Freitag, 20. Juni 2008 12:00
Bastion um Bastion wird geschliffen: Wird der Papst den beispiellosen Niedergang der Kirche aufhalten können?


Der Dom in Aachen
(kreuz.net, Aachen) Der Vorstand der Pfarrei Sankt Paul in der Stadt Aachen will nicht „kampf- und tatenlos“
zusehen, wie seine Kirche entweiht und einer weltlichen Verwendung zugeführt wird.
Das berichtete die
‘Aachener Zeitung’ am 16. Juni mit Bezug auf einen Brief, den die Pfarrei dem Aachener Generalvikar Manfred
von Holtum geschickt hat.
Der Grund: Das Bistum will die Kirche St. Paul im Zuge der geplanten Fusion
von Gemeinden entweihen und abstoßen.
Dieses Vorhaben muß mit dem Widerstand der Gläubigen von Sankt
Paul rechnen: „Notfalls gehen wir bis zum Papst“ – so Wilhelm Dreuw, Mitglied des Kirchenvorstands von
St. Paul, nach Angaben der ‘Aachener Zeitung’.
Der Kirchenvorstand hat 700 Unterschriften gegen die Schließung
gesammelt.
Die Kirche Sankt Paul soll wegen eines Zusammenschlusses mit den Gemeinden St. Foillan und
St. Peter geschlossen werden.
Dreuw kann das nicht verstehen: „Es macht keinen Sinn, die größte, schönste
und hellste Kirche zuzumachen, die außerdem beste Bedingungen für Kranke, Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer
bietet.“
Doch das Gelände der Kirche wird als Standort für die „Route-Charlemagne“ gehandelt.
Die
„Route-Charlemagne“ ist eine internationale Initiative, die Impulse für die Wirtschaftsförderung, die
Regionalentwicklung und den Kulturtourismus in der Dreiländer-Region Aachen setzen will.
In diesem Rahmen
wollte die Stadt Aachen das Kirchengebäude zunächst kaufen. Doch die Pfarrei wehrte sich. Darum wurde
eine langfristige Pachtung ins Auge gefaßt.
Die Pfarreiangehörigen wären immerhin bereit, über eine
Mitnutzung der Kirche für Ausstellungen zu diskutieren.
Doch letztlich entschied die Diözese über
die Köpfe der Gläubigen hinweg.
„Wir sind übergangen worden und haben mehr oder weniger alles aus
der Tageszeitung erfahren“ – zitiert die ‘Aachener Zeitung’ Dreuw.
Sollte sich die Diözese weiterhin
sperren, will der Pfarrei-Vorstand den kirchlichen Schiedsausschuß einberufen.
Demonstrationen kann
man sich auch vorstellen. Wenn alles nichts nützt, will man bis zum Papst gehen.
© Titelbild: Joep
Roosen, CC