Bischof verteidigt Zölibat
Merkwürdig, ärgerlich und notwendig
Ein deutscher Bischof hat im Klima einer allgemeinen Sexgeilheit eine Lanze für den Zölibat gebrochen: „Die Ehe ist kein Heilmittel gegen sexuelle Abartigkeiten.“
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke von Hamburg
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke von Hamburg
(kreuz.net, Hamburg) Am 13. September verfaßte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke für das Hamburger Tageszeitung ‘Abendblatt’ einen Artikel zum Zölibat.

In den Ferien sei er gefragt worden, warum er den Zölibat befürworte – beginnt der Weihbischof: „Ist das nicht längst überholt? So kriegt ihr doch keine Leute mehr. Und was hört man alles von den katholischen Priestern.“

Mons. Jaschke kann verstehen, daß der Zölibat gerade heute viele Leute reizt.

Der eheliche Sexualakt sei öffentlich und lautstark in aller Munde: „Da muß so etwas wie der Zölibat fremd und merkwürdig erscheinen.“

Der Weihbischof erklärt ferner, daß die große Menge nicht für den Zölibat bestimmt sei und rät den Menschen zu heiraten: „Ehe und Familie tun ihnen gut“ jubelt er, ohne auf das Problem der Massenscheidungen einzugehen.

Dennoch lasse sich der Zölibat nicht aus dem Christentum wegdiskutieren. Christus habe die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen in Matthäus 19 empfohlen.

Auch der Heilige Paulus vertrete den Zölibat im ersten Korintherbrief. Er verstehe die Ehelosigkeit „nicht für die große Zahl, sondern für Menschen, die sich eigens rufen lassen, immer in Freiheit, ohne Druck“.

Wer sind die Zölibatären?

Der Weihbischof beschreibt die Zölibatären mit drei Merkmalen. Sie seien solche, die

1. „ihr Herz und alle Kräfte freihaben wollen für die Sache Gottes und der Menschen.

2. auf die eigene Familie verzichten, um für eine große Familie von Menschen da zu sein.

3. mit den Alleingelassenen und Einsamen solidarisieren und Zeit für sie haben.“


Anbiederungen an die Abgefallenen

Für Mons. Jaschke ist der Zölibat ein „heilsames Zeichen in einer Welt, die nicht in sich selber aufgeht“.

Gleichzeitig fordert er in der Kirche mehr Verständnis und Hilfe für jene, die sich mit dem Zölibat „schwer tun oder scheitern“: „Hier muß und kann noch vieles besser werden“ – glaubt er.

Der Weihbischof findet, daß die evangelische Ehelosigkeit eine, aber nicht die einzige, „notwendige, ärgerliche christliche Zumutungen“ sei:

„Aber der Zölibat bleibt eines der Markenzeichen eines Christentums, das sich dieser Welt nicht anpassen soll.“

Zum von den Medien hochgeschaukelten Thema Skandale erklärt Mons. Jaschke, daß es schlimm sei, wenn Priester negative Schlagzeilen machen:

„Aber auch die Ehe ist kein Heilmittel gegen sexuelle Abartigkeiten. Keiner soll sicher sein, nicht selber zu versagen – ob verheiratet oder ehelos.“