07:44:38 | Donnerstag, 31. Juli 2008
Ein Gotteslästerer, dessen Schmähungen einen weltweiten Skandal auslösten, hat von Kardinal Christoph Schönborn einen Auftrag bekommen. Skandalinterview mit einem Unbelehrbaren.

Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, hat ein Hrdlicka-Werk für den Stephansdom in
Auftrag gegeben.
© Pressefoto der Erzdiözese Wien(kreuz.net, Wien) Der Pfarrer der Wiener Dompfarrei, Hw. Toni Faber, verteidigt in einem Interview mit
der österreichischen Tageszeitung ‘Die Presse’ die
Skandal-Ausstellung von Alfred Hrdlicka (80) im Wiener
Dommuseum.
Hrdlicka ist Pornograph, Maler und Bildhauer. Er amtet auch als Vorstandsmitglied der ‘Gesellschaft
zur Förderung der Beziehungen zur Koreanischen Demokratischen Volksrepublik’.
Bei der österreichischen
Nationalratswahl 1999 war er der Kärntner Spitzenkandidat der österreichischen ‘Kommunistischen Partei’.
Hrdlicka bezeichnete sich als Stalinist.
Der sowjetische Diktator Joseph Stalin († 1953) war nach dem
chinesischen Diktator Mao Zedong († 1976) der größte Massenmörder aller Zeiten.
Nicht erst seit seinen
Schmähungen im Wiener Diözesanmuseum ist klar, daß Gotteslästerer Hrdlicka mit der Wiener Diözesanleitung
unter einer Decke steckt.
Dompfarrer Faber bemüht sich nicht, das zu verstecken, und kündigt vor ‘Die
Presse’ gleich den nächsten Skandal an.
Die –
erfolglosen – Proteste gegen den Wiener Blasphemieskandal
haben, so Hw. Faber, dazu geführt, „daß wir mit dem Kardinal bei Hrdlicka waren und ihn, den größten
zeitgenössischen österreichischen Bildhauer, gebeten haben, ein Auftragswerk der Seligen Maria Restituta
zu machen.“
Schwester Maria Restituta Kafka († 1943) wurde wegen ihres Widerstandes gegen die gottlosen
National-Sozialisten vom damaligen Regime ermordet.
Gegenwärtig laufen gerade Verhandlungen, wo das
Auftragswerk aufgestellt werden soll – „im Dom, oder, schon etwas enttäuscht, rund um den Dom“.
Selbst
der Gotteslästerer wunderte sichDie Frage, ob Blasphemiker Hrdlicka „gram“ gewesen sei, weil eine seiner
Gotteslästerungen entfernt wurde, verneint Hw. Faber:
„Er hat sich selber gewundert, daß es nicht vorher
schon Ärger gab und ich bei meiner Eröffnungsrede versucht habe, dieser Provokation, dieser blasphemischen
Darstellung einen Ort zu geben.“
Die Hrdlicka-Darstellung der Seligen Franziskanerin Restituta wird auch
das Zitat eines Kommunisten enthalten, der mit ihr von den National-Sozialisten enthauptet wurde.
Im
Fall einer Machtübernahme hätten die Kommunisten alles unternommen, um die österreichische Kirche bis
auf die Wurzeln auszurotten.
Dazu Hw. Faber: „Hrdlicka sagt ja immer so stolz und provokativ: Ich bin
Stalinist, ich bin Kommunist. Mit derselben Berechtigung zur Provokation könnte ich sagen: Für mich
ist Hrdlicka natürlich ein Christ.“
Hrdlicka sei zwar „konfessionell nicht eng katholisch“, er sei Altkatholik,
aber ein Drittel seines Schaffens sei mit der religiösen Thematik verbunden – behauptet der Dompfarrer:
„Wenn er nicht ganz eng am christlichen Leben dran ist – wer ist es dann?“
Nach eigener Aussage ist
Hrdlicka ein Atheist.
Hoffnung auf neue SkandalHw. Faber würde Hrdlickas Parodie auf das Letzte Abendmahl
nie in einer Kirche ausstellen: „Aber in der Ausstellung waren vierzig Werke Hrdlickas aus dem großen
Œuvre, das sich mit religiösen Themen befaßt.“
Der Dompfarrer glaubt, daß „die Provokation“ in einem
Dommuseum „einen durchaus guten Platz“ hat.
