10:40:20 | Donnerstag, 20. November 2008
Im November vor zwei Jahren beschloß der Heilige Vater eine Korrektur der in vielen Sprachen fehlerhaft übersetzten Wandlungsworte. Doch den päpstlichen Worten folgten keine Taten.

Die Übersetzung der Wandlungsworte lautet korrekt „pro multis“
© Lawrence OP, CC(kreuz.net) Bis heute ging keine päpstliche Anweisung an die betroffenen Bischofskonferenzen, die
Falschübersetzung
„für viele“ in den Wandlungsworten der Heiligen Messe zu korrigieren.
Das erklärte der Freiburger Domkapitular
Klaus Stadel am 7. November schriftlich auf eine private Anfrage.
Nach Angaben des Domkapitulars liegen
zu entsprechenden Beschlüssen des Papstes lediglich Zeitungsmeldungen vor.
Sein Fazit: „Aus Zeitungsberichten
entnehmen die Bischöfe nicht das, was der Heilige Vater will.“
In so fundamentalen Fragen würde sich
der Heilige Vater direkt an die Bischöfe wenden und ihnen Weisung erteilen:
„Eine solche Weisung aber
liegt bis heute nicht vor, geschweige denn, daß der Heilige Vater den Bischöfen eine Frist gesetzt hat,
bis zu der sie seiner Weisung Folge leisten sollten.“
Dann wendet sich Domkapitular an den Fragesteller:
„Sie werden verstehen, daß kein Bischof auf Grund von Nachrichten, die eine mögliche Willensbekundung
des Papstes enthalten, entsprechend an seine Priester Anweisung geben wird, noch dazu in einer Angelegenheit,
die das Zentrum unseres Glaubens, nämlich die Feier der Heiligen Eucharistie, betrifft.“
Wenn die Bischöfe
in einer solchen Angelegenheit auf Grund von Zeitungsmeldungen vorgingen, würden sie gegen die vom Heiligen
Vater festgesetzte Ordnung der Heiligen Messe verstoßen – so Prälat Stadel:
„Wir bitten Sie also sehr,
zwischen Zeitungsnachrichten und offiziellen Weisungen des Heiligen Vaters an die Bischöfe zu unterscheiden“ –
beschließt er sein Schreiben.
Im Dezember 2006 erklärte der Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz,
Felix Gmür, daß die Wandlungsworte auf Wunsch des Heiligen Vaters
korrigiert würden.