Montag, 30. Juni 2008 15:19
Eine sehr vage und konfuse Angelegenheit
„Wir sind keine Erfinder. Wir stehen nur in der Nachfolge dessen, was die Kirche immer gemacht hat und was bisher funktioniert hat. Das ist alles.“ Worte des Generaloberen der Piusbruderschaft.
Die vier unerlaubten Bischofsweihen am 30. Juni 1988.
Die vier unerlaubten Bischofsweihen am 30. Juni 1988.
(kreuz.net) Am 28. Juni äußerte sich der Generalobere der Priesterbruderschaft Sankt Pius X., Mons. Bernard Fellay, vor dem ‘Radiogiornale’ des ‘Radios der italienischsprachigen Schweiz’.

Dabei ging es um die fünf Punkte, die der Vatikan kürzlich der Piusbruderschaft vorgelegt hat.

Auf die Frage, ob er die vatikanischen Forderungen zurückweise, erklärte Mons. Fellay auf Italienisch:

„Es ist vielleicht falsch, so direkt zu sagen, daß ich sie total ablehne. Das ist nicht wahr. Vielmehr sehe ich in diesem Vorschlag eine sehr vage und konfuse Angelegenheit.

Aber ich habe bereits eine Antwort geschickt, und wir werden sehen, wie Rom reagieren wird.“

Für ihn habe das vatikanische Ultimatum „keinen Sinn“: „Denn wir haben Beziehungen mit Rom, die sich mit einem gewissen Rhythmus entwickeln, der zwar langsam ist.

Auf der anderen Seite ist wahr, daß der Kardinal [Dario Castrillón Hoyos] und der Heilige Vater einen eher schnelleren Rhythmus wünschen.

Der einzige Sinn dieses Ultimatums ist für mich, daß er den Wunsch Roms zum Ausdruck bringt, etwas Schnelligkeit in den Prozeß hineinzubringen.

Für mich werden dadurch unsere Beziehungen überhaupt nicht in Frage gestellt.“

Auf die Frage ob er den Dialog mit Rom fortsetzen wolle, antwortet Mons. Fellay: „Ja, ja.“ Es sei möglich daß es jetzt eine „gewisse Abkühlung“ geben könnte: „Aber, ehrlich gesagt, ist die Sache für mich nicht abgeschlossen.“

Der Generalobere wird vom Journalist schließlich mit der Frage konfrontiert, ob die Piusbruderschaft in Gefahr sei, wenn sie das jüngste römische Angebot ablehnen würde und damit auf das Unverständnis ihrer Gläubigen stieße.

Mons. Fellay winkt ab: „Was wir bisher sehen, ist das Gegenteil. Das heißt: Mehr und mehr Leute nähern sich uns.

Wir wollen keine Bruch mit der Kirche, im Gegenteil. Was wir ersehen, ist, daß wir in der Kirche akzeptiert werden. Das wollen wir auch zum Wohl der Kirche.

Denn – wie wir sehen – gibt es in der Kirche ein Problem, ein sehr schwerwiegendes Problem. Wir glauben, daß wir dafür die Lösung besitzen.

Wir sind keine Erfinder. Wir stehen nur in der Nachfolge dessen, was die Kirche immer gemacht hat und was bisher funktioniert hat. Das ist alles.“

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