Dienstag, 10. Juni 2008 15:28
In den Evangelien und den Paulus-Briefen müssen vierhundert Stellen neu und judenfreundlich umformuliert werden. Von Leo G. Schüchter.


Manche Juden führen die moralische Buchhaltung absolut willkürlich
(kreuz.net) Kurienkardinal Walter Kasper hat in seiner
Rechtfertigung der neuformulierten Karfreitagsbitte
des Alten Ritus darauf hingewiesen, daß deren Inhalt aus der Heiligen Schrift hergeleitet ist – nämlich
aus dem 11. Kapitel des Römerbriefs des Heiligen Apostel Paulus.
Doch dieser Hinweis konnte die Kritiker
aus den jüdischen Lobby-Organisationen nicht besänftigen.
Die seit vierzig Jahren gebrauchte antikirchliche
Kampfformel „2000 Jahre christlicher Antijudaismus“ beruht auf der These, daß die Heilige Schrift selber
Wurzel und Grund für die angebliche christliche Judenfeindschaft sei.
Reinigung der Heiligen Schrift
Der Kirchenhasser
Daniel Goldhagen hat diese Behauptung ausgenützt, um der Kirche zu befehlen, sie müßte
etwa vierhundert Stellen im Neuen Testament judenfreundlicher umformulieren.
Das Johannes-Evangelium
sollte am besten völlig neu geschrieben und das Matthäus-Evangelium in Teilen gereinigt werden. In den
Paulus-Briefen sollten unter anderem jene Stelle getilgt werden, die der Papst für die neue Karfreitagsbitte
des Alten Ritus benützt hat.
So plump gingen jüdische Lobby-Kreise vor 45 Jahren nicht vor, als sie
mit personellen Beziehungen und medialen Kampagnen auf ein geplantes Juden-Dokument des Zweiten Vatikanums
Einfluß nahmen.
Insbesondere die jüdischen Lobbyisten in den USA stellten moderne Slogans wie ökumenisches
Gespräch, gemeinsame biblische Wurzeln, religiöse Toleranz und Kampf der Religionen gegen Rassismus
und Verfolgung in den Vordergrund.
Ihr Ziel war es, in dem zur Diskussion stehenden „Juden-Schema“ jeden
Hinweis auf die jüdische Ablehnung des Messias – den Christusmord – zu verhindern.
Die naiven Konzilsväter
Am 19. November 1964 verabschiedete eine Mehrheit von 1651 Konzilsvätern ein Dokument über die Verurteilung
des Antisemitismus, das auf einer Vorlage von Zacharias Schuster, den Präsidenten des American Jewish
Commitee, zurückging.
Die Erklärung diskreditierte die Wahrhaftigkeit der Evangelien und die Lehre
der Kirchenväter. In ihr war ein völliger Bruch mit der katholischen Lehre festgeschrieben.
Der jüdische
Jubel über das Abstimmungsergebnis währte allerdings nur kurz. Denn Papst Paul VI. († 1978) lehnte es
ab, das mehr jüdische als katholische Dokument zu promulgieren.
Die Enttäuschung der Juden wurde noch
größer, als der Papst am Passionssonntag 1965 zu dem Verhältnis des jüdischen Volkes zu Christus predigte:
„Dieses Volk – der Juden – war dazu auserwählt, den Messias zu empfangen. Es hatte Tausende von Jahren
auf seine Ankunft gewartet und war von dieser Hoffnung völlig erfüllt.
Aber dann, als Christus kam
und sprach und sich zu erkennen gab, haben sie ihn nicht nur nicht erkannt, sondern ihn bekämpft, verleumdet,
mißhandelt und schließlich getötet.“Jüdische EmpörungstaktikDie jüdische Lobby spielte Empörung
und spitzte den Kampf mit allen Mitteln zu, um insbesondere den federführenden deutschen Kurienkardinal
Augustin Bea († 1968) mit lancierten Meldungen zu desavouieren:
Der Kardinal habe jüdischen Vertretern
das Versprechen gegeben, daß die Kirche mit einem freiwilligen Eingeständnis ihrer Schuld am 2000jährigen
Antijudaismus gewissermaßen einen Epilog zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen erbringen würde.
Solche Meldungen wiederum öffneten den meisten Bischöfen endlich die Augen, zu welchem schmutzigen
Spiel sie sich hatten mißbrauchen lassen.
Das Konzil manipuliert den GlaubenIn dem endgültigen Text
des sogenannten Judenschemas, der am 14. Oktober 1965 im Rahmen einer „Erklärung über das Verhältnis
der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ verabschiedet wurde, war vom auserwählten Volk der Juden,
das den Messias verleugnet und bekämpft hatte, nicht mehr die Rede:
„Obwohl die jüdischen Autoritäten
mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben, können weder die damaligen Juden in ihrer Gesamtheit,
noch die heutigen Juden ausnahmslos der Verbrechen beschuldigt werden, die anläßlich der Passion Christi
begangen worden sind“ – heißt es in der Konzils-Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen
Religionen.
Diese Argumentation verstößt grundlegend gegen die prophetische Lehrtradition des Alten
Testaments:
Die Israeliten als Träger der Verheißung trugen auch alle Strafen für die Vergehen ihrer
Anführer und führenden Schichten – etwa in der babylonischen Gefangenschaft.
Im Falle der Passion und
Kreuzigung Christi dagegen sprach das Konzil das jüdische Volk in Geschichte und Gegenwart ausdrücklich
von aller Verantwortung frei, obwohl die „jüdischen Autoritäten“ in Vertretung und im Namen aller Juden,
die sich nicht zu Christus bekehrten, an Leiden und Tod des Messias schuldig waren.
Indem die Kirche
die Verantwortung des jüdischen Volkes für den Tod seines Messias leugnete, setzte sie sich auf dem
Hintergrund der Tatsache, daß in Liturgie und Kirchengeschichte das Judenvolk mit dem Christustod in
Verbindung gebracht wird, selber ins Unrecht.
Kollektivschuld gibt es nur bei NichtjudenSchließlich
steht die Geschichtstheorie des Konzilsdokuments auch im scharfen Gegensatz zum Vorgehen der Juden, die
ihrerseits die Gesamtheit der Kirche für angebliche Lehren von Theologen und Kirchenlehrer in 2000 Jahren
verantwortlich machen.
Seither ist eine doppelte moralische Buchführung in die Weltgeschichte eingeführt
worden.
Die „Juden in ihrer Gesamtheit“ haben keine Verantwortung für die Untaten ihrer historischen
Anführer.
Die Kirche dagegen ist verantwortlich für alles, was kirchliche Personen zu Juden gelehrt
oder sonst bewirkt haben.
Auch dem deutschen Volk haben die jüdischen Weltorganisationen eine bleibende
Kollektivschuld aufgeladen, die es für Juden unter keinen Umständen geben darf:
Die Deutschen tragen
auch in dritter Generation – nach Angaben des Philosophen
Werner Becker sogar für ewige Zeiten – Verantwortung
für die Verbrechen der früheren nationalsozialistischen Führer.
Dagegen reklamieren jüdische Propagandisten
gegenüber jedweder historischer Schuld und Verantwortung eine einzigartige
moralische Immunität.
„Wir
Juden sind eben anders“ – sagte einmal Elie Wiesel. Und wer das nicht wahrhaben will – ist ein Antisemit.
© Titelbild: Jim Frazier, CC