18:23:54 | Dienstag, 7. Oktober 2008
Pius XII.
Eigentlich hätte ein bei der Bischofssynode eingeladene Rabbiner über das Wort Gottes sprechen sollen. Doch der benützte die günstige Gelegenheit und klopfte statt dessen rechtsnationalistische und kirchenfeindliche Sprüche.

(kreuz.net, Vatikan) Gestern abend referierte erstmals ein jüdischer Rabbiner vor einer vatikanischen
Bischofssynode. Es handelte sich um den israelische Rabbiner Shear-Yashuv Cohen aus Haifa.
Cohen bezeichnete
seine Einladung als Beweis, daß Benedikt XVI. die Linie seiner Vorgänger fortsetzen wolle.
Sich Suhlen
in der Rolle des angeblichen OpfersCohen bat die Bischöfe in seinem Referat um Hilfe gegen angebliche
antisemitische Bedrohungen.
Dabei fiel er indirekt über den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad
her. Der Rabbiner beschwor „schreckliche und dämonische Worte“ des Präsidenten eines gewissen Nahost-Staates.
Ohne konkret zu werden, phantasierte Cohen von „falschen und boshaften Anschuldigungen“ und von einer
„antisemitischen Hetze“.
Sie hätten die schmerzhafte Erinnerung an „die Tragödie unseres Volks“ zurückgebracht –
dramatisierte er weiter.
Dann schwang er nationalistische und kriegstreiberische Parolen: Die Bischöfe
und „die gesamte freie Welt“ sollten mithelfen „Israel zu schützen und zu verteidigen“. Das Land müsse
aus „der Hand seiner Feinde gerettet“ werden.
Über den israelischen Völkermord an den heimischen Palästinensern
verlor er kein Wort.
Dagegen behauptete der rabiate Rabbiner, daß Israel der einzige und souveräne
Staat des „Volkes des Buches“ sei.
In der Einladung zur Bischofssynode sieht Kriegstreiber Cohen ein
Signal der Hoffnung und eine „Botschaft der Koexistenz und des Friedens“.
Beschimpfung der Gastgeber
Nach seiner Rede äußerte sich Cohen noch vor Journalisten auch über eine Seligsprechung Papst Pius
XII.
Dabei kochte er infame Verleumdungen gegen den Papst auf, wonach er zu den Greueln des Zweiten Weltkriegs
geschwiegen habe.
Der Papst habe „nur insgeheim“ zu helfen versucht – machte Cohen die Tatsache lächerlich,
daß Pius XII. mehr als 700.000 Juden das Leben rettete, während die National-Sozialisten vor seinem
Fenster Wache standen.
Ferner schimpfte der Rabbiner, daß Pius XII. „aus Angst oder anderen Motiven“
falsch gehandelt habe: „Wir können das nicht vergessen.“
Für Cohen ist die Frage, ob Pius XII. seine
Stimme gegen die National-Sozialisten hätte erheben können und ob es geholfen hätte. Er „fühlt“, daß
die Antwort „ja“ laute:
„Ich bin von den Familien der Millionen Verstorbenen nicht bevollmächtigt zu
sagen: ‘Wir vergeben’.“