Sonntag, 15. Juni 2008 14:48
Anstrengende Rekreation
In einem deutschen Priesterseminar wird mit künstlichen Mitteln versucht, zu verhindern, daß die Seminaristen auf falsche Gedanken kommen.
Die Webseite "priesterseminar.info" übt schwere Kritik am Priesterseminar in Zaitzkofen.
Die Webseite „priesterseminar.info“ übt schwere Kritik am Priesterseminar in Zaitzkofen.
(kreuz.net) Die Webseite ‘Priesterseminar.info’ hat ein Weißbuch über die Ausbildung im Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen bei Regensburg veröffentlicht.

Darin wird auch die Rekreationspraxis in dem altgläubigen Priesterseminar kritisiert:

„Der Tagesablauf im Seminar würde dringend eine echte und individuell nutzbare Erholungspause nach dem Mittagessen erfordern. Diese wird den Seminaristen aber nicht gewährt“ – ‘Priesterseminar.info’:

Statt dessen müssen die Seminaristen eine Dreiviertelstunde gemeinsam, auf keinen Fall allein, im Freien verbringen – bei Kälte im Winter und bei Hitze im Sommer, sonntags und mittwochs sogar zwei Stunden.

Es gebe keine Möglichkeit, sich in dieser Zeit zu einem kurzen Mittagsschlaf hinzulegen.

Während der Rekreation dürften sich die Seminaristen nicht einmal auf die im Park stehenden Bänke setzen.

Es ist ferner nicht gestattet, in dieser Zeit Gerätetraining im Sportraum zu machen: „Wer solches braucht, muß das in seiner Freizeit tun.“

Wer aus gesundheitlichen Gründen joggen gehen muß, sei an den meisten Tagen gezwungen, mit vollem Magen direkt vom Mittagessen in die Laufschuhe zu steigen, weil eine Verlegung des Laufens auf den Nachmittag nicht erlaubt ist.

Die Priester nehmen selber an den gemeinsamen Pausen weitgehend nicht teil und bezeichneten diese teilweise sogar offen als für sie „kontraproduktiv“.

Zu den sieben Wochenstunden, welche die Seminaristen mittags gemeinsam im Freien verbringen müssen, kommen weitere vier Stunden während der Abendrekreationen. In dieser Zeit dürfen die Seminaristen ebenfalls nicht in ihren Zimmer sein, weil diese Zeit für die Gemeinschaft vorgesehen ist.

Diese Zeiten werden durch die teilweise Nutzung für gemeinschaftliche Dienste wie zum Beispiel Spülen – nach Angaben von ‘Priesterseminar.info’ – „etwas relativiert“.

Erschöpfungszustände
Manche Seminaristen kämpfen nach der Mittagspause mit dem Schlaf und sind nicht in der Lage zu studieren.

Andere berichten von einer permanenten Erschöpftheit und Müdigkeit im Seminar, während sie diesen Zustand zum Beispiel zu Hause nie empfinden.

Ein Priester erklärte, daß viele Diakone am Ende ihrer Seminarzeit völlig am Ende seien.

Im letzten Jahr erlitt ein Seminarist im dritten Jahrgang nach Angaben von ‘Priesterseminar.info’ einen körperlichen Zusammenbruch.

Dieser sei so ernsthaft gewesen, daß er für ein ganzes Jahr das Seminar verlassen mußte, um wieder zu Kräften zu kommen.

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