Zölibat
Der Zölibat ist eine kluge Einrichtung
„Eigentlich ist ein Pfarrer für seine Familie eine Zumutung. Ich kann meiner Frau nur danken, daß sie das alles so geduldig und liebevoll durchträgt.“
Priesterweihe
Priesterweihe
© Austin Diocese, CC
(kreuz.net, Essen) In Deutschland gibt es mehrere verheiratete evangelische Prediger, die katholische Priester geworden sind.

Davon berichtete die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ am 19. Juli.

Seit Papst Pius XII. († 1958) besteht die Möglichkeit, daß konvertierte protestantische Prediger in der katholischen Kirche zum Priester geweiht werden und ihre bestehende Ehe weiterführen.

Dafür bedarf der Weihekandidat jedoch eine päpstliche Dispens vom Weihehindernis der Ehe.

Weltweit gibt es mindestens dreihundert katholische Geistliche, die aus protestantischen Gemeinschaften zur Kirche konvertiert sind und die Priesterweihe empfangen haben.

Die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ berichtet von Hw. Peter Moskopf:

„Er hat drei wunderbare Kinder, ist seit über 25 Jahren glücklich verheiratet, war evangelischer Pastor und ist jetzt katholischer Priester“ – so die Zeitung.

Hw. Moskopf stammt aus der Stadt Norderstedt im Süden des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holsteins, direkt an der Grenze zu Hamburg.

Ursprünglich war er Krankenpfleger an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.

Nach dem Studium der evangelischen Theologie arbeitete er als evangelischer Vikar in Niebüll im Kreis Nordfriesland. Danach wirkte er acht Jahre als Gemeindepastor in Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Er habe schon immer evangelischer Pfarrer werden wollen – erklärt der jetzige Priester vor der ‘Westdeutschen Allgemeinen’.

Doch schon während seines Studiums der evangelischen Theologie wurde ihm der Keim zur Konversion ins Herz gelegt.

Mit Begeisterung folgte der den Vorlesungen des abgefallenen Dominikaners und späteren Professors für systematische Theologie an der evangelisch-theologischen Fakultät Hamburg, Otto Hermann Pesch (77).

Seine Diplomarbeit schrieb der spätere Konvertit über den Heiligen Kirchenlehrer Thomas von Aquin († 1274):

„Im Laufe der Zeit bin ich dann der katholischen Kirche näher gekommen und habe ihre schönen Seiten immer besser kennen gelernt.“

Die schönen Seiten der Kirche sind für ihn die Liturgie, der Rosenkranz und die Wallfahrten.

Hw. Moskopf besuchte unter anderem die Wallfahrtsorte La Salette, Ars, Rom und Santiago de Compostela: „Maria spielt für mich eine große Rolle“, fügt er hinzu.

So reifte in ihm der Entschluß „mein Leben nach meinem Denken und Glauben auszurichten“.

Im Jahr 2000 trat Hw. Moskopf zusammen mit seiner Frau Gisela, Tochter Astrid und den Söhnen Florian und Ferdinand zum katholischen Glauben über.

„Meine Familie steht voll hinter mir“, unterstreicht er.

Nach seiner Konversion studierte er katholische Theologie in Erfurt, besuchte das Priesterseminar und arbeitete gleichzeitig als Seelsorger in der katholischen Kirchengemeinde Sankt Laurentius in Wismar an der Ostseeküste.

2004 wurde er von Erzbischof Werner Thissen von Hamburg zum Priester geweiht.

Jetzt wirkt Hw. Moskopf als Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Joseph-St. Georg im Lübecker Stadtteil Kücknitz.

An der priesterlichen Ehelosigkeit stört sich Hw. Moskopf nicht: „Der Zölibat ist eine kluge Einrichtung“ – betont der überzeugte Ehemann und Vater:

„Eigentlich ist ein Pfarrer für seine Familie eine Zumutung. Ich kann meiner Frau nur danken, daß sie das alles so geduldig und liebevoll durchträgt.“

Seine Konversion hat Hw. Moskopf nie bereut: „Eigentlich bietet die katholische Kirche mehr Freiheit als die evangelische. Die theologische Bandbreite und Vielfalt ist einfach größer.“

Ein Glücksfall sei auch, daß die evangelische Kirche seinen Wechsel nicht als Niederlage und die katholische Kirche ihn nicht als Triumph empfunden habe.