Donnerstag, 26. Juni 2008 12:06
In der Diözese Chur ist im Januar ein schweres Sakrileg geschehen. Der Fall kam erst jetzt ans Licht.


Die Zürcher Stadtpfarrkirche Liebfrauen
(kreuz.net, Chur) Bischof Vitus Huonder von Chur hat einen Priester, der einem protestantischen Prediger
die Heilige Kommunion spendete, verwarnt.
Das berichtete der notorische
Michael Meier, der bei der Züricher
Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ für die antikirchliche Berichterstattung zuständig ist, heute.
Der Fall
ereignete sich im Januar während der Gebetswoche für die Einheit der Christen.
Damals feierte der Pfarradministrator
der Zürcher Liebfrauenkirche, Hw. Josef-Michael Karber, eine Messe, an der auch der reformierten Prediger
Christoph Sigrist teilnahm.
Sigrist stand während der Messe im schwarzen Talar neben dem Altar.


Innenansicht der Liebfrauenkirche
Der
katholische Priester behauptete während der Messe, Jesus lade
alle Gläubigen an seinen „Tisch“. Dann
reichte er dem protestantischen Amtsträger von sich aus die Heilige Kommunion.
Der Protestant nahm den
Leib Christi ungläubig entgegen.
Hw. Karber weiß aus seiner Erfahrung, daß das vielerorts „so üblich“
und von einer – von dem Priester nicht näher spezifizierten – „Basis“ auch klar gewünscht werde.
Die
enttäuschten Gläubigen – der antikirchliche Journalist Meier denunziert sie als „Spitzel“ – meldeten
den antikatholischen Vorfall pflichtgemäß und mündig dem zuständigen Bischof von Chur.
Dieser ließ
Hw. Karber mit einem Verweis davonkommen.
Der Bischof erklärte, daß der Priester die Gläubigen vor
den Kopf gestoßen zu habe.
Eine Sühneandacht zur Wiedergutmachung des Sakrilegs ist offenbar nicht
geplant.
Der ‘Tagesanzeiger’ erwähnt im Zusammenhang mit dem Vorfall, daß eine geplante Beförderung
von Hw. Karber zum Pfarrer seiner Gemeinde um ein Jahr auf nächstes Frühjahr verschoben wurde.
Der
Journalist muß allerdings zugeben, daß der Kommunionfrevel nicht der einzige Grund für diese Herauszögerung
ist.
Die gut bezahlte Zürcher Pfarreistelle war lange Monate unbesetzt. Die Pfarrei war mit keinem Priester
zufrieden und hatte große Mühe, einen für sie als geeignet empfundenen Kandidaten zu finden.
Diesen
Mittwoch wurde Bischof Huonder bei seinem Besuch bei der reformierten Züricher Landeskirche auf den Januar-Frevel
angesprochen.
Der Bischof erklärte dabei indirekt, daß die Interkommunion an sich nicht so schlimm
sei.
Ihn störe an dem Vorfall, daß eine offizielle Kirchenperson in einer offiziellen Situation so
etwas getan habe.
Das erwecke den Anschein einer in der katholischen Kirche klar verbotenen gemeinsamen
eucharistischen Zelebration mit einem Nicht-Katholiken.
Bei dem Treffen informierte der Bischof auch,
daß sich die Schweizer Bischofskonferenz voraussichtlich im nächsten halben Jahr zur Verteilung der
Kommunion an Nicht-Katholiken äußern wird.
© Bilder: Andreas Dziewior, CC