11:27:58 | Donnerstag, 24. Juli 2008
„Eigentlich ist ein Pfarrer für seine Familie eine Zumutung. Ich kann meiner Frau nur danken, daß sie das alles so geduldig und liebevoll durchträgt.“
(kreuz.net, Essen) In Deutschland gibt es mehrere verheiratete evangelische Prediger, die katholische
Priester geworden sind.
Davon berichtete die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ am 19. Juli.
Seit Papst
Pius XII. († 1958) besteht die Möglichkeit, daß konvertierte protestantische Prediger in der katholischen
Kirche zum Priester geweiht werden und ihre bestehende Ehe weiterführen.
Dafür bedarf der Weihekandidat
jedoch eine päpstliche Dispens vom Weihehindernis der Ehe.
Weltweit gibt es mindestens dreihundert katholische
Geistliche, die aus protestantischen Gemeinschaften zur Kirche konvertiert sind und die Priesterweihe
empfangen haben.
Die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ berichtet von Hw. Peter Moskopf:
„Er hat drei
wunderbare Kinder, ist seit über 25 Jahren glücklich verheiratet, war evangelischer Pastor und ist jetzt
katholischer Priester“ – so die Zeitung.
Hw. Moskopf stammt aus der Stadt Norderstedt im Süden des deutschen
Bundeslandes Schleswig-Holsteins, direkt an der Grenze zu Hamburg.
Ursprünglich war er Krankenpfleger
an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.
Nach dem Studium der evangelischen Theologie arbeitete
er als evangelischer Vikar in Niebüll im Kreis Nordfriesland. Danach wirkte er acht Jahre als Gemeindepastor
in Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg.
Er habe schon immer evangelischer Pfarrer werden wollen – erklärt
der jetzige Priester vor der ‘Westdeutschen Allgemeinen’.
Doch schon während seines Studiums der evangelischen
Theologie wurde ihm der Keim zur Konversion ins Herz gelegt.
Mit Begeisterung folgte der den Vorlesungen
des abgefallenen Dominikaners und späteren Professors für systematische Theologie an der evangelisch-theologischen
Fakultät Hamburg, Otto Hermann Pesch (77).
Seine Diplomarbeit schrieb der spätere Konvertit über den
Heiligen Kirchenlehrer Thomas von Aquin († 1274):
„Im Laufe der Zeit bin ich dann der katholischen Kirche
näher gekommen und habe ihre schönen Seiten immer besser kennen gelernt.“
Die schönen Seiten der Kirche
sind für ihn die Liturgie, der Rosenkranz und die Wallfahrten.
Hw. Moskopf besuchte unter anderem die
Wallfahrtsorte La Salette, Ars, Rom und Santiago de Compostela: „Maria spielt für mich eine große Rolle“,
fügt er hinzu.
So reifte in ihm der Entschluß „mein Leben nach meinem Denken und Glauben auszurichten“.
Im Jahr 2000 trat Hw. Moskopf zusammen mit seiner Frau Gisela, Tochter Astrid und den Söhnen Florian
und Ferdinand zum katholischen Glauben über.
„Meine Familie steht voll hinter mir“, unterstreicht er.
Nach seiner Konversion studierte er katholische Theologie in Erfurt, besuchte das Priesterseminar und
arbeitete gleichzeitig als Seelsorger in der katholischen Kirchengemeinde Sankt Laurentius in Wismar an
der Ostseeküste.
2004 wurde er von Erzbischof Werner Thissen von Hamburg zum Priester geweiht.
Jetzt
wirkt Hw. Moskopf als Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Joseph-St. Georg im Lübecker Stadtteil Kücknitz.
An der priesterlichen Ehelosigkeit stört sich Hw. Moskopf nicht: „Der Zölibat ist eine kluge Einrichtung“ –
betont der überzeugte Ehemann und Vater:
„Eigentlich ist ein Pfarrer für seine Familie eine Zumutung.
Ich kann meiner Frau nur danken, daß sie das alles so geduldig und liebevoll durchträgt.“
Seine Konversion
hat Hw. Moskopf nie bereut: „Eigentlich bietet die katholische Kirche mehr Freiheit als die evangelische.
Die theologische Bandbreite und Vielfalt ist einfach größer.“
Ein Glücksfall sei auch, daß die evangelische
Kirche seinen Wechsel nicht als Niederlage und die katholische Kirche ihn nicht als Triumph empfunden
habe.