Dienstag, 24. Juni 2008 18:26
Noch bevor das
vatikanische Ultimatum an die Piusbruderschaft bekannt wurde, hatte der Generalobere seine Antwort schon veröffentlicht.


Bischof Fellay hält eine Priesterweihe.
(kreuz.net) Der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bischof Bernard Fellay, hat das Ultimatum
des Vatikan bereits am 20. Juni in einer auf Englisch gehaltenen Predigt erwähnt.
Die Predigt wurde
auf der Webseite ‘Voice oft Catholic Radio’ als Audiodatei veröffentlicht.
Mons. Fellay sprach dabei
über die „Exkommunikationen, beziehungsweise ihre Aufhebung, beziehungsweise die Zurücknahme der Dekrete
der Exkommunikationen.“
Dabei erklärte er, die Zukunft nicht absehen zu können: „Mein Eindruck ist
im Moment, daß wir noch eine Weile warten können, und vielleicht eine ganze Weile.“
Denn seine Bruderschaft
und der Vatikan hätten in der Frage der Aussöhnung unterschiedliche Zugänge.
Mons. Fellay zitiert
in dem Zusammenhang den Gründer der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre: „Rom will eine Versöhnung,
aber sie wollen, daß wir uns zu dem Neuen hinwenden.“
Doch das ist für Mons. Fellay nicht annehmbar:
„Sie reden von Versöhnung, aber es ist eine Integration in das Neue. Das wollen wir nicht.“
Dieses Problem
habe schon in den Jahren 1975 und 1976 bestanden.
Damals erschien nach Angaben von Mons. Fellay ein römischer
Gesandter bei Erzbischof Lefebvre und sagte zu ihm: „Zelebrieren Sie mit mir eine Neue Messe, konzelebrieren
Sie mit mir
eine Messe, und alles ist gut.“
Heute sage Rom nicht „Zelebriere eine Messe“, sondern: „Halte
den Mund!“ – kommentiert Mons. Fellay: „Es ist soweit, daß mir Rom ein Ultimatum gestellt hat.“
Der
Bischof sieht sich und die Bruderschaft an einer Kreuzung: „Rom sagt uns: Einverstanden, wir sind bereit,
die Exkommunikation aufzuheben, aber ihr könnt nicht auf eurem Weg bleiben.“
Das Fazit von Bischof Fellay:
„Wir werden diesen Weg nicht gehen. Wir werden weitermachen, was wir getan haben. Wir haben seit vierzig
Jahren gekämpft, um den Glauben aufrecht zu halten, um die Tradition nicht nur für uns, sondern für
die Kirche zu bewahren.“
Der Generalobere will auf dem bisher beschrittenen Weg bleiben, „komme was wolle“:
„Alles ist in Gottes Hand.“
Erzbischof Lefebvre habe vor zwanzig Jahren gesagt: „Keine Angst, wir warten
auf bessere Zeiten.“
Bischof Fellay will das nicht anders machen.
© Titelbild: dici.org