10:29:08 | Dienstag, 9. Dezember 2008
Der deutsche Distriktobere der Piusbruderschaft an die Bischöfe: „Ich kann nicht glauben, daß eine dogmatisierende Verknöcherung die sonst so dialogbereite Haltung der Bischöfe verdrängt haben soll.“

Pater Schmidberger bei der Einweihung eines neuen Schwesternhauses, Herbst 2008
(kreuz.net, Stuttgart) Der Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland, Pater Franz
Schmidberger (62), hat sich in einem offiziellen Schreiben an alle residierenden Bischöfe in Deutschland
gewandt.
Der Brief enthält eine Darstellung der Hauptkritikpunkte, welche die Priesterbruderschaft St.
Pius X. gegen das Pastoralkonzil des letzten Jahrhunderts vorbringt.
„Wir wollen ein Zeichen der Dialogbereitschaft
setzen“, erklärt Pater Schmidberger hierzu:
„Ich kann nicht glauben, daß eine dogmatisierende Verknöcherung
die sonst so dialogbereite, offene Haltung der Kirchenmänner verdrängt haben soll.“
Vergangenes müsse
hinterfragt werden, „wenn es sich nicht um Dogmen, sondern um Pastoralfragen handelt, wie dies im Zweiten
Vatikanum der Fall ist“ – so der Distriktobere.
Das Zweite Vatikanum habe sich „ausdrücklich“ als Pastoralkonzil
verstanden:
„Wenn damals ein falscher Kurs eingeschlagen wurde, sollten die Verantwortlichen von heute
auch den Mut haben, Korrekturen vorzunehmen: Jedenfalls besteht Klärungsbedarf.“
Die Priesterbruderschaft
sieht einen kausalen Zusammenhang zwischen dem gegenwärtigen Massenabfall und den umstrittenen Reformen
der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Sie weist darauf hin, daß sich zur Zeit vor allem jene Orden
im Wachstum und Aufbau befinden, die sich den überlieferten Traditionen der Kirche verpflichtet fühlen.
Vor kurzem hat das
Trappistenkloster Mariawald in der Eifel angekündigt, zur Tradition zurückzukehren.
Der Distriktobere hat schon mit mehreren deutsche Bischöfen persönlich über die Problematik sprechen
können. Sein Schreiben kann
auf der Webseite der Priesterbruderschaft St. Pius X. eingesehen werden.