Dienstag, 10. Juni 2008 10:55
In der Diözese Speyer gibt es ab August eine neue Alte Messe. Die altgläubige Begeisterung hält sich dabei in Grenzen.


Messe im Alten Dominikanerritus
(kreuz.net, Schifferstadt) Die Diözese Speyer hat in Schifferstadt eine Alte Messe ermöglicht. Das berichtete
die Tageszeitung ‘Die Rheinpfalz’ am vergangenen Samstag.
Schifferstadt besitzt 20.000 Einwohner und
befindet sich zwölf Kilometer nördlich von Speyer.
Knapp fünfzig Katholiken aus Schifferstadt und
Mutterstadt hatten die Diözese um die Messe gebeten.
Trotz Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ dauerte
die Genehmigung mehrere Monate. Noch einmal zwei Monate werden verstreichen, bis die erste Alte Messe
am 1. August in Schifferstadt gelesen wird.
Zelebrationsort ist die in den 20er Jahren gebauten Pfarrkirche
St. Laurentius an der Jägerstraße.
Initiator der Unterschriftenliste war der Mutterstädter Peter Martin
Litfin (71). Er ist ehemaliger Professor für Wirtschafts- und Steuerrecht und Anwalt an kirchlichen Gerichten.
Nach Angaben von ‘Die Rheinpfalz’ ist er kein regelmäßiger Kirchgänger.
Litfin forderte gleich nach
Erscheinen des Motu Proprio im Juli des vergangenen Jahres eine Alte Messe in seiner Umgebung. Dabei rechnete
er nicht ernsthaft mit Unterstützung: „Ich wollte nur ein Zeichen setzen“ – sagt Litfin vor der Zeitung.
Die knapp fünfzig Unterzeichner auf seiner Liste hat er gefunden, obwohl er dafür keinerlei Werbung
gemacht hat.
Die jetzt in Speyer gefallene Entscheidung wertet er als „Meilenstein nach vierzig Jahren
unverständlicher Ächtung“.
Dennoch ist er auch enttäuscht. Denn die Alte Messe wird es nur an Werktagen
geben.
Der Speyerer Generalvikar begründet diese Einschränkung mit dem Priestermangel.
Litfin hält
dagegen: Allein in Schifferstadt gebe es Sonntag für Sonntag mindestens fünf Messen in der modernen
Form. Da könnte doch wenigstens einer der vielen Gottesdienste im alten Ritus gefeiert werden.
Die Organisatoren
der Alten Messe erhalten auch sonst nicht viel Unterstützung. Für die Meßgewänder und liturgischen
Bücher müssen sie selber aufkommen. Dafür dürfen sie die beim Gottesdienst eingezogene Kollekte der
örtlichen Pfarrei überlassen.
Die Alte Messe wird von kirchlicher Seite auch nicht ausgeschrieben oder
beworben.
Das empfindet Litfin unter dem Strich als diskriminierend.
© Titelbild: Lawrence OP, CC