Samstag, 28. Juni 2008 11:12
Die Antwort ist schon im Vatikan
„Der Weg, den sie uns aufzwingen wollen, ist ein toter Weg und wir werden ihm nicht folgen.“
Mons. Alfonso de Galarreta von der Piusbruderschaft hält eine Priesterweihe.
Mons. Alfonso de Galarreta von der Piusbruderschaft hält eine Priesterweihe.
(kreuz.net, Ecône) Die Piusbruderschaft beabsichtigt nicht, auf das vatikanische Ultimatum zu antworten.

Das erklärte ein Sprecher der Bruderschaft, Pater Alain Lorans, telephonisch einem Journalisten der Nachrichtenagentur ‘AFP’.

Die Piusbruderschaft denkt nicht an eine praktische oder kanonische Vereinbarung, ohne zuvor die Glaubensfragen, die sich aus dem Zweiten Vatikanum ergeben, zu diskutieren.

Der Generalobere der Bruderschaft, Bischof Bernard Fellay, sei über die Kluft zwischen der Vorgangsweise und dem Inhalt des Ultimatums überrascht.

Den Inhalt, die fünf kürzlich veröffentlichten vatikanischen Forderungen an seine Bruderschaft, bezeichnete Pater Lorans als „sehr ungenau“.

Der Pater erwähnte auch, daß Bischof Fellay am Donnerstag einen Brief an „Autoritäten“ im Vatikan geschrieben habe.

Über den Inhalt des Schreibens hielt sich der Pater bedeckt.

Dank für den Gnadenstrom
Der deutsche Distriktsobere der Bruderschaft, Pater Franz Schmidberger, gab am 24. Juni – nach Bekanntwerden des Ultimatums – nur eine kurze Stellungnahme ab:

„Die Priesterbruderschaft St. Pius X. nimmt Kenntnis von den warnenden Worten Seiner Eminenz Kardinal Castrillón Hoyos – in einigen Nachrichten-Portalen und einer italienischen Zeitung plakativ als ‘Ultimatum’ bezeichnet –, vom 4./5. Juni 2008.

Sie wird Seiner Eminenz in den nächsten Tagen hierauf antworten.

Gleichzeitig freut sie sich innig über die reichen Gnaden, welche die vier vor genau zwanzig Jahren von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe in dieser sturmbewegten Zeit über die Kirche ausgespendet haben.“


„Unternehmen der Zerstörung“
Einer der vier Bischöfe der Piusbruderschaft, Mons. Alfonso de Galarreta, predigte gestern Freitag bei einer Priesterweihe in Ecône in der Schweiz über die jüngsten vatikanischen Aussöhnungsversuche.

Mons. de Galarreta hält die Rede von einem „Ultimatum“ für übertrieben.

Er sieht in den vatikanischen Punkten ein Druckmittel, um eine rein praktische Vereinbarung zu erzielen.

Seine Meinung dazu: „Der Weg, den sie uns aufzwingen wollen, ist ein toter Weg, und wir werden ihm nicht folgen.“

Die Bruderschaft werde nicht damit beginnen, den Glauben zu verraten, noch sich auf ein „Unternehmen der Zerstörung“ einzulassen.

Sie wolle aber dem Weg der von ihr gestellten Vorbedingungen folgen und eine Diskussion über die Glaubenslehre führen.

Bischof de Galarreta sieht drei mögliche Szenarien für die Zukunft: eine Pause oder Stagnation in den Kontakten seiner Bruderschaft mit Rom, irgendeine erneute römische Verurteilung oder eine Aufhebung der Exkommunikationen.

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