14:32:58 | Mittwoch, 19. November 2008
Beides sind gute Mittel, um sich von der Welt und ihrem Pomp und Ungeist zu lösen. Heute kann man sich ja dafür einen unbezahlten Urlaubstag nehmen. Von Axel Kresser.
(kreuz.net) Heute versammeln sich in den evangelischen Kirchen die Gläubigen zum Buß- und Bettag. Traditionell
endet am Buß- und Bettag die sogenannte Friedensdekade.
Zu DDR-Zeiten ließ ich keine dieser Dekaden
ausfallen. Uns ging es damals um die Verhinderung eines atomaren Weltkrieges.
Wir wollten zur Versöhnung
zwischen Ost und West beitragen und das Vertrauen zueinander fördern.
Unser Leitspruch war: „Frieden
schaffen ohne Waffen!“. Heute heißt es nur noch: „Kampf gegen Rechts!“
Wir haben damals den Kommunisten
im Sinne von Karl Friedrich von Weizäcker geraten: „Um sich mit Feinden auseinandersetzen zu können,
muß man versuchen, sie zu verstehen, ihre Sorgen und Ängste“.
Jesus will, daß wir auf sie zugehen.
Wenn wir genötigt werden, eine Meile mitzugehen, sollen wir zwei mitgehen.
Christus geht sogar noch
weiter und fordert dazu auf, die eigenen Feinde zu lieben.
Der Buß- und Bettag war ja mal ein gesetzlicher
Feiertag zum Gedenken an Schuld und Sünden, die sich in einem Jahr auftürmen.
Die letzte DDR-Regierung
führte den Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag wieder ein.
Zuvor konnten Christen, denen das
Beten und Bußetun am Herzen lag, einen unbezahlten Urlaubstag für diesen besonderen Tag nehmen.
Die
erste gemeinsame christlich-liberale Bundesregierung der um fünf Bundesländer und Berlin erweiterten
Bundesrepublik Deutschland schaffte diesen Feiertag wieder ab.
Sie bedurften wohl keiner Buße und nicht
des Betens.
In der evangelischen Kirche von Berlin-Hohenschönhausen Nord wird der Buß- und Bettag für
politische Agitationen und politischer Plattformbildung zur Bekämpfung Mißliebiger benutzt.
Wer dort,
mit der Feindesliebe ernst macht, wird verketzert und aus dem Leitungsgremium der Kirchengemeinde gemobbt.
Wer es mit Jesus hält, riskiert Hausverbot. Nichts soll an die Mahnungen Johannes des Täufers erinnern:
„Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“.
Denn gerade die mit weltlichem Ungeist eng
verflochtene und verkrustete Evangelische Kirche bedarf der Buße.