Zähneknirschend
Hw. Faber hat ein ernsthaftes Gespräch mit
Kardinal Schönborn geführt und ihn fast überzeugt, die Blasphemie hängen zu lassen: „Aber ich muß
zähneknirschend akzeptieren, daß es für ihn, der als Erzbischof für das Ganze stehen muß, letztlich
doch nicht in Frage kam.“
Er gesteht im Interview auch, den Direktor des Dommuseums, Bernhard Böhler,
zu der Schandtat „sehr ermutigt“ zu haben: „Das sind kleine Schritte, ich hoffe, daß weitere folgen.“
Kardinal Schönborn hat den Museumsdirektor und seinen Dompfarrer nach Angaben von Hw. Faber nur gefragt,
ob sie nicht gemerkt hätten, daß das „zu viel“ sei:
„Wir sind in ein sehr ernsthaftes Gespräch mit
ihm eingetreten, hatten ihn fast überzeugt, aber ich muß zähneknirschend akzeptieren, daß es für
ihn, der als Erzbischof für das Ganze stehen muß, letztlich doch nicht in Frage kam [das Bild hängenzulassen].“
Der Kardinal weint dem Geld nachIm Interview spricht Hw. Faber auch über die „harten Proteste“ gegen
die Gotteslästerung im Dommuseum.
Museumsdirektor Böhler habe pro Tag 300 bis 400 Protestemails bekommen.
Die konservativen US-Amerikaner hätten den Wiener Kirchenfürsten als „Pornokardinal“ enttarnt und wegen
des Skandals ihre Spendenfreudigkeit eingestellt.
Offenbar verlor das theologische Institut im niederösterreichischen
Ort Gaming, dessen Schirmherr Kardinal Schönborn ist, Unterstützungsgelder aus den USA.
Hw. Faber
„Ich
weiß, wie tief Hermann Nitsch das Religiöse, das christliche Opfer der Eucharistie verstehen kann.“
Der Verlust des Geldes hat dem Kardinal laut Hw. Faber „sehr wehgetan“.
Flach am BauchHw. Faber bekennt
in dem Interview auch seine persönliche Verehrung für Hrdlicka.
Als ihn dieser gebeten habe, die Eröffnungsrede
einer Skulpturenausstellung am Wiener Albertina-Platz zu halten, lag der Geistliche – nach eigenen Angaben –
vor Freude „flach am Bauch“.
Der ‘Presse’-Journalist wirft ein, daß das die meisten „Ihrer Kollegen“
wohl nicht tun würden.
Darauf Hw. Faber im Pluralis majestatis: „Ich freue mich wahnsinnig, daß wir
für so einen gewaltigen Künstler wie Alfred Hrdlicka Ansprechpartner sind.“
Hw. Faber
„Wenn Hermann Nitsch
die Monstranz aus einem geschlachteten Lamm herausnimmt und ausstellt, ist es genau das, was ich jeden
Tag bei einer Messe sage und tue: Seht das Lamm Gottes.“
Der Dompfarrer erklärt, den Gotteslästerer
seit seinen Studienjahren zu bewundern.
Seine titanhaften Skulpturen seien „äußerst beeindruckend“:
„Wenn ich auf einen Gekreuzigten, den Gottesknecht sehe, dann bin ich bei Hrdlicka gut aufgehoben, da
erfahre ich diese Spur des menschlichen Leidens nicht ohne Sinn.“
Hermann Nitsch ist der bessere Priester
Am Ende des Interviews kündigt der Dompfarrer noch einen weiteren Skandal an.
Nächstes Jahr will Hw.
Faber in einer kleinen Galerie im Vorraum der Pfarrkanzlei einen jungen sogenannten Aktionskünster empfangen:
„Wir hoffen, daß
Hermann Nitsch uns die Ausstellung eröffnet.“
Auch von Blasphemiker Nitsch schwärmt
Hw. Faber: „Ich weiß, wie tief er das Religiöse, das christliche Opfer der Eucharistie verstehen kann.“
„Wenn er die Monstranz aus einem geschlachteten Lamm herausnimmt und ausstellt, ist es genau das, was
ich jeden Tag bei einer Messe sage und tue: Seht das Lamm Gottes“ – deliriert der Dompfarrer.
Er behauptet
sogar, „daß Nitsch vom christlichen Opfer viel mehr versteht, als ich so viele katholische Zeitgenossen
so allgemein reden höre.“