphoto von der Internetseite der ‘Kirchengemeinde Dreifaltigkeit
(kreuz.net, Ravensburg) Markus Morgen (40) war bis zum 18. Februar als Pfarrvikar mit dem Titel eines Pfarrers in der Kirchengemeinde Dreifaltigkeit – Seelsorgeeinheit Ravensburg-West – tätig.

Dann fiel er vom Priestertum ab und entschied sich für das Zusammenleben mit einer Frau.

Das berichtete die ‘Schwäbische Zeitung’ am Montag. Ravensburg liegt 17 Kilometer Luftlinie nördlich vom Bodensee.

Hanspeter Heuschmid, zweiter Vorsitzender der Kirchengemeinde Dreifaltigkeit – der erste Vorsitzende ist der Pfarrer selber – findet jetzt, daß ein Priesternotstand herrscht: „Wir sind in Sorge um die Gemeinde.“

Die hauptamtlichen Mitarbeiter – Pfarrer, Gemeinde- und Pastoralreferenten – seien mit der Arbeit überlastet.

Der Ausweg: „Wir überlegen, ob wir selber jemanden suchen, der Eucharistie mit uns feiert.“

Heuschmid ist auch der Meinung, daß die Heirat einen Priester nicht für sein Amt disqualifiziere. Den abgefallenen Priester Markus Morgen bezeichnet er als einen sehr engagierten Pfarrer: „Wir hätten ihn gerne behalten“ – so der Vize-Vorsitzende.

Von den früher fünf Vollzeitstellen seien in der Gemeinde nur noch 3,5 Stellen übrig. Dabei hätten sich die Anforderungen an Seelsorge in den letzten Jahren erhöht.

Die Diözese Stuttgart-Rottenburg erklärte dagegen, daß die Einheit normal besetzt sei.

Die Stelle sei ausgeschrieben worden, und man sei durchaus bereit, einen Priester aus einem anderen Land zu engagieren.
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