Mittwoch, 2. März 2005 10:31
Worte und Wirklichkeit
In seiner Diözese gebe es keine liturgischen Mißstände, betont der Erzbischof von Los Angeles, Roger Kardinal Mahony, im Brustton der Überzeugung. Er sei stets um eine konsequente Umsetzung der liturgischen Normen in seiner Diözese bemüht. Kürzlich hat der Kardinal beim „Kongreß für religiöse Erziehung“ die Messe zelebriert. Bilder.
Logo des Kongreßes für religiöse Erziehung. Motto: "Erwache für die Gnade"
Logo des Kongreßes für religiöse Erziehung. Motto: „Erwache für die Gnade“
(kreuz.net) Vom 17.-20. Februar fand in Los Angeles der „Kongreß für religiöse Erziehung“ statt, der vom Bildungsamt der dortigen Erzdiözese organisiert und bezahlt wurde. Der Kongreß stand unter dem Thema „Erwache für die Gnade“. Während der religiösen Veranstaltung wurden 272 Workshops in drei verschiedenen Sprachen angeboten. Während des Kongresses gab es auch eine große Messe, die vom Erzbischof Roger Michael Kardinal Mahony (69) selber zelebriert wurde.

Der „Kongreß für religiöse Erziehung“ ist nach eigenen Angaben die landesweit größte Zusammenkunft von Katholiken in den USA. Letztes Jahr wurden knapp 40.000 Besucher gezählt.

Das untenstehende Bild gibt einen Eindruck von der Stimmung die während des Pontifikalamtes herrschte.


Hauptzelebrant des Kongreßgottesdienstes am 17. Februar war Roger Michael Kardinal Mahony (im Hintergrund).

Erst am 4. September hatte sich Kardinal Mahony in der Kirchenzeitung seiner Erzdiözese „The Tidings“ Gedanken zur römischen Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ gemacht. Diese Instruktion wurde am 25. März 2004 publiziert und beschäftigt sich mit Fragen, welche die Liturgie betreffen. Der Kardinal sagt:

„Jeder einzelne muß die liturgische Praxis immer neu entdecken. Wir dürfen nicht zulassen, daß sie alltäglich wird. Für unsere Diözese sehe ich keine Notwendigkeit irgendwelche signifikanten Änderungen in der liturgischen Praxis unserer Zeit zu veranlassen. Unsere Weihbischöfe, Dekane und ich haben die Erzdiözese in den vergangenen Jahren regelmäßig visitiert. Wir waren über die Sorgfalt, mit der die Eucharistiefeiern vorbereitet und zelebriert wurden, erfreut. Wir sind uns keines einzigen liturgischen Mißbrauchs bewußt geworden.“


(Bild: Roger Kardinal Mahony während des Pontifikalamtes)

„Die meisten der in Redemptionis Sacramentum genannten Mißbräuche“, so Kardinal Mahony weiter, „betreffen die Erzdiözese Los Angeles nicht, weil wir uns stets konsequent um die Umsetzung genauer liturgischer Normen bemüht haben.“


(Bild: Die Konsekration des Kelches anläßlich des Pontifikalamtes am „Kongreß für religiöse Erziehung“ in Los Angeles)

Hier ein Originalzitat aus der vom Kardinal kommentierten römischen Instruktion: „Es ist jedoch gänzlich zu vermeiden, daß das Blut Christi nach der Wandlung aus einem Gefäß in ein anderes gegossen wird, damit nichts passiert, was diesem so großen Mysterium unangemessen ist. Um das Blut des Herrn aufzunehmen, dürfen niemals Flaschen, Krüge oder andere Gefäße verwendet werden, die den festgesetzten Normen nicht voll entsprechen.“ (Redemptionis Sacramentum, Nr. 106)


Im Abschnitt Nr. 117 schreibt die römische Instruktion „Redemptionis Sakramentum“: „Die sakralen Gefäße, die zur Aufnahme des Leibes und Blutes des Herrn bestimmt sind, müssen streng gemäß der Norm der Tradition und der liturgischen Bücher hergestellt werden.

Den Bischofskonferenzen ist die Befugnis gegeben, darüber zu entscheiden, ob es angebracht ist, daß die sakralen Gefäße auch aus anderen festen Materialien angefertigt werden. Diese Entscheidung bedarf der Rekognoszierung durch den Apostolischen Stuhl.

Es wird jedoch streng erfordert, daß diese Materialien gemäß dem allgemeinen Empfinden des jeweiligen Gebietes wirklich edel sind, so daß durch ihre Verwendung dem Herrn Ehre erwiesen und gegenüber den Gläubigen jede Gefahr vermieden wird, die Lehre über die wirkliche Gegenwart Christi in den eucharistischen Gestalten abzuschwächen.

Daher ist jedweder Brauch zu verwerfen, zur Meßfeier gewöhnliche Gefäße, Gefäße mit schlechter Qualität, Gefäße ohne jeden künstlerischen Wert, einfache Körbe oder andere Gefäße aus Glas, Ton, Lehm oder anderen leicht zerbrechlichen Materialien zu verwenden. Dies gilt auch für Metalle und andere Materialien, die leicht unbrauchbar werden.“
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