19:33:27 | Dienstag, 7. Oktober 2008
Ein deutscher Bischof hat im Klima einer allgemeinen Sexgeilheit eine Lanze für den Zölibat gebrochen: „Die Ehe ist kein Heilmittel gegen sexuelle Abartigkeiten.“

Weihbischof Hans-Jochen Jaschke von Hamburg
(kreuz.net, Hamburg) Am 13. September verfaßte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke für das
Hamburger Tageszeitung ‘Abendblatt’ einen Artikel zum Zölibat.
In den Ferien sei er gefragt worden,
warum er den Zölibat befürworte – beginnt der Weihbischof: „Ist das nicht längst überholt? So kriegt
ihr doch keine Leute mehr. Und was hört man alles von den katholischen Priestern.“
Mons. Jaschke kann
verstehen, daß der Zölibat gerade heute viele Leute reizt.
Der eheliche Sexualakt sei öffentlich und
lautstark in aller Munde: „Da muß so etwas wie der Zölibat fremd und merkwürdig erscheinen.“
Der Weihbischof
erklärt ferner, daß die große Menge nicht für den Zölibat bestimmt sei und rät den Menschen zu heiraten:
„Ehe und Familie tun ihnen gut“ jubelt er, ohne auf das Problem der Massenscheidungen einzugehen.
Dennoch
lasse sich der Zölibat nicht aus dem Christentum wegdiskutieren. Christus habe die Ehelosigkeit um des
Himmelreiches willen in Matthäus 19 empfohlen.
Auch der Heilige Paulus vertrete den Zölibat im ersten
Korintherbrief. Er verstehe die Ehelosigkeit „nicht für die große Zahl, sondern für Menschen, die sich
eigens rufen lassen, immer in Freiheit, ohne Druck“.
Wer sind die Zölibatären?Der Weihbischof beschreibt
die Zölibatären mit drei Merkmalen. Sie seien solche, die
1. „ihr Herz und alle Kräfte freihaben wollen
für die Sache Gottes und der Menschen.
2. auf die eigene Familie verzichten, um für eine große Familie
von Menschen da zu sein.
3. mit den Alleingelassenen und Einsamen solidarisieren und Zeit für sie haben.“
Anbiederungen an die AbgefallenenFür Mons. Jaschke ist der Zölibat ein „heilsames Zeichen in einer
Welt, die nicht in sich selber aufgeht“.
Gleichzeitig fordert er in der Kirche mehr Verständnis und
Hilfe für jene, die sich mit dem Zölibat „schwer tun oder scheitern“: „Hier muß und kann noch vieles
besser werden“ – glaubt er.
Der Weihbischof findet, daß die evangelische Ehelosigkeit eine, aber nicht
die einzige, „notwendige, ärgerliche christliche Zumutungen“ sei:
„Aber der Zölibat bleibt eines der
Markenzeichen eines Christentums, das sich dieser Welt nicht anpassen soll.“
Zum von den Medien hochgeschaukelten
Thema Skandale erklärt Mons. Jaschke, daß es schlimm sei, wenn Priester negative Schlagzeilen machen:
„Aber auch die Ehe ist kein Heilmittel gegen sexuelle Abartigkeiten. Keiner soll sicher sein, nicht selber
zu versagen – ob verheiratet oder ehelos.“