Mission
„Ich bin göttlich!“
Seit neuestem scheint der Ausdruck „christliche Mission“ zu meinen, daß Christen von anderen Religionen missioniert werden.
Der indische Jesuitenpater Sebastian Painadath
Der indische Jesuitenpater Sebastian Painadath
© Pressebild der ‘Missio’
(kreuz.net) Den Ruf „Erkenne, wer du bist, werde, der du bist! Erkenne, wer du bist; werde, der du bist!“ höre man bei geistlichen Meistern und Mystikern jeder Religion.

Das erklärt die Mainzer Diözesanstelle der Päpstlichen Missionswerke in einer Ankündigung für einen Meditationskurs mit dem indischen Jesuitenpater Sebastian Painadath im Exerzitienhaus Hofheim der Franziskaner.

Hofheim liegt zwischen Frankfurt und Mainz.

Dem Meditationskurs geht es um die angeblich tiefste Selbsterkenntnis: „Ich bin göttlich!“

Die Ankündigung bei der ‘Missio’ behauptet dann fälschlicherweise, daß die angebliche „Göttlichkeit“ des Menschen in der christlichen Tradition als „Vergöttlichung“ bezeichnet werde.

„Dem tiefsten und wahren Wesen nach sind wir göttlich“ – wird weiter behauptet und diese Falschaussage sogar Christus unterstellt: „Dies ist die Heilserfahrung, die Jesus uns vermittelt.“

In diesem Zusammenhang gibt es auch einen Verweis auf den Heiligen Augustinus von Hippo († 430) – der allerdings solche Dinge nie behauptet hat.

Pater Painadath habe im Auftrag seines Ordens in der Stadt Kalady in Südindien ein angebliches „Zentrum für indische Spiritualität“ eröffnet, wo die „geistige Begegnung“ zwischen den Religionen gefördert werde.

Er versucht auch seit über 25 Jahren, die angebliche mystisch-spirituelle Dimension des christlichen Glaubens in Europa zu vermitteln.

In seinem Meditationskurs würden „inspirierende Texte zum Thema Vergöttlichung aus östlicher und christlicher Mystik gelesen und meditativ verinnerlicht.“

Als Literaturangaben für die Teilnehmer der Meditationstage des Paters wird auf Textegebräu verwiesen, das die Upanischaden, den Heiligen Evangelisten Johannes, den Heiligen Völkerapostel Paulus, Kirchenväter, Meister Eckhart († 1328), den Heiligen Johannes von Kreuz († 1591) und den Jesuiten Teilhard de Chardin(† 1955) umfaßt.

Pater Painadath pflegt nach Angaben der ‘Missio’ das sogenannte Sonnengebet. Das sei eine dem Hinduismus und dem Yoga „wesentliche Meditationsform“.

Sie eröffne einen einfachen Zugang zum leibbezogenen Gebet am Tagesbeginn – oder zu anderen Zeiten des Tages.

Die Webseite der Diözese Linz erinnert an den Mediationskurs mit Pater Sebastian Painadath im Januar 2008
Die Webseite der Diözese Linz erinnert an den Mediationskurs mit Pater Sebastian Painadath im Januar 2008
Der Jesuit ist mit Werken über das „Sonnengebet“ an die Öffentlichkeit getreten, die von ‘missio’ in Aachen verlegt worden sind.

Außerdem hat er ein Buch mit dem Titel „Erneuerung unseres Glaubens durch interreligiösen Dialog“ geschrieben.

Sein Meditationskurs beginnt am frühen Morgen mit dem „Sonnengebet“ und umfaßt fünf Meditations- und drei Reflexionseinheiten sowie am Abend die „meditative Feier der Eucharistie“.

Es ist davon auszugehen, daß es sich dabei nicht um eine stille Messe im Alten Ritus handeln wird.