21:25:19 | Montag, 6. Oktober 2008
Die gewöhnlich antikirchlichen Medien kommen aus dem Jubeltaumel nicht heraus: Am letzten Wochenende feierte Karl Kardinal Lehmann von Mainz sein Silbernes Bischofsjubiläum. Pressesplitter.

Karl Kardinal Lehmann
© Pressestelle Bistum Mainz Er kennt jede Scheune„Der prominenteste Katholik in Deutschland feiert am 2. Oktober sein Silbernes
Bischofsjubiläum: Kardinal Karl Lehmann steht seit 25 Jahren an der Spitze des Bistums Mainz. Der 72jährige
Oberhirte mit der barocken Figur und dem dröhnenden Lachen ist über die Konfessions- und Parteigrenzen
hinweg beliebt. Er hat das Ohr nahe an den Menschen, er kommt viel in seiner Diözese herum: »Inzwischen
kenne ich jede Scheune im Bistum.«“
Aus einem Bericht vom 2. Oktober des Nachrichtensenders ‘N-TV’.
Noch ein Heiliger„Schwester Maria, eine »Maria-Ward-Schwester«, bleibt noch ein Weilchen in ihrer
Kirchenbank sitzen. An diesem Tag mit dem Kardinal einen Gottesdienst zu feiern, sei »nicht nur eine
Gnade, sondern auch eine große Freude«, sagt die alte Dame. Was Lehmann für sie sei? Schwester Maria
lächelt strahlend: »Ein Heiliger – das ist der beste Ausdruck für diesen Mann. «“
Aus einem Artikel
der Mainzer ‘Allgemeinen Zeitung’ über den Festgottesdienst zum 25jährige Bischofsjubiläum von Karl
Kardinal Lehmann von Mainz.
Silbernes Bischofsjubiläum von Kardinal Lehmann
© Pressestelle Bistum Mainz Schicksal der deutschen Kirche„Wegen der einzigartigen Gaben Deines Geistes
hat Dich mein Vorgänger Johannes Paul II. im Jahr 1983 zum Bischof von Mainz bestellt und bald nach dem
Großen Jubiläum des Jahres 2000 Dich unter die Zahl der Kardinäle aufgenommen. Fünfundzwanzig Jahre
hindurch hast Du Dir unverdrossen Mühe in deiner Leitung der Diözese gegeben, Du hast die einzelnen
Pfarreien besucht, Du bist immer sehr nahe geblieben den Priestern, den Männern und Frauen im Ordensstand
und allen Gläubigen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß Du in Deutschland bei jeder gesellschaftlichen
Gruppe Wohlwollen und Anerkennung genießt.“
Aus einem Schreiben Papst Benedikt XVI. zum Silbernen Bischofsjubiläum
von Kardinal Lehmann.Erfolgsgeschichte für wen?„Die Einrichtung von Pfarrgemeinderäten habe sich
»voll und ganz bewährt«. Das betonte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, in einer Predigt am
Sonntag, 5. Oktober, auf dem Marktplatz vor dem Mainzer Dom. Wörtlich sagte er: »Nach meiner Erfahrung
darf man wohl sagen, daß die Verwirklichung des Pfarrgemeinderates und ähnlicher Räte-Strukturen mit
zu den größten Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) gehört und eine erhebliche
Verlebendigung des Lebens und Wirkens unserer Gemeinden gebracht haben. Darum sind wir sehr dankbar für
diese wirkliche Erfolgsgeschichte.«“
Aus einem Bericht auf der Webseite des Bistums Mainz.Fast keine
Gläubigen mehr„Kardinal Lehmann ermutigte die Gläubigen in seiner Predigt – wie bereits beim Jubiläumsgottesdienst
am 2. Oktober – zu Standfestigkeit im Glauben: »Wir dürfen die Flinte nicht ins Korn werfen, auch wenn
menschlich aller Grund dazu besteht. […] Wenn wir aufmerksam bleiben und unsere Enttäuschung und Klage
ihm auch im Gebet anvertrauen, wird er auch uns sagen ‘Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze
zum Fang aus!‘«“
Aus einem Bericht auf der Webseite des Bistums Mainz über die Vesper am Sonntag abend.
Ein Protestant?„Peter Steinacker, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN),
machte Lehmann ein besonderes Kompliment: Der Jubel bei Lehmanns Kardinalserhebung (»Zumindest wir Evangelischen
meinten, sie sei längst überfällig«) sei in der evangelischen Kirche so groß gewesen, daß »man
hätte glauben können, einer von uns sei im fernen Rom zum Kardinal erhoben worden.«“
Aus einem Bericht
der Mainzer ‘Allgemeine Zeitung’ vom 4. Oktober.Gefährliche Gegenaktion„Auf dem Frauenlobplatz blicken
die Festbesucher immer wieder erstaunt gen Himmel – an einem großen Baum baumeln etliche alte Kinderwagen.
Keine schwebenden Engel, sondern ein Mannheimer Aktionskünstler hat sie dort in einer »Nacht- und Nebelaktion«
aufgehängt – um sich, wie er mitteilte, »kritisch mit der Haltung der katholischen Kirche zum Thema
Verhütung in der Dritten Welt auseinanderzusetzen«. Generalvikar Dietmar Giebelmann fühlt sich nicht
provoziert, sondern nimmt’s gelassen. »Wir hatten nur ein bisschen Bedenken, daß der Wind einen der
Wagen herunterreißen und einen Besucher damit treffen könnte«.“
Aus einem Bericht der Mainzer ‘Allgemeine
Zeitung’